Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1872)
- Date
- 1872-01-02
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 ist eine vortreffliche. Der Gestchtspunct dabei ist der, die Unterstützten auf 'eigenes Füße zu stellen... Nichts, ist den Juden so verhaßt, als von Almosen zu leben,, unter keiner andern Nation findet man so wenig Bettler von Profession.*) Das Counts der B'nai Berich schlagt die Zahl der zu unterstützenden Ordensmitglieder auf 200 an. Diese 200 Lheilt es in drei Classett, a) Unverheirathete, mit je 50 Dollars zu unterstützen, b) Familien mit einem oder mehr Kindern, mit je 100 Dollars zu unterstützen, e) Familien mit 3 oder wehr Kindern, mit 150 Dollars zu unterstützen. Zur Bestreitung dieser Unterstützung der erwähnten 200 Ordensmitglieder werden 25,000 Dollars erforderlich sein. Die 25,000 Dollars übersteigenden Beiträge werden der seit Jahren hier, bestehenden allgemeinen israelitischen Unterstützungsorganisation (I7o!teä Hebrew Relief Society) zur Vertheilung unter die abgebrannten Israeliten im Allgemeinen' übergeben werden. Die ausgezeichnete Art und Weise, in welcher diese Organisation die Armuth unter den hiesigen Israeliten weniger in Pension nahm, als ihr abhalf, bietet genügende -Bürgschaft dafür, daß sie auch der Lösung dieser schwierigen Aufgabe, der Möglichst definitiven Abhülfe abgebrannter Israeliten, gewachsen sein wird. Man gebe ihr nur die Mittel und man wird keine bessere Verwendung oder Verwender dafür sich wünschen oder finden können." *) Man sieht, an Puff oder Humbug fehlt es nicht. Vor solchem hüten sich amerikanische und englische Zeitungen nicht gern. Behauptete doch jüngst das Jewish Chronicle, so wie von dem Tage an, wo Abarbänel aus dem Cabinete Ferdinand des Katholischen trat, Spaniens Verfall datirte, werde mit dem Eintritte des Herrn Äessel als Solicitor General die Macht Englands sicher gestellt, seine Regierung eine thatkräftige sein!! Redact. Nachtrag. Berlin, 20. Dec. (Privatmitth.) Bei der Debatte über den Etat des Cultusministeriums beabsichtigen die liberalen Parteien einen Sturm auf den evangelischen Oberkirchenrath, d. h. mit anderen Worten, sie wollen die für denselben nöthigen Gelder nicht bewilligen. Sie berufen sich hierfür darauf, daß der Oberkirchenrath nur eine provisorische Schöpfung des porigen Königs ist und auf keinem Gesetze beruht, welches das Abgeordnetenhaus zwingen w ürde, das erforderliche Geld zu gewähren. Man kann nun nicht im Voraus wissen, ob die Liberalen diesen ihren Vorsatz festhalten und ob sie in dem entscheidenden Momente Zusammengehen werden. Merkwürdig wäre es immer," wenn der bekannte Erlaß dieser Behörde gegen die Juden ebenso einen Wendepunkt für sie bezeichnte, wie die Mortarageschichte für den päpstlichen Stuhl. A n z e i g e n. Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 4. Juli o., zeigen wir hierdurch an, daß nunmehr beschlossen ist, bei der hiesigen Gemeinde eventuell einen Beamten anzustellen, der nur die Cantor- und Lehrer-Functionen, ohne diejenige des Schächters auszuüben hätte. Einem solchen würde ein Gehalt von 400 Thalern gewährt werden, dagegen einem, der zugleich die Schechita übernähme 500 Thlr. Beides bei freier Amtswohnung und Feuerung. — Es wird hierbei bemerkt, daß die Nebeneinkünfte unseres gegenwärtigen Beamten nach dessen Angabe 300 Thlr. jährlich betragen haben. Wir ersuchen nunwehr geeignete Bewerber, namentlich gute Vorbeter, welche bei guter wissenschaftlicher Bildung genügende musikalische Kenntnisse besitzen,, um einen einstimmigen Chor leiten zu können, sich baldigst bei uns zu melden. Naugard, 26. December 1871. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Bei der hiesigen Gemeinde ist zum 9. Mai k. I. die Stelle eines Vorbeters, Religionslehrers und Schächters, verbunden mit einem jährlichen fixen Gehalt von 160 Thlrn. nebst freier Wohnung, Aufwartung, Mittagu. Abendtisch, sowie die Einnahme der Schechita, vie circa 50—60 Thlr. bringt, vacant. Nach Leistungendes Beamten kann das-Gehalt bis zu 200 Thlrn. erhöht werden. Qualificirte, unverheirathete Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst wenden an den Bor st. a n d. Malchow (Mecklbg. Schwerin), d. 10. Dec. 1871. Es wird ein ünverheiratheter Lehrer und Cantor per 1. Mai f. a. zu engagiren gesucht. Gehalt 300 Thlr. Bewerber wenden sich güt. unter abschriftl. Einsendung ihrer Zeugnisse an den Vorstand der iör. Gemeinde in U n n a. 1