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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-07-04 · Heft 27 (4.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 27 (4.7.1871)
Date
1871-07-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ein J\f 27. All g c.^ eine 38. Jahrgang. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 4. Juli 1871. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags ln 2 bis 2>/r Bogen. Preis betz Jahrgangs i THIr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig t Tblr. Znscrat: werden mit 1 V2 Ngr. für die Pelitzeile oder^-cen Raum berechnet. 2llle Buchhanb^rngcn, Postänücr und Zeitung?-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedilion -ffir beide Letztere hat sich daS König!. Sächs. Haupt-Zcitungö-Burcan unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die Lehre des Judentums von der göttlichen Vergeltung. VII. — Die jüdisch-theologische Facultät zu Wien. ZeitmrgSnachrichlenr Deutschland: Berlin, Leipzig. Bad Ems, Stallupönen, Bonn. — Oesterreichischuugarische Monarchie: Wien, Krakau. — Frankreich: Paris. —, Rumänien: Bukarest. Fe»illeton-.Beklager Salomon Stciuhard. — Der Commaudanl Frauchetti. — Aus dem Elsas;. — Vermischtes. — Notizen. Leitende Artikel. Bonn, 25. Juni. Die Lehre des Zudenthnms von der göttlichen Vergeltung. VII.*) Philo, der Alexandriner. Wenn sich, wie wir gesehen, die Apokryphen unmittelbar an die heil. Schrift, besonders an die Ansichten der Hagiographen lehnten, so treten wir bei dem jüdischalexandrinischcn Religionsphilosophen Philo auf ein anderes Gebiet. Man pflegt von den Neligionsphilosophen zu sagen, daß sie die Theologie und die Philosophie mit *) S. Jahrg. 1870 Nr. 50 und 52. Jahrg. 1871 Nr. 1. 3. 4. 7. - einander zu versöhnen und auszugleichen streben. Wir lassen dies von Mainionides gellen, weniger von Philo, den es vielmehr drängte, auf dein Boden der Schrift zu philosophiren. Er geht also keineswegs von dem Bewußtsein eines Zwiespaltes zwischen seiner confessionellen Religionslchre und der Philosophie aus, sondern beid? sind ihrn völlig identisch. Um dies zu verstehen, muß man sich klar machen, welche Verschiedenheit der Gesichtspuncte oder der Ausgangspuncte in Philo vorhanden war, ohne daß er eben einen Anstoß daran nahm. Philo stellte kein philosophisches System auf, daS er consequent und systematisch aufgebant hätte. Vielmehr sind seine Werke nichts als eine fortlaufende Exegcse zur h. Schrift, er greift eine besondere Partie der letztern heraus und behandelt dieselbe exegetisch, zieht hierbei nach Befinden auch die entlegensten Stellen der Schrift heran, um sie in seiner Weise zu deuten. Diese Weise ist die möglich freieste in der Behandlung des Gedankenstosfes, den er in den Worten der Schrift findet und meist in sie h'mcinzwängt, dagegen die engste, indem er sich an das Wort, ja an die Form des Wortes hält, um weitgehende Gedanken darin ausgedrückt zu suchen. Ohne der Kenntniß des Originals völlig baar zu sein, steht er doch fast ganz auf der Übertragung der Septuaginta, und nimmt keinen Anstand, in dein von dieser gewählten Worte, wie wenn es Original wäre, die Anknüpfung für seine Erklärung zu suchen.*) *) Diese Bemerkungen bewahrheitet zu finden, ist i auch dem, der die Werke Philo'S nicht in Händen hat,

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