Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1871)
- Date
- 1871-02-14
- Page
- Seite 148 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Festung, von einer syro-macedonischen Armee gehalten und von einem asiatischen Hofe regiert. Denn der Tetrarch von Galiläa, wenn er auch noch in der Synagoge fast, an dem Schema theilnahm und zu den Tempelsesten hiuanfgiug, wurde kamn für einen bilden gehalten. Boas aber allen seinen vergehen, die er sich in den An gen des Pharisäers zu Schulden kommen liest, die >irone auffcPte, war die (Gottlosigkeit, dast er zur Schmückung deS goldenen Hanfes ionische Künstler verwandte. „Du sollst dir kein 3)ill>mf; machen," sagte daS Gefeh, und mancher Jude, der sonst keine Tugend seiner Bäter mehr hatte, hielt noch immer fest an dem mosaischen Spott über marmorne und eherne Götter. Diesen uralten Spott über Göhenbilder liest der Pharisäer an jenen Löwen, Kentauren, R'ympben und Faunen aus. in welchen die Bildhauer von Antiochia und Alexandria die LieblingSgestallen ihrer sinnst fanden. Dem Galiläer, der keinen Menschen Herr nannte, waren alle solche Bilder zum (Sfel, und weder der Aelteste in Jerusalem noch der Bauer am See tonnte es entschuldigen, dast diese heidnischen Greuel im goldenen Haufe erschienen. Die Uliiflc bei Jerusalem. Die Wüste beginnt an den Thoren Hebrons und Jerusalems, erstreckt sich jenseits und unterhalb dieser Städte nach Süden und Westen und bedeckt die Vergabhänge Juda's vom Gipfel des hohen Tafellandes von stcamah und dem Oelberg bis hinab zu dem Brunnen Elisa's und den Lüsten des Todten Meeres. Es ist ein Landstrich, der ungefähr die Größe und Gestalt von Sufsex hat, nicht eine reine Oede von sengendem Sand, das ganze Jahr ohne Kräuter und Wasser, wie die Wüsten El Arisch und Gizeh, sondern nur eine dürre, menschenleere Gegend, in der die Brunnen selten, die Bäume niedrig und verkümmert, die Wadis voller Steine anstatt Wasser und die Höhlen von Leoparden und Wölfen bewohnt sind. Sie enthält keine Stadt, nicht einmal ein Dorf. Sie hat keine Straste, keinen Khan. Der Fuchs, der Geier, die Hyäne streichen in der einsamen Oede umher. Aber selbst in der Wüste ist die Natur nicht so schrecklich wie der Mensch. Hier und da, in Spalten und Becken und an den Hügelwänden, Stufe auf Stufe, bemerken Sie ein Stück Getreide, eine Gruppe Oelbänme, eine einzelne Palme; aber die Menschen, die daö Getreide sähen, die Früchte abschütteln, sind nirgends zu sehen. Sie wagen nicht, aus den Grundstücken, die sie mit ihrem rohen Pflug ausreisten, oder aus welchen sie ohne landwirthschastliche Pflege die Oelbänme wachsen sehen., sich dauernd auszuhalten. Sie eilen fort nach den Weilern und Wachthürmen auf den Berggipfeln, um dort Schuh zu finden: nach Maon, Tekoa, Bethlehem und Bethanien; den die Taämra - Beduinen machen sich als Herren des Bodens geltend, und das Ruchgras und wilde Kräuterwerk locken die Avauan von El Belka, dem alten Ammon, in diese steinigen Gegenden. Nein syrischer Bauer wagt seine Hütte auf Land zu bauen, über daö ein Beduine sein Zelt ausbreitet. In der 'Wüste Juda sind die Kinder Esau's noch immer daß, was sie vor Alters waren, die Einzigen, die noch Scheikö und Könige geblieben sind. Genien. Mnthig dringe hinein in die Hallen der hehren Geschichte: Willst Du begreifen den Braun, kenn' ihn als Jüngling, als Kind. Aber verliere Dich nicht in Geschichte und nichts alö Geschichte: Siehst daun, Gelehrter, den Mann todt und begraben schon seht. Greife kräftig hinein, mein Sohn, in das sluthende Veben, Hat Dir gnädig verlieh'» Gott die gestaltende Kraft. Ach, die Einen erschaun im Judenthum, todteö Gestein nur, Ohne kreisendes Blut, ohne klopfendes Herz. Aber den Anderen ist's nur wie Thon oder Wachs in den Händen, Das zu kneten beliebt frei nach dem eigenen Sinn. sJiein, nicht Wachs — der bedarf in der Hand der erweichenden Wärme — Aber die eisige Faust formt den befeuchteten Thon. Doch auch der Dritten sind viel, die als milchende Kuh es betrachten, Ist das Enter nur voll, wird die Weide gelobt. Ehrenämter, wie schön und werth sich darum zu bewerben, Steh ich Hunderten daun oder gar Tausenden vor. Aber die Sache ist mir gteichgiltig unt> ohne Bedeutung, Und mit den Mühen um sie bleibet vom Halse mir fort! Verlag von Baumgartners Duchkrandlung in Leipzig. — Druck von Z. D. Hirschfeld. Verantwortlicher Nedacteur Dr. H, Lohe.