Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1871)
- Date
- 1871-09-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226798-3226837--29856-3252714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
35. Jahrgang. Allgemeine JW 38. Ein II unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HeranSgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 19. September 1871. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 Lis 2*/a Bogen. Preis dcS Jahrgangs I Thlr. Halbjährig 2 Thlr. vierteljährig 1 Tblr. Inserat: werden mit t >/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Hanpt-ZeitungS-Bureau unterzogen. Für den Jahrgang 1871—1872 ersuchen wir die Autoren belletristischer Arbeiten auf jüdischem Gebiete mit uns in Unterhandlung zu treten, und können wir ihnen sehr günstige Bedillgungen osferiren. Das Institut z. Förderung d. Israel. Literatur. I. A. Dr. Philippson in Bonn. Inhalt. Leitende Artikel r Zum Jom Kippur. — Die Berget^ terung (Apotheose) von Menschen. II. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Ans dem Elsas;, Bonn, Stuttgart. — O csterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — Donauf ü r st e n t h ü m c t: Bukarest. Feuilleton - Beilage: Das Leben einer gcsallcncn Spccillantcngröße. — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, 10. September. Zum Jom Kippur. Des Jom Kippur, welchem in der Thora die tiefste religiöse Bedeutung und die Bezeichnung als höchster Sabbath beigelegt wird , erwähnen die übrigen Bücher der h. Schrift nicht.*- Desto nachdrücklicher in seiner *) Die erhabene Rede Jesaias 58 über das Fasten, welche als Haphthora am Jom Kippur verlesen wird, ganzen Würde und Wichtigkeit tritt er uns mit dem Beginne der Mifchnischen Zeit entgegen und wird, wie uns eine Beschreibung aus der Zeit vor der zweiten Zerstörung Jerusalems von einem Römer darthut, mit der größten Innigkeit und dem höchsten ceremoniellen Glanze gefeiert. Seitdem ist er fort und fort ein Angelpunct des ganzen Judenthums geblieben, da er mit dem wichtigsten innerlichen Momente der Religion, der Sündenvergebung und Versöhnung mit Gott, das eindringlichste, ain schärfsten ausgeprägte Ceremoniel verbindet. Frühbezieht sich auf jeden Fasttag. In der Aufzählung der Fasten bei Secharjah 8, 10 bezieht sich „daS Fasten deS siebenten Mondes" auf den zu Gedaljah am 3. Tischri, nicht ans Jom Kippur, da der Prophet nur die auf den Untergang Jerusalems und des Tempels institnirten Fasttage bespricht. Am nrerkwürdigsten ist in dem zweiten Theile Ezechiels, welcher Vorschriften.über den wiederherzusteüenden Tempel enthält, Vorschriften, die, wie wir in unserem Commentar, sowie in einem besonderen Aufsatze dargethan, bedeutende Abweichungen vom mosaischen Gesetze bringen, daß Rosck haschanal) und Jom Kippur auf den 1. und 7. Tag des 1. Monats, nämlich-Nissan (wie V. 2! erweist), verlegt werden (45, 18—20).