Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1871)
- Date
- 1871-05-02
- Page
- Seite 368 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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368 mit dem Worte Gottes, und möge Gott ihm durch stetes Wohlergehen vergelten, was er eben für uns gethan. M. Wolfsohn, M. Pinner, Unterofficier Gefreiter im 3. Posenschen Inf. - Reg. Nr. 58. Karlsbad, 20. April. In ver Correspondenz aus Prag der Feuilleton-Beilage zu Nr. 15 d. Bl. geschieht des in der Beilage zu Nr. 13 aus Karlsbad erzählten Vorfalls und der in Folge besten gefaßten Resolution mit dem Bemerken Erwähnung , daß das Vorgehen des Rabbiners wie der Gemeinde zu bedauern sei. Der aus der Prager „Wahrheit" fälschlich berichtete und irregeleitete Herr Correspondent kennt aber den Thatbestand so wenig, daß er als Grund des Austrittes bei dem Betreffenden die Höhe der Cultußsteuer anführt, während notorisch unbefriedigter Ehrgeiz und persönliche Gehässigkeit die Triebfedern des Entschlusses waren. Die dem Herrn Correspondenten schwierige Ungleichartigkeit von Anfang und Ende der Resolution h ln Baba K.imma muß mit N. Papa sdas. 27a.1 durch hajenu kad-hajenu clialulh erledigt werden: Der „Hymnus auf die Gewistensfreiheit" ist eben mit der „Ehrloserklärung" vollständig vereinbar, denn diese letztere gilt Jenem, der die erstere verletzt. Wieso das „Mittel" der öffentlichen Urtheilsäußerung hierüber „dem Geiste des Iudenthums" widerspreche, welches kein Delict mehr perhorrescirt als den überzeugungßwidrigen Austritt aus der Religionsgenostenschaft: -osn -jo ib-hb — die „clafsische" Bezeichnung des „Confessionslosen", nicht etwa -nii-o Convertit, baptizatus, Dönp*'2N,v73 hareiicns*) — wird weniger aus eben diesem Geiste des Judenthums erhellen. als aus dem Geiste der Tadelsucht gegen alles, was nicht nach der Schablone der denkträgen Zeitungsweisheit geformt ist. Wir streben nicht darnach, unsere Heerde „in frommer Zucht und demüthigem Gehorsam" zu erhalten, aber das sie umschließende Gehege vor den Einristen und Durchbrüchen der Gemeinheit zu beschützen, halten wir für unsere Sache. Der Fall aus Lundenburg beweist gar nichts gegen uns, einmal, weil es nicht jedem Confessionslosen so „bange" werden dürfte, daß er alsbald wieder zurückkehren wird, und dann, weil es sich überhaupt nicht darum handelt, die Ausgetretenen wieder zur Heerde zurückzuführen, als vielmehr darum, zu verhüten, daß Keiner aus nicht zu rechtfertigenden Motiven aus der *} HillelL' Mapim Aböt 2,4, wozu RHZ. Durau; Barajta Taan. lla; hillclit. Bar. au8 VtO R. ha-sh. 17a; OnkcloS u. Mechilta (?) zu Exod. 12, 43; Maimon. Buße 4, 2. Glaubensgenoffenschaft ausreiße. Wir haben deshalb ausdrücklich erklärt, unserer Manifestation keine rückwirkende, auf das Vergangene sich erstreckende Kraft beizumeffen, sondern sie als eine nothgedrungene Präservativ- Maßregel anzusehen. Wollen wir ja doch alle die Freiheit der Gewissen, aber nicht deren Knechtung unter die Gewalt böser Triebe! Unsere Erklärung ist eine echt liberale, nur hat sie den Fehler, auch etwas Ueberzeugungstreue und Ehrlichkeit mit ihrem Liberalismus zn verbinden, was denn freilich für eine „Wahrheit" oder „Berl. Börsen-Ztg." Grund genug ist, dieselbe zu beschimpfen. Dr. I. H. Oppenheim, Prediger. DasGedeukbuch an den deutsch-französischen Krieg von 1870—71 für die deutschen Israeliten.' Der deöfallsige Prospectus hat an so vielen Orten Anklang und Förderung gefunden, daß in diesen Tagen der Druck desselben beginnt. Wir ersuchen daher diejenigen, welche noch auf dasselbe subscribiren wollen, uns dies recht bald rnitzutheilen, damit die Auflage groß genug veranstaltet werde, um die eingehenden Bestellungen zu befriedigen. Zugleich ersuchen wir um Zusendung aller den Gegenstand betreffenden Notizen, wie über Auszeichnungen, Verwundungen und Todesfälle, soweit sie uns noch nicht zugekommen sind, besonders auch um die Verzeichnisse der Soldaten jüdischer Religion aus den Orten, von welchen sie uns noch nicht übermittelt worden. Die Redactivn. Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Wir können nunmehr den Freunden und Förderren des Institutes mittheilen, daß in diesen Tagen der Druck der diesjährigen Schriften, d. i. des 16. Jahrgangs, begonnen hat. Möge dieses Friedenswerk unter dem Segen des Wiedererworbenen, eines langandauernden Friedens gedeihen und in gewohnter Kraft und Wirksamkeit weithin seinen Fortgang nehmen! Wir machen unter diesen Schriften besonders auch auf den dies Mal zu liefernden ersten Theil von Munk's Palästina in der ausführlichen und gründlichen Überarbeitung des Professor Dr. A. M. Levy in Breslau aufmerksam. Verlag von Baumgärtner'S Buchbandlung in Leipzig. — Druck von 3. 33. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur IJ>r. H. Kotze.