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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-11-21 · Heft 47 (21.11.1871) · p. Seite 947

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 47 (21.11.1871)
Date
1871-11-21
Page
Seite 947 (sequence 13)
Language
German
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947 dem jüdischen Hospital, welches niederbrannte, hat man die Kranken gerettet. Von den Gotteshäusern sind zwei Synagogen, ein Tempel und ein Veth-ha-Midrasch eiugeäschert. Dieselben hatten inmitten des Feuerreviers gestanden. Die Gemeinden — es gab hier deren 6—7 — sind, da ohne Unterschied deren Mitglieder die herbsten materiellen Verluste erlitten, sammtlich in ihrem Bestände sehr erschüttert. Es geschieht Hierselbst und von auswärts her für die Armen im Allgemeinen alles Mögliche, und für die jüdischen Armen insbesondere bewährt sich wieder die angestammte wohlthätige Theilnahme unter den Juden aller Orte dieses Landes. Die Beamten der Gemeinden, welche im Kreise der Feuersbrunst gewohnt haben, sind an ihrer Habe sehr beschädigt und obdachlos geworden. Nur der Rabbiner der Neformgemeinde Sinai, vr. Chronik, blieb ganz verschont, trotzdem sein Haus von zwei Seiten gefährlich bedroht war. Aus diesem Umstande sind alle umlaufenden entgegengesetzten Gerüchte entstanden, die den vr. Chronik betreffen. In der Nähe seines Hauses wurde dem verheerenden Elemente ein Ziel gesetzt. Es war eine wunderbare Fügung der gütigen Vorsehung, daß vr. Chronik, wie aus jener A m ster d am e r S tei n igu n g vom 14. Juli 1860, unberührt hervorgegangen ist. Da derselbe ohnehin: im Begriff war, wieder nach Berlin heimzukehren, woher er vor ungefähr 6 Jahren nach Chicago berufen worden ist, so sind nur seine Collegen zu bedauern, die gegenwärtig, dem Jeremiah gleich, auf den Trüuuncrn ihrer Gemeinden stehen bleiben müssen. Die meisten unserer Gemeinden werden sich, wenn überhaupt jemals, erst nach Jahren restituiren können. Nur zwei derselben, die „Ziouö- und die Ansche Maarib-Gemeinde'', deren Synagogen außerhalb des Fcuerbercichs standen, vermögen ihr Leben fortzufristen, wenn auch unter den kärglichsten Verhältnissen, weil die Zugehörigen in erschrecklicher Weise an Geschäft und Vermögen geschädigt worden sind. Doch hoffen wir zu Gott, daß die Bevölkerung Chicagos im Allgemeinen und die Judenschafl mit ihr in nicht allzulanger Zeit sich wieder werden erheben können. Die geographische Lage Chicagos, der einstigen „Königin des Westens", als Knotcnpunct von Eisenbahnen und vor Allein der Unternchmungsmuth der Einwohner sind hochzuschätzende Garantien dafür. Nachtrag. Pest, 1. November. tPrivatmitth.) Ich finde in einer der jüngsten Nummern Ihres geschätzten Blattes Auszüge aus dem Volkszählungsberichte, den der Direclor des stäor. statist. Bureau'S, unser Glaubensgenosse Herr Joseph Körösi, vor Kurzem veröffentlicht hat, und erlaube mir diese Auszüge dahin zu berichtigen, daß unsere Pcster GlanbenSbrüder bezüglich ihres Bildungsgrades nicht den letzten, sondern unter sechs Confessionen den vierten Rang einnehmen. Aus demselben Berichte ist aber auch zu ersehen, daß selbst dieses Mißoerhältniß blos dadurch verursacht wird, daß man die nur der hebräischen Schriftzeichen Kundigen als Analphabeti eingetragen hat, wie auch ferner, daß bei den Juden Pests mehr Kinder vorgesunden wurden, als bei irgend einer anderen Confcssion. Ziehen wir die Zahl der Kinder überall ab, so ändert sich sogleich das Lerhältniß. Wir finden nämlich: beiden Juden unter je 10,000) « J - 116i bei den Griechen unter je 10,000 -191 bei dcn Ealvincrn unter je 10,000 - - 128VSr»j? bei den Littheranen unter je 10,000' 129iß-LZ. bei den Katholiken unter ic 10,000} f ff-22oj| §? lieber 10 whrige des werblichen Geschlechts: beiden Juden unter je 10,000 bei den Griechen unter je 10,000 bei den Calvinern unter je 10,000 bei den Luthcraucn unter je 10,000 bei den Katholiken unter je 10,000 5§-2SS^ 5s s. 272k >.2.^0 ~ 431 pg-403 f -466js Vgl. diesbezüglich den erwähnten Bericht. 5t «o Anzeigen. Bekanntmachung. In der Gemeinde Breidenbach (Negierungs-Bezirk Wiesbaden ) ist die Stelle eines Lehrers u. Cantors vacant und soll alsbald wieder besetzt werden. Indem ich bemerke, daß mit dieser Stelle ein jährlicher Gehalt von 200 bis 220 Thlrn., freier Wohnung nebst freiem Brennholz u. auch Nebenverdiensten verbunden ist, werden concurrenzsähige Bewerber aufgefordert, ihre Gesuche unter Anschluß der erforderlichen Zeugnisse alöbald bei mir e'mzureichen bei Vertragsabschluß werden Reisekosten vergütet. Breidenbach (N.-B. Wiesbaden), d. 12. Nov. 1871. Der Vorstand: Joseph Stern.

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