Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1872)
- Date
- 1872-03-12
- Page
- Seite 220 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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was dem Menschen. zwar Mfangs schwer/fällig äber/zu seiner , Entfältung-. und' Läuterung dient, und. ihm so das Sefühh.ünd. das' Bewußtsein des Schönen und Edlen- .bringt."/^ ' * ( , ^//Nun/aber^/theürer Freund, wenn wirdie.'Zufriedenheit und die/bescheidene Beschränkung als nothwendig für .das.menschliche. Leben erachteten, so wenden Sie, ich bitte/ diese edle Tugend auch diesen meinen.Briefen zu. Die Verwendung der hebräischen Schrift. . Seit Jahren habe .ich' mir..es angelegen sein. lassen, -außer einerumfänglichen, möglichst alle Sprachen' der Erde umfassenden Bibliothek', namentlich auch auf die Hebräische Literatur im.weitesten Sinne meine Aufmerksamkeit zu richten, und wie es jedem, leidenschaftlichen Sammler geht, dabei auch btev>cimeufe" Seite nicht aus den Augen gelaffen. Denn oft Hat gerade das, was der gewöhnliche' Mensch Curiositäten nennt, besonderen j Reiz, wenn es sich auf mehr oder -weniger unbeachtete ^Gebiete der Wissenschaft beziehe Dahin gehört die Verwendung, der hebräischen .Schrift zum Schreiben H.h-aller Sprachen derjenigen .Völker, unter denen Juden Leben. .Als allgemein den Lesern dieses Blattesbekannt dürfen wir das Jüdisch-deutsche,' auch Altdeutsch oder Altweiberdeutsch genannt, voraussetzen^ ebenso die vielen französischen Worte chr Raschi's Schrssten. Wenigere aber dürsten weiter auf diesem Gebiete vertraut sein, weßhalb ich in der Kürze einige Miltheilungen geben will. Die aus . der pyrenäischen Halbinsel durch die Grausamkeit der Jnqusition verjagten Juden, die bekanntlich den gebildetsten Theil der Bevölkerung Spaniens ausmachten, gingen zum gxößern Theil nach Nordafrika und in die Türkei- und in allen diesen jetzt noch von ihnen bewohnten Ländern reden , sie (ähnlich dem Jüdisch-deutschen) ein alterthümliches Spanisch, von ihnen selbst Ladino, sonst auch Hispaniolisch genannt. Sie besitzen eine umfängliche Literatur; ich selbst habe eine ziemliche. Anzahl Bände und Bändchen mir angeschafft. Was das Italic-, nische anbetrifft, so ist mir bis jetzt ein gedrucktes Buch nicht, vorgekommen;! ich besitze aber einen dicken Octavband handschriftlich,- eine Nomenclatur zum alten Testament, wie wir deren auch mit deutsch und spanisch haben; > .sie enthalten, der Reihe der biblischen Bücher folgend, die besonders der Erklärung bedürftigen Worte. Wenden wir uns nach Norden, so finden wir namentlich in Holland im vorigen Jahrhundert manche bittre satyrische Schrift,, welche reichlich mit holländischen Redensarten im hebräischen Mocke versehen sind. Aus England,- Schweden, Dänemark, ist mir nichts der Art bekannt.. Dagegen gibt es-Müssest vbn>xusssschest und, polnischen^Wovteturn^e^ neueren in'Rußland ünb/Polen in^Me^H'vMeinm^'e^' jüdisch-deutschen Erzählungsliteratur, ünd selbst "Do^w-- mente- und Briefe, Geschäftspüpiere u./s.w. sind;/ wie ich aus eigner- Erfahrung weiß, reichlich' mit/ slawischen Worten gespickt. Wenden wir uns wieder nach Süden, so haben wir aus -fjühern Jahrhunderten ein altes Testament, das nebelt anderen Uebersetzungen auch eine in griechischer Sprache mit hebr. Buchstaben enthält. Ich besitze von derselben.einen Band-, lecher, in sehr desolatem Zustandes Jndest kann ich mich' trösten ß nicht einmal Englandhat m /seinen ungeheuren ' Bücherschätzen ein' vollständiges Exemplar. - Noch . haben ' wir aus Europa zu' erwähnen die bei. den Karäern auf' der Krim gebräuchlichen in tatarischer' Spräche. Mit' hebräischer Schrift gedrückten Werke; ' ich besitze außer/ mehreren kleineren Schriften ein altes Testament />in welchcm/'nur die Bücher der .Chronik fehlen. Endlich ist noch' des 'Türkischen zu gedenken. Ich besitze außer einer ,Ausgabe des Pentateuch in türkischer Sprache mit Hebräischen Suchstaben einen 2^ »-Qs von Müssafia, /dieses prächüge Schulbuch. Verlassen wir Europa, so häbenwir noch das Arabische zu nennen,' und ich brauche nur' an den berühmten adfon zu erinnern, dessen Werke ursprünglich arabisch waren. Noch heute werden arabische Werke mit hebräischen Buchstaben gedruckt, und man findet viäe dergleichen Manuscripte. Ferner erwähne /ich .-die persische Sprache. Hier haben wir die Uebersetzung von Joseph Täwus, die so alt ist,'daß sie mit in den hie ältesten Uebersetzungen enthaltenden Polyglotten aüfgenommey ist. Endlich scheint-es'mir,'wenn "ich recht unterrichtet bin, auch in Indien vorzukommen/ daß einzelne der Landessprachen mit hebräischen Buchstaben gedrückt werden. Wie es mit Hinterindien und China .steht, ist Mir nicht bekannt, obwohl man.berichtet, daß in sehr frühen Zeiten, namentlich in China, bedeutende jüdische Niederlassungen gewesen sind. Dr. H. Lo tz e.; Vermischtes. , . , Der als'. Judenverfolger berüchtigte > Rumäne/D eme.ter Bratiano, Bruder des in /gleichem Sinne berüchtigten I oh a n n Bratiano, erzählt wörtlich , im „Rumanul": „Auch unter / den Juden giebt es. ehrenwerthe, gute Leute und Menschen.. von Herz, -/denn. als.ich ein Flüchtling war, fand ich bei einem. Juden, Namens Lazarika, der mir völlig unbekannt /war und der , sein Leben für mich in Gefahr setzte, eine . so - herzliche Aufnahme .und Zufluchtsstätte., wie ich dieselbe in.meinem Aelternhaufe nicht, besser hätte finden können." Und dennoch nie rastende Verfolgung! Verlag von B.amngarlner's Buchhandlung inLeiDig. -- Druck von I. B. Hirschselh. VeraNtwortlicher Redacteür LHi7. H. Lotze.