Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 30 (25.7.1871)
- Date
- 1871-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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33. Jahrgang. Allgemeine JiS* 30. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. 'Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 25. Juli 1871. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstag«, in 2 bis 2>Bogen. Preis de« Jahrgang« 4 Thlr. Halbjährig ‘2 Thlr. Äicrtcljährig l Tblr. Inserat' werden mit l>/- Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter unb ZcitungS-Expcditioncn nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedi:ion für beide Letztere hat sich das König!. Stichs. Haupt-ZcitungS-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Verschiedenes. — Bericht über die zweite Synode. II. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Wolfenbüttel, Paderborn. Aus dem Herzogthmn Meiningen. — Oesterr eichisch-ungarische Monarchie: Ans Oesterreich. — Großbritannien: London. — Italien: Bonn. — Rußland: Petersburg. — Amerika: New-S)ork. Feuilleton-Beilage: Aus und nieder. II. Leitende Artikel. Bonn, 16. Juli. Verschiedenes. Wir haben aus dem Hebr. Leader einen Bericht über die jüngste Rabbiner- und Cantorenversammlurig in Cincinnati und den Protest des Dr. Iastrow gegen Äußerungen, die in derselben gefallen sind, gebracht. Seitdem sind in Amerika noch mehrere und heftigere Proteste, z. B. in „the Jew. Times" erschienen, [a ein mit mehreren Unterschriften versehener, der noch zu weitern Unterschriften aussorderl, wurde dem Hebr. Leader zugesandt, der ihn mit Recht bei Seite legte, um nicht eine völlig zwecklose Agitation ms Werk zu setzen. Denn der Urheber jener Aeußerungen selbst verleugnet jetzt dieselben und behauptet, sie nur hypothetisch gemacht zu haben. Ob dies wahr ist oder nicht, kann uns im Allgemeinen gleich sein. Wegen der dabei betheiligten Personen, Redner und Zuhörer soll es uns freuen, wenn cs sich so verhalten hat. Wie es sich voraussetzen läßt, giebt dies nun gewissen Leuten Beranlasiung, ihr altes Geschrei gegen Rabbinerversammlungen, Conferenzen, Synoden , kurz gegen jede Vereinbarung zur Besprechung jüdisch-religiöser Angelegenheiten zu erneuern, sie zu verdammen, oder wenigstens als schädlich zu tadeln. ES könnte auch immerhin sein, daß dieser Vorgang, sowie der Umstand, daß auch aus einer anderen amerik. Rabbinerversammlung ein öffentlich geführter Streit zwischen den Mitgliedern hervorgegangen war, dem Zustandekommen weiterer derartiger Versammlungen in Amerika für die nächste Zeit hindernd entgegentrilt. Umsomehr scheint cs uns am Platze, einige Worte hierüber auszusprechen. Irgend ein vorgekommener Mißbrauch darf niemals über den Werth einer Sache entscheiden. Die Berichtigung bleibt doch niemals aus, und unsere Zeit ist nicht danach angethan, irgend einen begangenen Fehler mit Stillschweigen zu übergehen. Wir geben zu, daß die aus den Rabbinerversammlungen hervorgegangenen Resultate den Erwartungen nicht entsprachen, welche man von der einen Seite gehegt hatte, aber ebensowenig den Befürchtungen , welche man von der anderen Seite und zwar mit so großer Heftigkeit kundgegeben. Zum Theil liegt dies in der Natur solcher Versammlungen selbst, in welchen die DiScussion weit über das nöthige Maaß hinauszugehen pstegt und nicht selten die streitige Frage verworrener zurückbleibt, als sie vorher gewesen. Ein anderer Grund liegt aber in Momenten, welche wir.