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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-23 · Heft 17 (23.4.1872) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 17 (23.4.1872)
Date
1872-04-23
Page
Seite 341 (sequence 19)
Language
German
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Vielleicht HW^Pochp)W)iMt>Ehsa^oH gezwungen die gern geböiche^ hÄfMe HWh Freundin anzunehmen; sie hätte W.dMÄefühle tiefer DemüLhigung gethgn^ und dieser Schmerz ward ihr erspart. Du wirst glauben, lieber Leser, fjo ein Dichter hat es leicht; er hat ja alle Börräthe des'Ünglücks wie des Glücks zu Wer Verfügung, und wenn er erst die armen Menschen, seine eigenen. Geschöpfe, unbarmherzig in die furchtbarste Lage' gebracht h-t, braucht er sich nicht lange umzusehen, wie-er sie wieder daraus erlösen könne. Aber Duirrst. Dich, insofern , als Du meinst, er habe hierbei nur etwas tief in die! Schatzkammer seiner Einbildungskraft zu greifen-. Nein , nein, das Leben ist viel mannichfaltiger, sinn- und erfindungsreicher, als alle Phantasien der Dichter, Md die Wege der göttlichen Vorsehung sind in einer, .Weise verschlungen, in Ursache und Wirkung oft so unlösbar, so wieder zusammentreffend, daß keine Einbildungskraft eines schöpferischen Menschengeistes sie an buntem Wechsel und außerordentlichen Fügungen zu übertreffen vermöchte. Wohlan, dies bestätigte sich, auch - in unserer Geschichte. Einige Tage, nachdem der Hochmuth -und der Rachedurst in den Herzen Mer beiden Menschenkinder plötzlich erloschen war, erhielt Elisa die gerichtliche Kunde von dem Tode eines Bruders ihres verstorbenen-Mannes, der ihr und ihren beiden Kindern eine ansehnliche Summe testamentarisch vermacht hatte, ansehnlich genug, um davon in mäßigen VerWtniM zu können. Jetzt wohnten die beiden Familien — ndtiiTli^ tntt ausdrücklicher hoher obrigkeitlicher Erlaubnisi, welche irgend ein alter Schuldner Bars, der ihm nichts bezahlt hatte, .leicht erwirkte -^glücklich mit einander in dem großen Hause jenseits der Flußgaffe, während das kleine Haus diesseits, auf Kosten Bella's möglichst' restaurirt, zur Aufnahme zweier armen alten Ehepaare gestiftet wurde. Später sollen sich die ErM des- Bärs und des Wolfs verheirathet haben; darüber aber weiß, ich nichts zu sagen. Vermischtes. In Paris lebt eine reiche Frau, welche den vierten Theil ihres Vermögens (1 Million Franken) zu wohlthätigen Zwecken bestimmt hat.. Nach ihrem Tode soll ihr Wohnhaus, das einen Werth von - mehreren hunderttausend Francs hatin ein Wittwenhaus verwandelt werden. Die armen Insassen erhalten aus den Zinsen von 100,000 Francs Beköstigung, uyd je zu Peßach und Sukkoth neue Kleidung. Die Zinsen von 800,000 Francs sollen zur Hilfe und Ausstattung armer Mädchen, zur alljährlichen Vertheilung von Holz, zur Unterstützung armer Talmudthoraschüler, zur Verkeilung von Fleisch an Peßach u. s. w. verwendet werden. Die noch übrigen 100,000 Francs sollen ihrer Bestimmung gemäß, oll Jahre, zinstragend angelegt, und dann aus dem betreffenden Capital sammt Zinses eine dm Namen'der Spenderin tragende israelitische KnabenfreischuLe errichtet werden. Wie heißt der Nayre dieser seltenen Frau? „Habazeleth" nennt sie Frau DeboraP (Gewiß schr>.anerkennungswerth. Warum hat aber diese Dame sich nicht bei Lebzeiten die Freude und die Befriedigung bereitet, so große Wohlthaten zu üben, was bei einem Besitze von 4 Millionen ihr nicht allzu schwer geworden wäre!) Drei Gedichte von Ludwig August Frankl?) 1. - 7 ' .".;; Ebene von Esdraelom. In den. schlanken Bug gepflanzt Der arab'schen Stute,. Wieste mit mirjagendtanzt. Heiß von . edlem Blute. \ Aufgestöret springen auf Weidende Gazellen . Und entflieh'n in flncht'gem Lauf. Hinter Hügelwellen. Schattenlos und menschenleer Dehuew sich die. Flächen, - Sengend strömt es himmelher Nur von Strahlenbächen. Plötzlich wie emporgeschnellt Bäumt mein Pferd im Gange, Weil sich jhm entgegenstellt Züngelnd eine Schlange; Folgend, jagt es ungestüm Meinen Schmeichelrufen Und zerttitt das Ungethüm Mit den schlanken Hufen. Wie die Funken raffelnd sprüh'n Zwischen Felsenmauern; . Ob nicht hinter ihnen kühn Beduinen lauern? Und ein Geier Hegt empor, Breitend sein Gefieder —- Mit dem guten Feuerrohr Hol' ich rasch ihn nieder. *) Bei dem Dnrchlesendes irr Wien 1863: von Emil Kuh heransgegebenen „Dichterbuches qus Oesterreich"- begegneten wir> einer Anzahl Gedichte des. Herrn vr. Ludwig . August Frankl, von denen die Mehrzahl seinen Erinnerungen aus Palästina gewidmet ist. Von diesen letzteren waren uns die meisten aus der Beschreibung seiner 'Steife bekannt, in welcher wir jedoch drei'nicht üuffinddn könnten; welche''wir daher hier mitzntheilen uns veranlaßt fühlen.

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