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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-04-25 · Heft 17 (25.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 17 (25.4.1871)
Date
1871-04-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JW 17 ZZ.JllhrglMg. Allgemeine Ein mm rlnparteiisthes Organ für alles jüdische Interesse. HcrauSgegeben von Ifabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. ♦ Leipzig, den 25. April 1871. Diese Zeitung crsibeuit wöiöcutlilf, einmal Dienstags, in 2 bis 2>/2 Bogen. Preis dcS Jahrgang- 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig t Thlr. Inserat - werden mit IV- 2tgr. für die Pctitzcilc oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expcdilionen nehmen Bestellungen an; der Haupl Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. leitende Artikel: Ein Brief ans der neuen Welt. — Referate über die der ersten iör. Synode \n Leipzig überreichten Anträge. IV. — Die Soldaten jüd. Religion in den deutschen Heeren. — Liter ar. Wochenbericht: Bonn, C*r. Bccskcrck. Zeitttttgsnachrichtett: Deutschland: Berlin, Aus der Provinz Posen, Memel, Königsberg. — Ocstercichischn n g a r i f ch e M o n a r ch i e: Wien, Pest, Lemberg. — Donaufürftcnthünier: Bukarest. — Schweden: Rorrköping. — Rußland: Petersburg, Odessa. Aenilletott-Beilage: Napoleon I., die Juden und die österreichische Polizei. (Schluß). — Corrcspondcn;. — Vermischtes. Leitende Artikel. Lin Lrief uns der neuen Welt. San Francisco, Ende März. Ich bin nun bis an die Küste des stillen Oceans gelangt und habe glücklich die Pacisic-Eisenbahn nberstanden. Einige Monate studirte ich den Osten Amerikas und glaube den Westen in einem geringeren Zeiträume genügend kennen gelernt zu haben. Es ist daher wohl an der Zeit, mein Versprechen zu erfüllen und Ihnen zu schreiben. Sie forderten keine Statistik des nordamerikanischen Judenthums von mir, weil ich einem solchen Verlangen nicht hätte genügen können; die Zahl der Gemeinden und Synagogen, der Logen und Hospitäler, die Namen der Prediger und Lehrer, womöglich auch die ungefähre Schätzung der Nachkommen Abrahams an den verschiedenen Plätzen, die ich besuchte, dies Alles wollen Sie von mir nicht wissen, weil ich m der That keinen Sinn dafür habe und kein Interesse dafür besitze. Komme ich nach einem Orte, so suche ich am nächsten Sabbath die oder eine daselbst befindliche Synagoge auf, um meine Andacht zu verrichten, um mich auch in der weitsten Entfernung von der Heimath in der heimathlichen Atmosphäre meiner Religion und Abstammung zu fühlen. Bin ich daselbst zu Ende oder habe ich den Ort verlassen, so habe ich schon vergessen, vb ick in der alten Weise mit ineinen orthodoxen Brüdern oder mit Orgel und Chor mit den Reformern gebetet habe; mir ist das Beten die Hauptsache; viel weniger steht es in meiner Erinnerung, ob es ein großes oder ein kleines Gebäude, im byzantinischen, maurischen oder gar keinem Stile erbaut, mit bunten Farben, Gold und Flittern ausgeschmückt oder einfach getüncht war. Das ungewisse Bild verschwimmt und erblaßt mir sehr schnell, wie sollte nach Monden noch ich Rechenschaft davon geben können? Mir ist nur eine Synagoge tief in die Seele geprägt — das ist die, in welche ich als Knäblein an der Hand meines Großvaters ging, in welcher ich Jahr für Jahr, zuerst mit großen Aengsten, dann leicht und schnell, aber immer mit bewegtem Herzen das Kaddisch um meinen Vater gesprochen, in welcher ich Bar-Mizwa und dann im Verein mit meinen Altersgenossen consirmirt wurde. Welch ein großes Gewölbe, welche Raumgröße von der Thüre, von welcher man einige'Stufen hinunterstieg bis zur h. Lade, zu

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