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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-06-27 · Heft 26 (27.6.1871) · p. Seite 521

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 26 (27.6.1871)
Date
1871-06-27
Page
Seite 521 (sequence 13)
Language
German
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521 Lceser in Lübbeke hatte der Eonferenz einen weiteren Druckbogen seines Werkchens „für den ersten Unterricht im Hebräischen" zur Beurtheilung eingesandt. Die Versammlung fand ihr schon früher abgegebenes günstiges Urtheil über die Brauchbarkeit des Werkchens nur bestätigt. Dasselbe erhält einen etwas größeren Umfang als anfänglich beabsichtigt war, wodurch der Preis sich etwas höher stellt, was übrigens der Einführung keilten Abbruch thun wird. Wieder tauchte die Frage auf, „ob die deutsche Bibel ganz oder im Auszuge den Elementarfchü ler n in die Hände zu geben sei," und wieder sprach sich die Eonferenz mit Berufung auf die namhaftesten pädagogischen.Autoritäten gegen die Einführung der ganzen und für einen guten Auszug aus, da doch bekanntlich die Bibel viele Stellen enthält, die für das jugendliche Alter entweder unverständlich oder anstößig sind.. Der Bonner Gemeindevorstand, namentlich der Präses desselben, Herr Banquier Goldschmidt, so wie noch mehrere hochgeachtete Gemeindemitglieder hatten die freundschaftlichsten Gesinnungen gegen die Eonferenz im Ganzen durch den Empfang , wie gegen die einzelnen Lehrer durch die zuvorkommendste Bewirthung in den Familien bethätigt und noch zum Schlüsse die Versammlung auf den Abend zu einer „Bowle" in dem herrlichen Kley'schen Garten eingeladen, für welche Beweise der Liebe wir den betreffenden Herren unseren wärmsten Dank hiermit wiederholen. In dem schönen Gartensaale fand sich denn auch Abends eine zahlreiche Gesellschaft ein, die in heiterster, durch viele geist- und witzreiche Toaste belebten Stimmung bis in später Stunde beisammenblieb und sich dann trennte mit der Hoffnung eines frohen Wiedersehens ü bers Jahr in N e u ß. Nachtrag. Berlin, 18. Juni. (Privatmitth.) Am heutigen Vormittag fand der Dankesgottesdienst in allen Gotteshäusern unserer Stadt in feierlicher Weise statt. Ter Magistrat und die Stadtverordneten wohnten demselben in der alten städtischen Pfarrkirche zu St. Nicolai bei, die anderen Gemcindebeamten in den Kirchen ihrer Pfarren auf besonderen Plätzen, die jüdischen Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung und Gemeindebeamten ebenso in den Synagogen. Bei dem Einzuge sam 16. waren dem jüdischen Seminar und der damit verbundenen Knabenschule Plätze auf den städtischen Tribünen neben den anderen Seminaren, Gymnasien und Realschulen angewiesen. So macht sich im Leben die Gleichstellung überall Bahn und zwar für die Juden nicht blos als Bürger, sondern auch als Religionsgenossen. A u; e i gen. Vakanzen. In unserer Gemeinde sind folgende Stellen zu besetzen: 1) Die Stelle eines Rabbiners und Predigers. Derselbe muß streng jüdisch religiös, talmudifch durchgebildet, im Besitze einer nrr-iin mnn sein und eine vollendete akademische Ausbildung Nachweisen können. Gehalt pro;umo 700 Thlr. und steht bei dem hierorts am 1. October e. zu eröffnenden Gymnasium für Ertheilung des jüd. Religionsunterrichts von demselben ein Nebeneinkommen von 120 Thlrn. in Aussicht. Antritt zum 1. October c. oder womöglich schon zu den hohen Festtagen. Meldungszeit bis zum 20. Juli c. 2) Die Stelle eines ersten Cantors und Schächters. Derselbe muß streng jüdisch religiös und musicrlisch gebildet sein. Fixirt 550 Thlr. pro rinno. Antritt und Meldungszeit wie oben. 3) Die Stelle eines zweiten Schächters u. Cantors. Derselbe muß streng jüdisch religiös, guter nbcn und fct-np sein. Gehalt 350 Thlr. pro anno. Meldungszeit 1. Juli c. Antritt sofort. Reslectanten wollen ihre Zeugnisse unter Beifügung eines kurzgefaßten Lebenölaufs an den Unterzeichneten Vorstand einsenden. Kattowitz, den 16. Juni 1871. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. __Schalscha._ Die israelitische Lehrer-, Schächteru. Vorbeter-Stelle dahier wird zum bevorstehenden Seman vacant. Gehalt 140 bis 150 Thlr. inclusive Schächtgeld, bei freier Station. Reslectanten wollen sich baldigst franco an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Hagenow in Mecklbg-Schwerin, d. Juni 1871. _ Julius Simon. Die Stelle eines Lehrers und Cantors bei der hiesigen isr. Gemeinde soll spätestens zum ersten Januar 1872 besetzt werden. Fijes Gehalt 300 Thlr., Nebeneinkünfte circa 200 Thlr. Befähigung zum Schächten in Notfällen ist erwünscht. Bewerber wollen ihre Zeugniffe einsenden an Landesrabbiner Dr. Herxlieimer. Bernburg, 22. Juni 1871.

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