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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-10-03 · Heft 40 (3.10.1871) · p. Seite 816

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 40 (3.10.1871)
Date
1871-10-03
Page
Seite 816 (sequence 20)
Language
German
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816 ilorbctcr und Lhc>c. Er war uns sin Hort in finstern Tagen, Er gab uns die Kraft im Dulden und Tragen; Er wird uns weiter dauernd erhalten, Denn ewig besteht Sein heiliges Walten. Lhor und Vwmcindc. Gott regiert ewig, Dein Herr, Zion, für Geschlecht und Geschlecht. Hallelujah! > 0i cd. Aus dunkler Nacht hat Deine Macht Gebahnt uns, Herr, des Lichtes Pfade; Äch schwer und bang war unser Gang, Doch unser Hort war Deine Gnade. Zn dunkler Nacht hast Du gewacht. Wenn Leid und Drangsal uns bedrohten; Wir trugen fort das Gotteswort Die Erd' entlang als treue Boten. Aus dunkler Nacht zu heller Pracht Hast Du die Zeiten, Herr, gestaltet; Ein Zubelchor tön' Dir empor Der gnädig über uns gewaltet. predigt. Psalm 150. Hallelujah. Lobt Gott in seinem Heiligthum, Lobt ihn in seiner Himmelspracht, Lobt ihn in seinem Heldenruhm, Lobt ihn nach seiner großen Macht. Lobt ihn bei der Posaunen Hall, Lobt ihn bei Psalter und Zitherschall, Lobt ihn mit Pauken, lobt ihn mit Neigen, Lobt ihn mit Flöten, lobt ihn mit Geigen. Lobt ihn mit Cymbeln weithin dringend, Lobt ihn mit Cymbeln laut erklingend. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Hallelujah. Vermischtes. nelle Notiz: „Da ein großer Theil des Chorpersonals am Strampfer- Theater jüdischer Confession ist, mußte die Aufführung der Ernst'schen Posse „Der Schwiegersohn vom Herrn Greißler", bis nach den jüdischen Feiertagen verschoben werden und gehen vorher noch zwei einactige Novitäten und zwar die Localposse „Der Hausschlüssel" von Hirthe und „Eine Mordgeschichte", Schwank von A. Sauer in Scene." l Es ist gewiß erfreulich, wenn das Princip der confesfionellen Gleichberechtigung auch auf unseren Bühne:: zur Geltung kommt, aber man sieht, wie gefährlich es für einen Theater - Director ist zu viel Choristen von einer Eonfesfion zu engagiren. Nehmen wir an, die Ausführungen jener Posse wären bereits im Flusse gewesen und die großen jüdischen Feiertage wären trotzdem herangebrochen, so hätte Director Strampfer annonciren müssen: Wegen der hohen jüdischen Feiertage giebt man heute „Eine Mordgeschichte" und „Der Hausschlüssel"; nach den jüdischen Feiertagen kommt der „Schwiegersohn vom Herrn Greißler") Als einen Zusatz zu unseren Artikeln „Ueber die Vergötterung von Menschen" wollen wir hinzufügen, was wir an der betreffenden Stelle zu bemerken übersahen, nämlich, daß die west- und oströmischen Kaiser auch nachdem sie Christen geworden, die Sitte ihrer Apotheose und der für diese bestimmten Anbetungsceremonien aufrecht erhielten. Selbst der Kaiser Theodosius, der den eifrigsten Katholiken spielte, verlangte für seine Bildsäulen die Ehren der Anbetung. Die Kaiserin Eudoxia, Gemahlin des Kaisers Arcadius, ließ diese heidnisch gottesdienstlichen Ceremonien vor ihrer auS Silber gearbeiteten Bilvsäule auf dem Platze vor der Sophienkirche in Constautinopel vollziehen, woran der Erzbischof Chrysostonus, welcher ein Todfeind der Kaiserin war, Aergerniß nahm, woraus dann eine furchtbare Krise entstand, aus welcher schließlich die Kirche doch siegreich hervorging. Dennoch war es erst der Sohn dieses Kaiserpaars, Theodosius II., welcher durch ein Gesetz diejenigen Ceremonien aus Viesen Festen entfernte, welche dem christlichen Gefühle am meisten widersprachen. Zn Schlesien starb vor Kurzem der jüdische Kaufmann Levin Dechuczynsii im Alter von 108 Jahren. Die Zahl der Enkel und Urenkel, die der Mann hinterläßt, erinnert an alttestamentarische Verhältnisse. Die Wiener „Presse" schreibt: Die Directionscanzlei des Strampfer-Theaters versendet folgende origi- Verlag von Daumgärlner's Buchhandlung iu Leipzig. — Druck von dl. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur Dr. H. Lotze.

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