Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1871)
- Date
- 1871-01-17
- Page
- Seite 49 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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49 Mittheilungen über die Zahl der aus ihrer Mitte im Heere dienenden Soldaten jüdischer Religion uns zuzusenden. Es wird dadurch ein nach mancherlei Seiten hin nützliches Material zur rechten Zeit gesammelt. Die Tabellen, die wir bis jetzt erhalten haben, zeigen ein sehr günstiges Ergebniß für Die Kriegstüchtigkeit und den Patriotismus der Juden in Deutschland. Es versteht sich, daß wir das Material, sobald es sich nur irgend der Vollständigkeit nähert, für die Oeffentlichkeit ausführlich verarbeiten werden. Bonn, 9. Januar. (Privatmitth.) Als einen uns mitgetheilten Beweis echt patriotischer Gesinnung berichten wir aus dem naheliegenden Städtchen Siegburg: vr. Levison, der als Arzt bei dem hiesigen Reservelazareth angestellt ist, hat auf seinen Gehalt l monatlich 60 Thaler) zu Gunsten der National -Jnvalideustiftung verzichtet. Pleschen, 2. Januar. lPrivatmitth.) Auf Ihre Anfrage in Betreff der jüdischen Mitglieder der Schuldcputationen theile ich Ihnen nachträglich mit, daß die Königliche Regierung zu Posen cs versucht hatte, die beiden in den hiesigen Vorstand der vereinigten deutschjüdischen Schule gewählten jüdischen Mitglieder zu verdrängen und den Vorstand der Schule angewiesen harte, fortan anstatt, wie dies früher geschehen: „der Vorstand der deutsch-jüdischen Schule", „der evangelische Schulvorstand" zu zeichnen. Wiederholte von dem hiesigen Eorporationsvorstandc und der Gemeinde bei denr Oberpräsidenten und schließlich bei dem Eultusminister angebrachte Remonstrationen und Beschwerden haben indeß das erfreuliche Resultat herbeigcführt, daß die K. Regierung auf die Entscheidung des Eultnsministcrs das in Abschrift anliegende Rescript erlassen hat, wonach fortan zwei Mitglieder jüdischer Eonfession im Schulvorstande hier zu fungiren haben und der Schulvorstand „der Vorstand der „deutschen Schule" zu zeichnen hat. In der hier aus 9 Mitgliedern bestehenden Schuldeputation fungiren aber auch 3 Mitglieder jüdischer Eonfession und im Vorstande der hiesigen Töchterschule ein jüdisches Mitglied. Von den jüdischen Soldaten aus hiesiger Gemeinde hat der Dragoner Nathan Jacob für besondere Auszeichnung im Kriege das eiserne Kreuz II. Elaste erhalten. Das Nescript der königl. Regierung lautet: Posen, den 6. April 1870. Auf die unterm 21. November v. I. an den Hrn. Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten gerichtete Beschwerde, das Verhältnis der jüdischen Hausväter zu der dortigen evangelischen Schule resp. deren Vertretung in dem Schulvorstande betreffend, eröffnen wir dem Vorstande, daß Se. Excellen; des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts-. und Medicinalangelegenheiten unserem Bortrage zufolge gestattet hat und hiermit im Anschluß an unsere Verfügung vorn 26. Mai pr. Nr. 2216/09. I a, Inhalts welcher die erfolgte Wahl eines jüdischen Hausvaters als Mitglied des Vorstandes der dortigen evangelischen Schule bestätigt worden ist, nunmehr auch von uns genehmigt wird, daß die jüdischen Hausväter daselbst in dem qu. Schulvorstande durch zwei Mitglieder jüdischen Bekenntnisses in Zukunft vertreten sein sollen. Ebenso wollen nur in Genehmigung des zur Verhandlung vorn 23. März pr. gestellten Antrages genehmigen, daß die evangelische Schule daselbst fortan den Namen „Deutsche Bürgerschule in Pteschen" führe, und daß hiernach auch die Bezeichnung „Vorstand der evangelischen Schule in Pteschen" wegfalle. Den dortigen Magistrat haben wir beauftragt, wegen Ausführung nuferer Verfügung das Weitere zu veranlassen. Königliche Negierung Abtheilung für Kirchen und Schulwesen. gez. v. Bünting. An den Vorstand der jüd. Corporation zu 1357. H a. Pteschen. Aus Westphnlen, -1. Januar, lPrivatmitth.) Im Verfolg meiner Eorrespondenz gestatten Sie mir, eine kleine Gemeinde namhaft zu machen, welche sich durch ihre humanen Handlungen auszeichnet und größeren zum Vorbilde dienen könnte. Schon vor einigen Jahren hat die Gemeinde Neuenkirchen (Reg. Minden) ihrem Lehrer Kramer ohne dessen Antrag 30 Thaler, und jetzt wieder -10 Thaler jährliche Gehaltserhöhung bewilligt. Außerdem hat sie ansehnliche Un- 3