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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-12-26 · Heft 52 (26.12.1871) · p. Seite 1046

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 52 (26.12.1871)
Date
1871-12-26
Page
Seite 1046 (sequence 12)
Language
German
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1046 Ehelosigkeit der Priester, Beseitigung der lateinischen Sprache aus dem Gottesdienste u. s. w.', also eme Nationalkirche mit starkem Laienelement. Er erwartet starke Verbreitung im Volke zu finden. Donaufürstciithümer. Bukarest, 8. Deccmber. Wir haben hier eine Handelsschule. Ein hiesiges Blatt behauptet nun, daß unter zweihundert Zöglingen dieser Schule einhundertundfünfzig Juden wären. Von den übrigen fünfzig würden die meisten schlecht besoldete Beamte und einige wenige Handlnngsdieuer bei den Juden, lieber diesen Zustand gerärh das Blatt außer sich, und möchte am liebsten die jüdischen Schüler durch ein Verbaunungsdecret anö der Anstalt entfernen. Dies geht nun aber nicht gut an; denn durch diese hnndertundfünfzig jüdischen Zöglinge wird die Schule zum größten Thcile erhalten, und die Musen müßten trauertld aus diesem ihrem Tempel scheiden, wenn sie von rumänischem Gelde und rumänischem Fleiße leben sollten. In diesem kleinen Verhältnisse spiegelt sich die Lage des ganzen Landes ab, und kennzeichnen sich die Triebfedern, die hier zumeist in Thätigkcit sind. Ohne die industriösen, fleißigen und mäßigen Juden würde das Land geradezu verkümmern, und ihm 5,n.h noch diejenigen Hülfsmittel eittgehen, die cs bei seiner mangelhaften Entwickelung noch besitzt. Aber gerade dieses Bewußtsein ruft den unmäßigen Haß gegen die Inden hervor, deren man nicht entbehren kann, und denen man allen Erfolg ihrer Arbeit aufs bitterste mißgönnt. Man braucht nicht zu glauben, daß die rumänischen Wortführer in dieser Sachlage keine Einsicht hätten — ihr wüstes Geschrei soll dieses ihr klägliches Bewnßtscin überdecken. Rußland. St. Petersburg, im November. «Privatmitth.) Die vom Kriegsrath bestätigte Verordnung des Kriegsministerö vom 1. Oktober d. I., daß die Soldaten- Kindcr Mischen Glaubens fortan dieselben Rechte genießen sollen wie die der anderen Eonfcssiouen, hat die kaiserliche Sanctio» erhalten. Frau Nisscn-Salomon, Gesangtehrerin am hiesigeil Conservatorium, ist, dem „Golos" zufolge, durch Vermittelung des schwedischen Gesandten General Bernstern vom Könige von Schweden die goldene Medaille „Litteris et artibus“ für ihre hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Kunst und der Literatur verliehen worden. Der „jüdische Wiestnik" ist nach einer mehrwöchentlichen Unterbrechung, deren Grund mitzutheilen die Redaction desselben sich vorbehält, in diesen Tagen zum ersten Male, mit bedeutend erweitertem P r o gr a m m e, wieder erschienen. Möge dem ällßerst gediegcilcn Blatte, dessen Ncdactcur mit seltener Tüchtigkeit, Umsicht und Hingebung sich allen geistigen und materiellen Interessen der Juden des russischen Reiches widmet, die Gunst des Publicums, namentlich unserer russischen Glaubensgenossen in iiuntcv größerem Maße sich zuwenden, damit er im Stande sei, seine nach allen Richtungen unschätzbar verdienstvolle Mission in immer sich steigerndem Grade zu erfüllen! Nachtrag. Berlin, 1G. Decbr. (Berichtigung.) Die vorletzte Nummer dieser Zeitung bringt die Nachricht,*) der Geheime Eommereicnrath Gerson Vleichröder habe der Alterversorguugsanstatt der hiesigen Gemeinde ein Geschenk von 2f),u00 Thalern gemacht. Gestatten Sie mir Ihnen mitzutheilen, daß die ganze Erzählung, soweit sie sich ans obige Persönlichkeit bezieht, der Wahrheit gänzlich entbehrt. Nicht Herr Geheimrath Blcichröder, sondern ein anderes hochherziges Mitglied unserer Gemeinde, welches nicht genannt sein will, hat dem Unterzeichneten und dein Mitgliedc des GemeindevorstandcS Herrn Julius I. Meyer bei einem, eine ganz andere Angelegenheit betreffenden Besuche freiwillig das Anerbieten gemacht, einen projcctirten Anbau der gedachten Anstalt (circa 20,000 Thaler betragend) ans seinen Mitteln zu bestreiten. — Möge sein edles Beispiel viel 'Nachahmer finden! Bei dieser Gelegenheit kann ich Ihnen zu meiner Freude mitthcileu, daß seit obiger That der Alterversorguugsaustalt ein Vermächtnis der'Kaufmann Bendix'schcn Eheleute von 12,000 Thlrn., und ein Geschenk *) Die Nachncht «rar der „Rat. Ztg." entnommen. Redact.

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