Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1871)
- Date
- 1871-06-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226798-3226822--29537-3252380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
35, Jahrgang. Allgemeine JW 23. eitung des MdenthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HeranSzeg eben.von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 6. Juni 1871. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis ->'/2 Dogen. Preis des Jahrgangs \ Thlr. Halbjährig i Thlr. vierteljährig 1 Thlr. Ottserar? werden mit > 1.2 Ngr. für die Petitzcile oder deren Mauin berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS Expeditionen nehmen Beste!-' lungcu an; der Haupt-Expedilion für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitnngs-Bnreau unterzogen. 3 ii I) a U Leitende Artikel: Der deutsch-israelit. Gemeindebund.— Bericht über die Versammlung von Mitgliedern der deutschidraelir. Gemeinden die Gründung eines Gemeindcbuudes betreffend, abgehalren am 20. April 1571 während der Osterinessc in der Synagoge zu Leipzig. — Die Soldaten jüdischer Religion in den deutschen Heeren. — Literar. Wochenbericht: Oeynhausen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Paderborn, Minden, Gießen, Aus der Prov. Posen, Ans der Mark Brandenburg, ZüUichau. — O cster r cichi s ch - Ungar. M o u a r ch i e: Wien, Pest, Brunn. — Italien: Aus Oberitalien. — Asien und Afrika: Bonn. —Nachtrag: Berlin. Feuilleton-Beilage: Das Iudendors in Sibirien. (Fortsetzung). — Ans den Zeiten des jüngsten Krieges. — Eine wahre Geschichte. — Curiosum. Leitende Artikel. Bonn, 25. Mai. Der deutsch-israelitische Gemcindebuno. In mehreren öffentlichen Blättern lasen wir die Notiz, daß während der verflossenen Ostermesse in Leipzig wieder eine Versammlung von Vertretern jüdischer Gemeinden stattgesunden, deren Zweck die Bildung jenes Verbandes jüdischer Gemeinden in Deutschlanv betraf, welcher auf dem, neben der ersten Synode im Sommer 1869 abgehaltenen Gemeindetag berathen worden ist. Das bez. Comitö, den ersten Vorsteher der Leipziger Gemeinde, Herrn M. Kohner, an der Spitze, von welchem jener Gemeindetag zusammenberufen und der Ge danke des Gemeindebundes ausgegangen war, berichtete, daß bis jetzt 59 Gemeinden ihren Beitritt erklärt haben, daß also die Zahl von 100 Gemeinden, welche nach dem vom Gemeindetage beschlossenen Statute, zur Constituirung des Verbandes als erforderlich festgestellt worden, noch um 41 zurück ist. Dies neben der Notiz, daß bei der Versammlung beantragt wurde, Berlin zum Vororte zu machen, dieser Antrag aber verworfen ward, ist Alles, was wir erfuhren. Wir theilten dies in d. Bl. nicht mit, weil wir voraussetzten, daß wir wie bisher einen arsführlichen Originalbericht erhalten würden. Da dies bis jetzt nicht geschehen, diese ganze Angelegenheit aber uns sehr am Herzen liegt, gestatten wir uns, aus Grund dieser Mittheilung der Zeitungen, im Folgenden über die Sache uns auszusprechen. In der Versammlung des Gemeindetages, welcher wir als Mitglied desselben anwohnten, beantragten wir, statt 100 Gemeinden mit 2000 Thlrn. Beiträgen 50 Gemeinden mit etwa 1000 Thlrn. Beiträgen zur Constituirung des Verbandes festzusetzen. Unsere Gründe waren einfach: 1) daß man ein solches Werk auch mit kleinerem Anfänge beginnen müsse, weil man nicht voraussetzen könne, daß der Gedanke sofort allgemein zünde und, wenn er seine Lebensfähigkeit erwiesen, das bereits constituirte Institut eine schnelle Ausbreitung gewinnen werde, und weil 2) es hierbei ja weniger auf die Zahl als auf die Bedeutung der Gemeinden, die sich dem Verbände anschlöffen, ankäme. In der That, wenn Gemeinden wie Berlin, Breslau, Königsberg, Hamburg, Magdeburg u. s. w. zu einem. Verbände zusammentreten, wie soll es da von einer Anzahl kleiner und kleinster Gemeinden abhängen, einen Verband zu schließen? Zehn solcher Gemeinden können 100,000 Seelen repräsentiren,