Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1871)
- Date
- 1871-09-19
- Page
- Seite 767 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226798-3226837--29872-3252730- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
767 Neuer Kunst-Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. Kol Nidre (~h: bs> Vorabend deö Vcrsöhnungsfestes im Lager vor Metz am 4. Oktober 1870. Photographie nach Originalzeichnung v. Herm. Junker. Mit Erläuterungen von Dir. I. Blumeustein in Mannheim. Preis: Größe I. fl. 7 — Rthlr. 4, ii. fl. 3. 30 --- Rthlr. 2, III. fl. 1. 48 --Rthlr. 1. IV. fl. 1. 12 20 Sgr. V. 48 kr. ----- 15 Sgr. Jom Kipvur -iir- 21^ (Der Bersöhnunqstaq) vor Metz 1870. Photographie nach Originalzeichnung v. Herm- Junker. Mit Erläuterung von Dr. Lehmann in Mainz. Preis: Größe I. fl. 7 Rthlr. 4, II. fl. 3. 30 Rthlr. 2, III. fl. I. 48 -- Rthlr. 1, IV. fl. 1. 12 20 Sgr., V. 48 kr. ----- 15 Sgr.; Bilder aus dem altjüd. Familienleben. Nach Originalgemälden von Prof. H. Oppenheim. Photographin von J. SCI1AEFER. Mit erläuterndem Text von Dr. Leopold Stein. 1. Der Gevatter erwartet das Kind. 2. Das Scbultragen. 3. Der Segen des Rabbi. 4. Das Verhören. 5. Bar-raizwa Vortrag. 6. Die Trauung. 7. Sabbath- Anfang. S. Freitag Abend. 9. Sabbath-Nachmittag. 10. Sabbbath-Ruhe auf der Gasse. 11. Sabbath-Ausgang. 12. Der Oster-Abend. 13. Das Laubhütten- Fest. 14. Die Rückkehr des Freiwilligen. Preis der ganzen Sammlung: Grösse I. Rthlr. 40. 1b. Rthlr. 28. II. Rthlr. 10. 15. III. Rhtlr. 6. 1% Bei H. Liebermann in Brieg ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Deutscher Volkskalender. Insbesondere zum Gebrauch für Israeliten auf das Jahr 5632 (1872i. Mit literarischen Beiträgen. 8. Preis broch. i 212 Sgr. geb. 15 Sgr. Bei Essmann & Co. in Bad-Oeynhausen ist soeben erschienen: H. Leeser Hülfsbüchlein beim ersten Unterricht im Uebersetzen des Pentateuchs für israelitische Schulen. 1. Abth. hebräischer Text 5 Sgr. 2. Abth. deutscher Text 3 Sgr.; beide Theile zusammen nur 7'2 Sgr. Lehrer, welche sich direct an uns wenden, erhalten Rabatt, sowie Frei-Exempl. für Porto-Auslagen. Tempelgesänge von David Rubin, Cantor und Chordirector im neuen israelitischen Tempel zu Prag, sind durch die Unterzeichnete Firma zu beziehen. Preis 2 Thlr. 25 Sgr. ----- 5 fl. ö. W. M. W. Kaufmann,- Buchhandlung in Leipzig. Zur zweiten Säeularfeier der hiesigen jüdischen Gemeinde ist im Aufträge deS derzeitigen Vorstandes eine „Festschrift" erschienen , welche an die Gemeindemitglieder in zahlreichen Exemplaren versendet wird. Ob diese auf wissenschaftliche Objectivität und historische Unparteilichkeit Anspruch hat, oder ob sie nicht vielmehr den Eindruck eines weitschweifigen Autopanegyrikons macht, dieS zu öeurtheilen will ich den Kritikern überlasten. — Für meinen Theil möchte ich mich nur auf's Entschiedenste gegen einen Satz verwahren, mit welchem daS Buch sich abschließt, in dem die Tendenz deS Ganzen zu gipfeln scheint, aus dem Grunde, weil dieses leicht die öffentliche Meinung irre führen könnte. Auf Seite 207 der letzten des Buches ergeht sich nämlich der Autor in Jubelhymnen auf die Gegenwart, als deren Glanzpunct er — die Rabbinerwahl der Gemeinde betrachtet. Es entschlüpft ihm hierbei folgende, geflügelte Bemerkung: „Zwar hatten sich von der Zeit an, daß der Vorstand mit der Durchführung fortschreitender Ideen Ernst machte, kleinere Gruppen gebildet, die Loötrennung von der Gemeinde anstrebten und besondere gottesdienstliche Versammlungen unter eigenen Rabbinern einrichteten." . . . Nun aber ist der obligate Festhistorigraph der Gemeinde über diese, kleineren Gruppen unter welchen Collectivnamen derselbe die Zweiggemeinden versteht, die er vornehm ignvrirt, zum Mindesten schlecht unterrichtet. .Es befindet sich beispielsweise unter diesen „kleineren Gruppen" die Gemeinde Schochare Hattob, welche niemals die Lostrennung von der factischen Gemeinde vollführte noch anstrebte, vollständig frei von religiösen Parteitendenzcn und Oppositionsgelüsten lediglich im Principe der Humanität wurzelt und der F ö r d e r u n g des G u - ten, wie es der durch die Mendelssohn'sche Schule klassische Name der Gemeinde bezeichnet. Die Schochare- Ilattod-Gemeinde hat ausschließlich nur die von ihrer im Statut präzisirten Humanitären Tendenz bedingte Institution und Repräsentation des Cultus und des religiösen Lebens und war schon constituirt und zur Blüthe gelangt, ehe noch an den Ernst „fortschreitender Ideen" in der jüdischen Gemeinde zu denken war. Wenn aber eine Gemeinschaft, in deren Gotteshause sich das ganze Jahr hindurch Tausende von Andächtigen erbauen, die viele hundert Mitglieder zählt, und die hervorragen sten Männer an ihrer Spitze und in ihrer Mitte begrüßt, den Namen einer „kleineren Gruppe" verdient, so steht wahrhaftig diese „Gruppe", obschon sie zum Beispiel für die Beseitigung biblischer Ehegesetze nicht sonderlich schwärmt, dem Geineindevvrsiande an Bildung und „fortschreitenden Ideen" nicht nach, wird aber zu der jhr gebührenden Nangstellung erst dann gelangen, wenn wir Seitens der Negierung erlangen, was Recht und Gewistensfreiheit erheischen, und was mit Ausnahme einzelner büreaukratifcher Gemeindevorstände alle Israeliten Preußens einmüthig wünschen: die Aufhebung des Judengesetzes von 1847. . vr. 8. Nascher, Berlin, 8. Sept. 1871. Rabbiner.