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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-05-16 · Heft 20 (16.5.1871) · p. Seite 401

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 20 (16.5.1871)
Date
1871-05-16
Page
Seite 401 (sequence 13)
Language
German
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r 401 die Abschwächung oder gar Verleugnung seiner Liebe zum Vaterlande nachzuweisen. Die Vaterlandsliebe ist ja ein viel zu tiefes, heiliges Gefühl, als daß es von dem größeren oder geringeren Maaße der bereits erlangten Rechte abhängig wäre! Die Vaterlandsliebe ist ja zu sehr mit allen Fasern des menschlichen Seins verwachsen, als daß sie unter der zweifelsüchtigen Erwägung litte oder dieselbe überhaupt gar in der Stunde der Gefahr des Vaterlandes in sich aufkouunen ließe; wir meinen die Erwägung: „Wird mir auch wohl, nachdem ich für das Vaterland Gut und Blut freudig geopfert, diejenige staatliche Anerkennung zu Theil werden, auf die ich als Mensch und als Staatsbürger das vollste unbestreitbarste Anrecht habe?" — Doch wir hoffen und vertrauen zuversichtlich, daß wie alle übrigen Prophezeiungen der Feinde Deutschlands, so auch speciell diese, welche die staatsbürgerliche Stellung der Juden in Deutschland betrifst, zu Schanden werden wird; wir hoffen und vertrauen, daß das deutsche Volk im Frieden sich des deutschen Volkes im Kriege würdig zeigen und den Rest-mittelalterlicher Borurtheile und Beschränkungen gegenüber einem gleichberechtigten Bestaudtheil der deutschen Nation, dessen Patriotismus in der Zeit der Gefahr des Vaterlandes und Angesichts eines hundertfältigen martervollen Todes hinter dem der anderen gewiß nicht zurückgeblieben, nunmehr bis aus die Wurzel ausmärzen wird! Tann wird, vor der sittlichen Größe unseres Vater lande s, der blinde Haß und der freche Hohn der Feinde Deutschlands sicherlich verstummen, verstummen ntüssen! A »; e i gen. Offene Bitte an Landes-Ncrbbiner und Gemeinden. Seit October 1870 ohne Stelle und mir bis heute durch keine Meldung wieder eine verschaffen können, ungeachtet dessen ich im Besitze vorzüglicher Zeugnisse und guter Kenntnisse bin, u. da die Herren Rabbiner in den großen Pallästen wie Ungerleider u. der fromme Rabbi Hildesheimer einen gebildeten Lehrer nicht einmal in die Stube hineinlassen, sondern auf dem Korridor schon mit den Worten abfertigen, was wollen sie, ich habe keine Minute Zeit, wiewohl auf der Klingel steht: Sprechstunde von 11—12, so bitte ich öffentlich die Herren Landes- Rabbiner und Gemeinden mir eine gute gute Stelle zu geben. Ich bin ReligionSlehrcr ssnvo guter «np Vra u. Vorbeter. Sämmtliche Zeugnisse frei zur Einsicht. Insel W oll in. W. Hermann. Die hiesige jüdische Lehrerstelle ist bei einem Gehalte von 170 Thlrn., u. 20 Thlr. Wohnungsentschädigung u. 25 Thlr. Lergütigung für hebräischen Unterricht, sofort zu besetzen. Rakwitz (R.-Bez. Posen). _Der Schulvorstand.__ Am 15. Juli d. I. wird die Lehrer- und Cantorstelle in hiesiger Gemeinde vacant, das Gehalt ist auf 35V Thlr. nebst freier Wohnung, (im neuerbauten Schulhause mit Garten), festgesetzt. Die Schule wird von nur etwa 20 Kindern besucht. Der Antritt kann nöthigenfalls per 1. September erfolgen. Reflectanten wollen sich beim Unterzeichneten Vorstand unter Beifügung ihrer Atteste und Angabe ihrer bisherigen Wirksamkeit rc. melden. Peckelsheim, den 1. Mai 1871. Der Borstand der Shuagogen-Gemeinde. _I. Hcin-berg._ Vom 1. October 1871 wird die Stelle eines Cultus- Beamten bei der hiesigen Synagogen-Gemeinde mit einem sixirten Gehalte von 250 Thlrn. jährlich und Neben- Revenüen, die ca. 150 Thlr. betragen, vacant. Bewerber wollen sich bis zum 15. Juni c. bei dein Unterzeichneten Vorstande melden. ' Rastenburg, den 1. Mai 1871. Der Vorstand der Shuagogen-Gemeinde. Die Stelle eines Vorbeters, Schächters und zweiten ReligionslehrerS in hiesiger Gemeinde, ist zum 1. Octbr. d. I. zu besetzen. Es wird gewünscht, daß der Anzustellende unverheirathet sei. Gehalt 200 Thlr. Pr. Cour, nebst nicht unerheblichen Schechitagebühren rc. Strelitz, den 28. April 1871. Der israelitische Gemeinde-Vorstand: Di'. Ährensdorf. 6 o a c u r s. Bei der iör. CulluSgemeinde zu Agram (Hauptstadt Kroatiens) ist die Cantorstelle, welche mit dem Jahresgehalte von 1200 Gulden Oest. Währ, nebst Naturalwohnung votirt ist, zu besetzen. Bewerber, welche eine kräftige sonore Stimme und gründliche musikalische Kenntnisse besitzen, zugleich auch nach alter Gesangsweife befriedigend vorzutragm verstehen, wollen ihre Gesuche an den Gemeinde-Vorstand übersenden. Agram, im April 1871. Am 1. August er. wird die hiesige Cantor- und Schächterstelle, mit welcher ein jährl. Einkommen von circa 300 ^hlrn. verbunden ist, vacant. DaS Borlesen aus der Thora gehört zu seiner Function. Reisekosten werden nicht erstattet. Mur. Goslin, den 20. April 1871. Der Corporationö-Vorstand: S. Englaender.

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