Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1871)
- Date
- 1871-07-11
- Page
- Seite 564 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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564 Soeben erschien: Öi-iimmum, Pr. I., Berliner Kalender für jüdische Gemeinden auf 5k,32 vom u». Sept. isti — 2. Oc:br. 1872. Heransgcgeben aus dessen Nachlaß. Preis 5 Sgr. Dieser weitverbreitete Kalender erstbeint dieses Mal in licrlicffcrtcr tysiograsthischcr und redactioneller Ausgäbe und sei hiermit'bestens empfohlen. Berlin, Dorotbeenstr. 2tdotf (gohit, Verlag u. Älntiguariat. Tempelgesänge von David Rubin, (5hordirectorß im neuen iSr. Tempel zu Pia^, welche gleich bei ihrem Erstbeinen die Aufmerksamkeit bedeutender Fachmänner wie Ild. 2lmhroS, k. k. Professor an der Universität zu Prag, auf sich lenkten und eine weite VerbicUung gesunden haben, sind durch die Unterzeichnete Firma zu beziehen. Preis des Werkes 5 fl. ö. W. -- 2 Thlr. 25 Sgr. J. W. Pascheies, __Buchhandlung in Prag. Gladenbach, k>. Juli 1S71. Welchen Eindruck die in der Thal sehr einfältige letzte Annonce des Lehrers Levor in der Allg. Zeit, des Judenth. auf feden billig denkenden 'Menschen gemacht hat, das geht am schlagendsten ans einem uns zur Verfügung gestellten Schreiben eines unserer früheren Lehrer, Herrn Strauß in Saarlouis, hervor. Dasselbe lautet: Saarlouis, 2. Juli 187k. „Mit Besrenrden habe ich von dem Auftreten des Herrn Levor gegenüber der isr. Gemeinde Gladenbach Kenulnist genommen u. eineu gegenseitigen heftigen Zwiespalt beider Parteien aus den Annoncen der A. Z. d. I. entnommen. Ich war 3 Jahre in Gladenbach von 1S(>3 bis l 8lii; als Lehrer u. Vorsänger u. kann ich nicht anders sagen, als dass zwischen der Gemeinde u. mir jederzeit recht befriedigende und angenehme Beziehungen bestanden haben, die vielleicht noch bestehen würden, wenn nicht einem Engagement nach Worms a Nh. s. Z. Folge gegeben hätte. Die Gemeinde Gladenbach ist als Gemeinde eine solche, die man achten muss. Sie legt hohen Werth ans gute gewissenhafte Erziehung der Jugend, sowo! innerhalb der begrenzten Zahl der Schulstunden, als auch durch Weiterbildung nach denselben; sie legt recht viel Werth auf einen würdigen Gottesdienst und die Erhaltung des denselben veredelnden Gemeindegesanges. Sie legt ferner Werth, und das in nicht geringem Maste, aus die allgem. persönliche Haltung des Lehrers, die durchaus keine zugeknöpfte zu sein braucht, ans seinen Umgang und die Art und Weise, wie derselbe über seine freie Zeigt verfügt. Anderseits hat der Lehrer nicht Ursache, mit dem mit der Stelle verbundenen Gehalts sowie dem durch Privatunterricht zu erzielenden Nebenverdienst unzufrieden zu sein; die schlichte einfache Lebensweise alldorten wirkt ebenfalls auf die Kasse des Lehrers nicht unvorthcilhaft zurück und schließt die Möglichkeit zur Erwerbung von Ersparnissen durchaus nicht aus. Ob sich seit meinem 'Wegsein diese Verhältnisse wesentlich anders gestaltet haben, vermag ick zwar nicht zu behaupten, möchte eS aber bezweifeln. Die letzte Annonce des p. Levor, die nach meiner Ansicht keines gebildeten Mannes überhaupt, am wenigsten aber eines gebildeten Lehrers würdig ist, hat mich bestimmt, der Gemeinde Gladenbach diese Mittbeilung zur Verfügung zu stellen. I. Strauß, Cantor." Dieses uns freiwillig zur Disposition gestellte Zeugnist des Herrn Strauß liefert die beste Illustration für das Gebühren Levors u. die frivole Art und Weise, wie dieser Mensch, anstatt sich hübsch ruhig zu verhalten, uns zum Streite provocirt hat; wir dürfen daher angesichts dieser Doeumeutatiou uns darauf beschränken, die in. der letzten Annonce Levors enthaltenen schmutzigen Ausdrücke einfach zurückzmveisen, wünschend, daß die isr. Gemeinde Walsrode vor solch' bittren Erfahrungen, wie wir sie an diesem Ehrenmanne gemacht haben, bewahrt bleiben möge. Der Vorstand der israel. Gemeinde. Wer sich mit Vermittelung von Ehen beschäftigt, beliebe seine Adresse unter A. B. in der Expedition dieser Zeitung uiederzulegen. HerrathS-Gesuch. Ein junger Mann, von fast 28 Jahren, Israelit, aus achtbarer Familie, der ein angemessenes Vermögen zu erwarten hat, sucht, um sich selbstständig machen zu - können, die Bekanntschaft eines liebenswürdigen Mädchens mit Vermögen. Die besten Referenzen, hinsichtlich seiner mercantilischen Fähigkeiten, Charakters, stehen ihm zu Gebote. Vertrauensvolle, gef. Offerten werden unter >1. 8. ji 1)0 durch die Exp. d. Bl. entgegengefehen und strengste Dißcretion auf Ehrenwort zugesichert. Vemerkrmg. Auf mehrfache Anfragen und zu allfeitiger Beruhigung bemerken wir, was wir schon aus Paris berichtet haben, daß der vom franz. Kriegsgerichte zum Tode vcrurthcilte Crömien, einender Führer im Marsciller 'Aufstand, nichts mit Herrn Ad. (5römieur, dem Präsidenten fccr Alliance israel. naiv, gemein hat als die Achnlichkcit des Namens. Die Nedaction. Verlag von Banmgärtuer's Buchhandlung in Leipzig. - Drnck von I. B Hirschfeld. Verantwortlicher Ncdactcur vr. H. Lotze. Hierzu Feuilleton-Beilage Nr. 28. «***&*>