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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-10-10 · Heft 41 (10.10.1871) · p. Seite 826

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 41 (10.10.1871)
Date
1871-10-10
Page
Seite 826 (sequence 10)
Language
German
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Gottesbegriff, die ihm natürliche, anerzogene und durch das Leben befestigte Anschauung von Gott bewahren und an sich in seelischer und sittlicher Beziehung zur That werden lassen, überläßt es aber gern den Philosophen, sich über das dafür passende Wort zu streiten, und das können diese nach Herzenslust thun, da ja eben kein Wort Gott und Göttliches vollständig zu bezeichnen vermag, und jedes Eigenschaftswort etwas Beschränkendes in sich trägt, das der Heiligkeit, d. i. Vollkommenheit Gottes nicht entspricht. Unser innerstes, geistiges Gefühl muß hier dem schwachen Worte nachhelfen und von innen heraus ergänzen, was das äußere Symbol, die Sprache, ermangeln läßt. Ich gestehe Ihnen deshalb gern, daß Ihre kurze Erklärung, die im „Hebrew Leader" vom 1. September stand, für das große Publicum den klarsten und faßlichsten Aufschluß brachte. Ob Herr I)r. Mayer die Aeußerung gethan oder nicht, ist uns für die Sache gleichgültig; wir erkennen den scharfen Gegensatz zwischen Judenthum und Pantheismus, wissen, daß der Ausdruck „persönlicher Gott" nur den Gegensatz zum Pantheismus bezeichnet, also von großem, aber doch nur negativem Wcrthe ist, zu positiver Erkenntniß Gottes aber bei Seite zu lassen sei. Dies sprechen Sie in der betreffenden Stelle Ihrer „Neligionslehre" aus; dies drückten sie mit Schärfe in Ihrer Erklärung aus, und somit konnte Jeder, der nicht vorher schon sich hierüber orientirt batte, genau wissen, um was es sich handelt. Was nun die Veranlassung zu Ihrer Erklärung betrifft, so braucht man nicht weiter darauf einzugehen. Rabb. I)r. Hübsch hat eine lange Antwort gegeben, die sehr ruhig und gemessen gehalten ist, wofür wir ihm Dank wissen, die aber ebenso gewunden oder advocatorisch gefaßt ist, wie seine in dieser Angelegenheit veröffentlichten Auffätze alle. Daß er sich als der Beleidigte hinstellt, der aber nicht in gleicher Weise antworten will, ist eben ganz geschickt, kann aber Niemanden verblenden. Genug, für uns ist die Sache nun entschieden, was freilich auf eine leichtere und des Judcnthums würdigere Weise hätte geschehen können. Es ist und bleibt zu beklagen, daß die jüdischen Theologen unserer Zeit so gewaltige Kampfhähne sind, die sofort mit Feuer und Schwert auf jeden Gegner eindringen und die nicht belehren und bestreiten, sondern sofort vernichten wollen. Wo nur ein Streitobject sich aufthut, fallen die Herren alsbald wüthend darüber her, und ich kann es nicht unterlassen zu bemerken, daß hierin doch wohl noch mehr Lust, sich öffentlich hervorzuthun, als wahrhaftes Interesse für die Sache sich zu verraihen scheint. Mögen diese Herren. doch lieber darnach trachten, durcb gediegene Arbeiten und Wirksamkeit sich positive Verdienste zu erwerben, als ihre Namen stets in heftigen Polemiken glänzen zu lassen. Man könnte sonst Viele fragen, woher sie denn ihre Berechtigung zu maßgebendem Auftreten in streitigen Fällen gezogen hätten? — Daß Herr Dr. Chronik, der Rabbiner an der hiesigen Sinai-Gemeinde war, nach Europa zurückkehrt, ist Ihnen wohl bekannt. Es sind nicht Wenige, die ihn ungern scheiden sehen. Anzeigen. Durch, den Tod ist die Stelle des Rabbiners der hiesigen Gemeinde vacant geworden und soll demnächst wieder besetzt werden. Qualisicirte Bewerber wollen sich adressiren an den Vorstand der Isr. Gemeinde zu Luxemburg. Der Präsident S. Godchaux. Unser bisheriger Lehrer und Cantor scheidet mit dem 1. Januar 1872 aus dem Lehrfache und soll bis dahin dessen Stelle anderweit besetzt werden. Gehalt ohne Nebeneinkünfte 300 Thlr. und kann bei Befähigung zum Unterricht in fremden Sprachen die Stellung sich bedeutend verbessern. Qualisicirte Bewerber belieben sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse zu melden. Vlotho a. d. Weser, den 29. Septbr. 1871. Der Synagogen-Vorstand. Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle, welche mit einem Gehalte von 350 Thlrn. verbunden, ist vacant und soll bis zum 1. April k. I. wieder besetzt werden. Hierauf reflecürende qualisicirte Lehrer wollen sich zeitig bei dem Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde melden. Borgholz, d. 2. October 1871. Der Vorstand. Lehrer-Baeanz. Die hiesige Synagogengemeinde sucht zum sofortigen Antritt emen unverheiratheten Lehrer, der zugleich Chasan und Schochet sein muß. Gehalt fix. 150 Thlr. bei freier Station neben Schächtgebühren und üblichen Nebensporteln. Baldige Meldungen unter Einsendung der Zeugnisse nimmt entgegen der Vorstand _ . m Nathan Leeser. v°J<* a. d. W. lProv. Hannover), im Sept. 1871.

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