Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1872)
- Date
- 1872-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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36. Jahrgang. Allgemeine JW 16, Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig PhMppforr in Bonn. Leipzig, den 16. April 1872. Diese Aettunk erscheint «Schmtlich einmal Dienstag-, ür 2 bis 2'/, B^or., Vtei*:S£Dffl£2^'£BSäiS££f^S^':i»SSS: Inserate wecke» mit >2 Rar. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle BEarcklMgeN' Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen Beste!. " rgen an; der Haupt-Spedition für beide Letztere hat fich das KSnigl. Sachs. Haupt-ZeitungS-Bureau unterzogen. Inh alt. Leitende Artikel; Geschichte oder Mythe? Zeitungsnachrichten r Deutschland: -Berlin, Straßburg, Schmalkalden, Hannover, Aus Württemberg, Stuttgart, Breslau, Posen, Samoezvn, Aus dein Badenschen, Heidelberg, Schwerin Mecklenburg), Königsberg. — Oesterreich! sch - ungarische Monarchie: Preßburg, PrzemySl (Galizien). — Frankreich: Paris. — Italien: Aus Piemont. — Persien: Bonn. — Donanfürstenthii'ner: Bukarest. Feuilleton - Beilage r Auch eine Ghettogeschichte. (Forts.) — Einige gute Worte. — Schlußbemerkung zu dem Artikel Wer die Juden in Antwerpen. — Vermischtes. Lße i t eifb e A tiif et Bosnn, [7. April. Geschichte oder Mythe? Wir haben in einer Reihe von Artikeln in Nr. 47 ff. deS Jahrgangs 1869 auf die Erfolge der neueren assyrischen und ägyptologischen Forschungen hingewiesen, welche letztere der noch immer nicht verschwundenen skeptischen Kritik gegenüber nicht blos die historische Treue in den Berichten , Angaben und Notizen der heiligen Schrift, besonders auch des ersten Buches Mosis, sondern auch die geschichtliche Persönlichkeit des großen Gesetzgebers unzweifelhaft gemacht haben. Zwar will eine gewisse Claffe sogenannter Bibelforscher noch immer nicht das einfache Licht, welches die entzifferten Urkunden verbreiten, anerkennen; sie haben sich einmal zu sehr daran gewöhnt , das biblische Alterthum durch daS Prisma ihrer Combmationen und. Hypothesen zu betrachten, und können sich nicht zu der Anschauung bestimmen, daß die Zeiten Abrahams und MosiS für uns nicht mehr den mythischen Nebeln grauer Vorzeit, sondern einer geschichtlichen, immer mehr bis in das prosaischste Detail bekannt werdenden 'Epoche angehören. Jndeß kann dies nicht lange mehr Vorhalten, und wir hoffen eS noch zu erleben, daß die wirre und wüste Hypothesenjagd'sich ' aus der Wissenschaft zurückzieht und einer gesunden, nur auf Thatsachen sich stützenden, Kritik Platz macht. Wir wollen heute zur.Bekräftigung des obigen nur zweier Beispiele erwähnen. Aus einem Aufsätze deS vr. Lauth in München über,.die Stadt RamfeS" in Nr. 22 deS „Auslands" (1871) entnehmen wir folgende Notizen. Die Regierungszeit des, Königs Ramfes- Sesostris zeigt uns bereits einen durchaus literarischen und man kann sagen bureaukratischen Charakter, so überaus zahlreich sind die Urkunden und schriftlichen Denkmäler, die aus dieses großen Herrschers Zeit, selbst uns noch zurückgeblieben sind. Das epigraphische Material an den Wänden der Tempel, Pylone und Gräber, an den Statuen aus dieser einzigen, freilich 66-jährigen Regierungßzeit. übertrifft an Masse alles von classtschen Inschriften vorhandene. Das Portrait dieses Königs ist jetzt eine allen Aegyptologew vertraute Erscheinung. Abgesehen von seiner Größe als Eroberer, glänzte er auch als Gesetzgeber und Städtebegründer. Er gab seinen Namen mehreren in den verschiedensten Gegenden erbauten Städten. Eine solche Stadt Ramses gab eS im Süden von Memphis, im westlichen Delta, und nilaufwärtS und jn Nubien mehrere dieses NamenS. . Die