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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-02-13 · Heft 7 (13.2.1872) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 7 (13.2.1872)
Date
1872-02-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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36, Jahrgang. " A I I 0 ( f ( i tl ( JW 7. Zeitung -es IndenthumS. Ein ' . ] unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse, Heran sgeg eben von " Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 13. Februar I872. Diese Zcttun» erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 biS 2'/a Bogm. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Bicrtelsährrg 1 Thlr. Inserate werden mit 2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnete Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditione» nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich daS König!. Sachs. Haupt-ZeitungS-Bureäu unterzogen. Ä n h a l t. Leitende Artikel: Eine schöne Erscheinung aus der neueren Zeit. ' Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Bromberg, .Samoczyn.— O esterreichisch-nngarisch e Monarchie: Wien, Preßburg, Lemberg, Ans Galizien. — Frankreich: Paris.— Belgien: Brüssel. — Italien: Ferrara. — Türkei: Konstantinopel. — Donaufürstenthümer: Bukarest. Feuilleton-.Beilage: Vertrauliche Briefe .VI.-~ Französische Soldaten jüdischer Religion (Fortsetzung). — Vcr- . mischtes., .. v . - - > - f Leitende Ar tike l. '! ' - ' Bonn, 4. Februar.; ,; Eine schöne Erschyttnng aus der ninernHtii: Wir haben uns stets davor'gescheüt/r ekn Lvbredner der Vergangenheit wie ein Verherrlichet ddr 'Gegenwart zu werden^ Das f Alter ist genetzt,' von der „guten alten Zeit"' zu sprechen, Iaudator temporis acti; Der Enthusiast ergreift die Ideen seiner Zeit mit Feuer, und sieht in jeder -Verwirklichung derselben das -alleinige Heil 'der Menschheit. - Nein, es gilt stets, die Erscheinungen, sowohl die vörübergegangnen, wie die' vor Unfern Augen sich gestaltenden in ihrer wahren Bedeutung und in ihrem wirklichetl Werthe zu erfaffen und' zw würdigen.'Dem ^warm fühlenden Herzens» des MenscheNss 'sreunbes übitzens^ thüt^s"wvhl, -in allew Epochen Schö^ nes-Größes'^üiih Edles zu finden,- Vorzüge zu - bemerket, welche für die Lewen und' Schwächen-jener Zeiten zu trösten vermochten, und andrerseits, wenn er das gegen-' wärtige Geschlecht um fich her ringen- und arbeiten steht? im Errungnen und Erreichten. schon das Helle Licht der Veredlung und' dauerhafter Gestaltung zu erkennen. Wir fühlen uns daher sehr befriedigt, heute'eine äußerstgünstige Erscheinung aus unsrer Zeit constatiren zu können , ohne damit unsrer Vorzeit zu nahe zu treten/ weil eben die Verhältnisse andre. geworden sind? In der frühern Zeit der Reaction, wir meinen dir runter Friedrich Wilhelm HI nach den Freiheitskriegen^ begonnene, war es eine unter 'den protestantischen Proselyten--' machern verbreitete Ansicht,^ daß reine göttesdienstliche Res form, überhauptr eine religiöse^ Klärung -bei den' Juden/ diese -in der TreuegeM« ihren väterliche Religion - sehr stärken würde/ und man /daher die jüdische ^Orthodoxie auch -von Staatsseiten,' also mit polizeilichen Mitteln festhalten müsse. - Man glaubte, in dem >Conflicte, 'iw welchen, die Bildung die Juden mit.der orthodoxen Ge^ stalt ihrer Religion brächte, würden dieselben' mehr.zur Taufe geneigt sein, und' da'letztre wirklich an manchen Ortengrassirke, wie damaligen Staatslenker auch; keinen Begriff von-Religionsfreiheit hatten -=■$■ wuchdiekathö^ lische und die.-protestantische Kirche wußten davon M-er^ zählen — so schloß» man durchs' Eabinetsvrdre jüdische Bethäuser, in welchen ' deutsch gepredigt-' werde» isolltej.. verbot, dies Eonstrmation und duldete-kaum 'einen Ehor^ gesanK Wie jeder Religionszwang half äuchwieser zu nichts , undr Predigt, Confirmationuttd-.CHorgefang wären Wald' ün Zahlreichen Gemeinden heimisch. Gezrrt

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