Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 49 (5.12.1871)
- Date
- 1871-12-05
- Page
- Seite 987 (sequence 13)
- Language
- German
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987 läßt, viel eigentümliches und auch wohl bedeutungsloses Gerede stattgefunden. Im Ganzen jedoch darf man solche Versammlungen nicht völlig übersehen, denn mehr oder weniger thun sich hier doch die im Publicum herrschenden Meinungen kund. Den Hauptgegenstand bildete die Frage, ob dem Vorstande die Competenz zu Veränderungen im Cultus cinwohne? Die einen Redner bejahten es, weil ja sonst gar keine Instanz vorhanden sei, welche Veränderungen, deren Rothwendigkeit conjtatirt sei, vornehmen dürfe; Andere wollten, daß sich der Vorstand hierbei an die Beschlüsse der Synode halte, da diese doch eine gewisse Concentration für sich habe, während wir im Judenthume keinen Papst hätten, was ihm freilich zum Vortheil und zur Ehre gereiche. Hiergegen erhoben sich nun andere Redner, welche der Synode wie dem Vorstände das Recht zu Steuerungen absprachen und überhaupt von keiner Neuerung etwas wissen wollten. Der Vorstand bestehe nur aus Laien, und die Synode sei eine unorganisirte und durch den Zufall zusammengesetzte Versammlung gewesen. Wolle ein Theil der Gemeinde Neuerungen, der andere nicht, und man könne sich darüber nicht verständigen, so müsse man auseinandergehen. Die Neuerer konnten den Conservativen, aber diese nicht jenen nachgcben. Dieser letztere Satz wurde andrerseits bestritten. Diejenigen, welche der alte Gottesdienst nicht mehr befriedige, hätten gerade dasselbe dringende Bedürfniß und die gleiche Gewissens- Pflicht wie diejenigen, welche sich in ihrem Gemüthe nur befriedigt fühlen, wenn der geringste Minhag, und sei er auch noch so ntißbräuchlich geworden, bcibchalten werde. — Man sieht, daß die Gegensätze auch hier zu keiner Ausgleichung gekommen sind; auf die Wahlen selbst wird dies jedoch wohl keinen Einstuß üben unb die alten Vorsteher werden wieder gewählt werden. Dona ufit v ft ent hum er. Bukarest, 17. November. Der durch den jüngst veröffentlichten Gesetzentwurf gegen die Juden und hierauf durch Enthüllungen über seine Verhältnisse und die daraus fließenden Motive anrüchig gewordene Senator Tesliu hatte jüngst in den Sectiouen einen heftigen Streit mit dem Justizminister, dem er vorwarf, daß er durch die an die Gerichtshöfe gerichtete Note Nr. 11,780 es gewagt habe anzuordnen, daß auch Juden in die Geschlsorcuenliste einzntragcn seien. Der Herr Senator reichte auch in der Senatssitzung vom 15. November eine Interpellation ein, wurde aber von der Versanimlung kaum zum Worte gelaffen, welche vielmehr dem Ministerium ein Vertrauensvotum ertheilte und beschloß, daß der ganze Zwischenfall im „Monitor" mit Stillschweigen übergangen werden sollte. Verkündet dies die anbrechende Morgendämmerung? —. Rach einer anderen Version sind es nicht die Geschworenenliften, sondern das Schiedsrichteramt, zu welchem der Justizminister die Israeliten zugelassen haben wollte. Er erklärte, daß die Zulassung der Israeliten zum Schiedsrichteramte blos eine Anerkennung des natürlichen Rechtes eines jeden Menschen sei; daß er nicht ungerecht gegen Personen sein könne, die keine andere Schuld haben, als daß sie in einer anderen Religion geboren sind, und daß er Niemanden von der Ausübung der natürlichen Rechte aus Rücksichten der Nationalität ansschließcn werde. . A u z e i g e ». Den Herren Bewerbern zur Nachricht, daß Herr Rabbiner Dr. Vlumenstem in Mannheim. zu unserem Rabbiner erwählt worden. Der Vorstand der Israel. Gemeüide zu Luxemburg. S. Godchaux. Ein geprüfter Religion slchrer, Schächter und Lorbeter kann bei der hiesigen jüdischen Gemeinde mit 150 Thlrn. Fixum excl. Schechita und Nebeneinkommen sofort oder zum 1. Januar engagirt werden. Besonders verheiratete Reslectanten wollen ihre Befähigungsalteste franco einsenden. Aken a/E., den 28. November 1871. Der Vorstand: Lotus Bruchhorst. Vaeanz. Die hiesige jüdische Lehrerflelle mit welcher ein Einkommen von 250 Thlrn. baar nebst freier Wohnung und den nöthigen Brennholzbedars, wie auch ein einträglicher hebräischer Privatunterricht verbunden ist, wird am 1. Januar 1872 erledigt. Qualificirte Bewerber, wollen sich beim Unterzeichneten Schulvorstande melden. Wronke, den 25. Novbr. 1871. Der Schulvorstand. Elias Lewin. Kallmanu. Mendel.