Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1872)
- Date
- 1872-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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86. Jahrgang. Allgemeine JkP 3 A lVItWHW WM M> Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 16. Januar 1872. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2>/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Inserate werden mit IV2 Ngr. für die Petitzeile od" *-— *—je—1 - ' lungen an; der Haupt-Expedition 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. ^_^8-Expedition"' —T-—** Haupt-^ZeitungS-Büreau unterzogen. deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, "Postämter ZertungS-Expeditionen nehmen Bestüfür Leide Letztere hat sich das König!. Sachs. -—A- Die Herren Agenten werden ersucht, ihre Bemühungen um das diesjährige Abonnement gefälligst recht bald eintreten zu lassen, da am 28. Februar c. der Schlußtermin eintritt. Die Schriften werden bestehen in: Munk's Palästina, übers, und bearbeitet von Prof. Or. 31. M. Levy, Dr. David Cassel, jüdische Literaturgeschichte Bd. I, Philo's sämmtl. Werke übersetzt, vr. Honigmann, das Grab bei Sabioneta, Novelle, und m. a., also sehr wichtige und interessante Werke. Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Inhalt. Leitende Artikel r Ein neuer Vorwurf gegen die Juden. II. — Die noachidischen Gesetze. II. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Bonn, Darmstadt, Stuttgart, Posen, Breslau, Aus Deutsch-Lothringen. — Oesterreichisch-ungarische Monarchie: Pest, Wien. — Frankreich: Paris. — Donaufürsten- .. .. thlimer: Bottuschan. — Nordamerika: Bittsburg. Feuilleton-Beilage r Vertrauliche Briefe. III. — Die Inden in den Herzogthiimern Schleswig-Holstein. — Vermischtes. Leitend p Artikel. Bonn, 6. Januar. Lin «euer Vorwurf gegen dir Jude», u. ' Herr Rahlenbeek erkennt also in dem Lehrinhalte des Jndenthums, in dem reinen Monotheismus mit seinen Consequenzen für den Menschen und die Gesellschaft, die Universalreligion, in welcher die Versöhnung des Menschen gegeben ist; er erkennt ferner an, daß der jüdische Stamm sich Achtung und Dankbarkeit durch die Standhaftigkeit und Treue erworben habe, mit welcher er diesen Monotheismus Jahrhunderte lang aufrecht erhalten hat. Dann aber stellt er die Forderung im Namen der liberalen Christen, daß die Juden, damit die liberalen Christen sich mit ihnen vereinigen können, alles Nationale und Specifische sowohl in den Begriffen als auch in der Erscheinung ihrer Religion aufgeben sollen; daß aber die Juden das nicht thun, sieht er als den „unabänderlichen, nicht wieder gut zu machenden Verfall" der Juden an. Bevor wir auf die Besprechung dieses Vorwurfs näher eingehen, wollen wir hervorheben, daß diese von Herrn Rahlenbeek aufgeworfene Frage weder mit der bürgerlichen Gleichstellung, noch mit der Theilnahme an den Culturarbeiten und Culturbewegungen etwas zu schaffen hat. Die Gleichstellung beruht auf dem Rechtsprincip der Religionsfreiheit. Keine religiöse Überzeugung darf von bürgerlichen Nachtheilen irgend welcher Mt getroffen werden, so lange sie picht zu Handlungen gegen die gesellschaftliche Ordnung und daS Staatsgesetz