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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-01-24 · Heft 4 (24.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 4 (24.1.1871)
Date
1871-01-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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35. Jahrgang, Allgemeine _JW 4. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgcgeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 24. Januar 1871. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einm al. Dienstags, in 2 bis 2_i/j'«Ä*: Inserat'- werden mit” 1 '/r NgrV für die ' Prtitzcilc ober “beren.^aum bcrcchnct. __Alle Buchhandlungen/ Postämter und ZeitungS. Expeditionen nehmen Bcstel- Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Lureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Deutschland und Oesterreich. — Die Soldaten jüdischer Religion in den deutschen Heeren. — Vom Institute;nr Förderung der israelitischen Literatur. — Die Lehre dcö Judenthums von der göttlichen Vergeltung. V. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Leipzig, Rendsburg (Schleswig-Holstein), Schopsloch (Bayern). — Frankreich: Paris. Feuilleton-Beilage: Der taube Soldat. lFortsctznng). — Der Jude „Shylock auf den Brettern. — Curiosa. Leitende Artikel. Bonn, 15. Januar. Neirjschland und Oesterreich. Durch bereits veröffentlichte Depeschen der beiden Reichskanzler ist es bekannt geworden, daß von den beiden Kabinetten Schritte gethan sind, um ein dauerndes freundschaftliches Verhaltniß, um eine engere Verbindung zwischen dem nunmehrigen deutschen Reiche und der österreichisch-ungarischen Monarchie herzustellen. Jedermann, dem das Wohl beider Staaten von zusammen mehr als 70 Millionen Menschen, ja dem das Wohl des ganzen WelttheilS am Herzen liegt, wird dieses Ereigniß freudig begrüßen. Ein fester Anschluß in ihren politischen Zielen und Jntereffen, sowie eine vielfache Verbindung in allen materiellen Verhältnissen zwischen diesen beiden Staaten, welche das eigentliche Mitteleuropa, das Herz der europäischen Gesellschaft ausmachen, beveutet wirklich den Frieden, den sie, wenn vereint, gegen den Westen wie gegen den Osten aufrecht erhalten können. Deshalb wird in Deutschland diese jüngste Kundgebung der deutschen Politik mit freudiger.Zustimmung ausgenommen, und sicherlich bleibt ein solcher Beifall auch im österreichischen Kaiserstaate nicht aus. Wir sind deffen bis auf einen geringen Bruchtheil von den gesammten Deutschen Oesterreichs gewiß, und ebenso wenig werden die Magyaren sich vor der Einsicht verschließen, wie durch diese Vereinigung ihrer Politik mit der deutschen ihre eigne Sicherheit und Unabhängigkeit gewinnt. Leider läßt sich dies von den slavischen Stammen dieses Staates nicht erwarten. Ezechen, Polen und Südslaven haben sich allzusehr gewöhnt und aufgestachelt, in den Deutschen Feinde ihrer Rationalität zu sehen, sie zu Haffen und zu bekämpfen, als daß ihnen die Entente cordialc des Staates mit Deutschland, die Stärkung der Monarchie und des deutschen Elements in ihr durch jene nicht ein Dorn im Auge sein sollte. Freilich, wenn sie nicht durck Leidenschaft verblendet wären, müßten sie erkennen, daß sie gerade jetzt an dem Puncte angelangt sind, wo sie ihren Frieden mit dem Deutschrhmn am ehesten schließen können, um sich die nachdrücklichsten Garantien für die gerechten Forderungen ihrer Nationalitäten zu sichern, jetzt, wo man immerhin einen hohen Werth auf eine friedliche Verständigung mit ihnen legen wird. Denn was könnte ihr Erfolg schließlich sein, wenn sie sich immer tiefer in den Kampf einwühlen und eine dem Deutschthum feindliche Superiorität mit fac-

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