Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1871)
- Date
- 1871-04-04
- Page
- Seite 281 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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281 der westrussischen Provinzen,die, verarmt, nicht im Stande sind, eine so große Anzahl von Bewohnern zu ernähren, die zur Fristung ihres kümmerlichen Lebens lediglich auf den Kleinhandel und die niederen Handwerke angewiesen sind! Alle Polizeimaßregeln, alle Schulen werden, unseres Erachtens, so lange nur sehr wenig helfen, als der größte Theil der jüdischen Bevölkerung in solch' schreckenerregender Armuth lebt, welche die Mutter aller jener physischen, materiellen und sittlichen Nebel ist, an denen die große jüdische Masse in Polen krankt. Dieser Armuth kann aber, worauf in d. Bl. schon oft hingewicsen worden, nur durch Auswanderung*) wirksam abgeholfen werden. Möge die Regierung dieser brennendsten aller Fragen ihre wohlwollende und energische Fürsorge baldmöglichst zuwenden! An den lebhaftesten Sympathien, an der regsten Theilnahme des In- und Auslandes wird es ihr gewiß hierbei nicht fehlen, ganz abgesehen davon, welch' unabsehbarer Nutzen dem Staate aus der glücklichen Lösung dieser Frage erwachsen wird! Von der Weichsel, 26. März. (Privatmitth.) Wie man vernimmt, haben einige hervorragende Warschauer Israeliten bei dem k. Statthalter, Herrn Grafen Berg, in Betreff des zweiten Theits des § 5 des jüngst erstoffenen Gesetzes über die Kleidung der polnischen Juden Vorstellungen gemacht, und da dieser seine Befürwortung zugesagt, unterliegt es' wohl keinem Zweifel, daß die gedachte Bestimmung eine Abänderung erfährt. Als kleinere Notizen melde ich Ihnen, daß der belgische Consul in Warschau, H. Epstein,^ als General - Consul des gedachten Staates vom Kaiser bestätigt worden ist. — Der außerordentliche Professor an der kaiserlichen Universität in St. Petersburg, Staatsrath Ehwolson ist zum ordentlichen Professor daselbst ernannt worden. — Der Collegial-Assessor Trachteuberg, Obersecretärgehilfe im Criminal-Eassationödepartement des regierenden Senats (die höchste russische Behörde), ist zum Dbersecretär des gedachten Departements ernannt worden. *) Hauptsächlich wohl in das noch wenig bevölkerte, menschlicher Thätigkeit und Betriebsamkeit noch sehr bedürftige Innere von Rußland. Eorrcsp. A » z e t gen. Lehrerstelle. Die Elementarlehrer stelle der hies. Synagogen-Gemeinde ist durch den Tod des Herrn Lehrers Rosenberg vacant geworden. Die rascheste Besetzung derselben wird gewünscht. — Gehalt des Lehrers beträgt außer freier Dienstwohnung, bestehend aus 7 Pieren, einige Morgen Grundstücken, Entschädigung für. HeizungSmaterial und nicht unbedeutende Accidentien, 300 Thlr. Qualificirte Bewerber, wollen recht bald ihre Meldungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten gelangen lassen. Büren in Westphalen, d. 28. März 1871. Der Vorstand der Shnagogen-Gemeinde. Vend. Sternau. Die Santorstelle an unserer Gemeinde ist vacant. Musikalisch gebildete Cantoren, welche auch die Befähigung haben, an unserer Gemeindeschule 10—12 Stunden wöchentlich zu unterrichten, wollen ihre Meldungen unter Beifügung von Zeugnissen dem Unterzeichneten Vorstande baldigst einsenden. Gehalt jährlich 600 Thlr. Thorn, den 21. März 1871. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. In unserer Gemeinde wird zum 18. Mai a. c. die Cantor-, Schächteru. Religionslehrerstelle vacant. Gehalt 250 bis 300 Thlr. und freier Wohnung. Rebeneinkommen ca. 150 Thlr. Geeignete Bewerber wollen sich sofort unter Einreichung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten wenden. Die zu einem Probevortrage eingeladenen, erhalten Reisekosten vergütet. Zastrow, den 23. März 1871. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. An der hiesigen israel. Gemeindeschule ist die zweite Lehrerstelle mit einem geprüften Lehrer sofort zu besetzen. Außer der Tüchtigkeit in den Elementarfächern,, ist auch Tüchtigkeit im Hebräischen, sowie streng moralischer und jüdisch religiöser Wandel erforderlich. Die Fähigkeit als Thoravorleser («-np) zu fungiren, ist wünschenswerth aber nicht Bedingung. Gehalt 300 bis 400 Thlr. Reflectirende wollen ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand einsenden. Bei persönlichem Erscheinen werden Reisekosten nicht erstattet. Sohra u (Oberschlesien), im März 1871. _Der Vorstand._ Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zum 1. Mai d. I. einen unverheiratheten -zin, t:nrj und Neligionslehrer. Gehalt 380 Thlr. Dänisch, oder 285 Thlr. Pr. ohne Nebeneinkünfte. Neflectanten wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse wenden an den israelitischen Gemeindevorstand in Friedericia (Dänemark», im März 1871.