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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-06-06 · Heft 23 (6.6.1871) · p. Seite 461

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 23 (6.6.1871)
Date
1871-06-06
Page
Seite 461 (sequence 13)
Language
German
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461 Eben deshalb läßt das Werk kalt, und bei wunderschöner Sprache erklimmt es eine Höhe, auf welche ihm nicht viele Leser folgen werden, da wohl viel Innigkeit, aber wenig poetische Wärme und Unmittelbarkeit in dem Drama herrschen. Vielleicht werde ich auf dieses wichtige literarische Product nochmals zurückkommen. 2(ftctt und Afrika. Bonn, im Mai. <Privatmitth.> Die Söhne Israels finden sich überall! Wohin der Forscher kömmt, um neue Ländergebiete der menschlichen Kenntnis; zu erschließen, da stößt er auf Juden! Es ist bekannt, wie eifrig die Russen in Mittelasien vorwärts gehen, und welch bedeutende Fortschritte sie in den letzten zehn Jahren dort gemacht haben. So haben sie auch neuerdings das turkestanische Khanat Scheriseb, südlich von Samarkand, im Westen von Buchara, mit seinen vier Festungen erobert. Als sie das für uneinnehmbar gehaltene Kitab bezwangen und die 70,000 kriegerischen Bewohner des ganzen Landes sich unterwarfen, da fanden sie auch viele Juden unter ihnen, die in den Städten besondere Quartiere bewohnen. Die Bewohner Scherisebs, meist sunnitische Muhammedaner, trieben, wie die meisten Turkomanen, das Räuberhandwerk im ausgedehntesten Maße, überfielen sogar im Sommer 1870 die russische Kosaken- und Grenzstation, so daß der russische General Abramow im August sich genöthigt sah, sie dafür zu züchtigen und am 14. August die Hauptfcstung Kitab zu stürmen, wo er eben die Juden vorfand. Auch in Afrika sind die Juden erfolgreich bis Timbuktu vorgedrungen. Seitdem Heinrich Barth unter großer Lebensgefahr sieben Monate lang 1853—54 sich alldorr aufgehalten, ist es keinem Europäer gelungen diese Stadt wieder zu erreichen. Jetzt erfahren wir durch Beaumier, den französischen Consul in Mogador (Bulletin de la Soc. de Geograph, de Paris 1870, S. 345), daß in Timbuktu eine kleine Colonie marokkanischer Juden entstanden ist, und daß ein Mitglied derselben, der Rabbi Mardochai, genauen Bericht über die Zustände daselbst während der letzten zehn Jahre abgestattet hat. (Wir werden hieraus noch einmal zurückkommen. Redaction.) Nachtrag. Berlin, 20. Mai. Bis heute sind zur zweiten Synode folgende Anmeldungen eingelaufen: 1 Dr. Adler in Cassel. 2 Gemeinde *) Leipzig. 3 Gumplowicz in Krakau. 4 Klingenstein in Ober- Ingelheim. 5 Dr. Hochstädter in Ems. 6 Dr. Wiener in Oppeln. 7 I)r. Loew in Szegcdin. 8 Dr. Grünebaum in Landau. 9 Seligsberg, Rabbiner in Tellheim. 10 Dr. Brüll in Frankfurt am Main. 11 Dr. Adolph Brüll. 12 Dr. Fürst in Bayreuth. 13 Gemeinde*) Nürnberg. 14 Gemeinde*) München. 15 Dr. Wechsler in Oldenburg. 16 Gemeinde Lcobschütz (Dr. Holländer). 17 Dr. Szant" in Wien. 18 Dr. Goldschmidt in Leipzig. 19 Gemeinde Wien I. Ritter v. Wertheimer und 20 Dr. Engel. 21 Die Gemeinde Berlin Secr. Wertheim, 22 Prof. Lazarus, 23 Dr. Aub, 24 Dr. Geiger. 25 Gemeinde*) Augsburg. *) Zahl und Namen der Vertreter sind noch nicht genannt. A n j e i g e n. Lehrerstetle-Bacanz. Seit dem 1. d. M. ist die Lehreru. Vorbeterstelle dahier vacant. Fixer Gehalt 400 fl., freie Wohnung, Holz und vollständiges Bett; auch sind Aussichten auf nicht unbedeutende Nebeneinkünft vorhanden. Reflectanten wollen sich beim Unterzeichneten Vorstand unter Beifügung ihrer Atteste und Angabe ihrer bisherigen Wirksamkeit melden. Gladenbach in Oberhessen, d. 18. Mai 1871. Der Vorstand: Simon Bauer. In unserem Synagogen-Chor sollen zwei Bassisten mit jährlichen Gehalte von 200 Thlrn. das ist 180 S.-Rubel für jeden, nebst einem Zimmer zur freien Bewohnung für Beide, angeftellt werden. Außer dem Gehalte giebt cs auch Nebeneinkommen. Junge Leute mit tiefer Baßstimme und einiger musikalischer Wissenschaft, welche die Gelegenheit zur ferneren Ausbildung im Gesänge benutzen wollen, mögen sich an unseren Obercantor Herrn Jacob L. Weiß in Warschau schriftlich melden und Zeugnisse beilegen. Warschau, den 19. Mai 1871. ' Das Tsmite der Synagoaen-Gemeinde an der Darnlowiczowöka-Straße.

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