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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-01-10 · Heft 2 (10.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 2 (10.1.1871)
Date
1871-01-10
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Allgemeine Feuilleton-Leilage \\\ Nr. 2. Leipzig, den lü> Januar 1871. Alls dem heiligen Lande. Der aus einem ganz anderen Gebiete bekannte englische Schriftsteller, nämlich durch seine Werke „Tie Seelen - bläute" (über die preußischen Mucker>, und „Neu-Amevifa", Herr William Hepwo rth Dixon hat eine Reise durch Palästina gemacht und dieselbe auch beschrieben. Das Werk muß nach dem Geschmacke der Engländer gewesen sein, denn es hat bereits \ Auslagen erlebt , und nach der lebten erschien soeben eine deutsche Uebersepung von Herrn I. E. A. Martin in Jena, «Eosteuoble, 1d7>>>. Wir werden unS kritisch an einer anderen Stelle darüber äußern. Bei sonstigen Mängeln kann man nicht verkennen, daß H. Di;on sehr lebhaft mit wenigen Zügen zu schildern versteht, und wir werden daher dann und wann einige kleine Auszüge bringen. Bon Jassa nach Jerusalem über die Ebene Saron hinweg beschreibt er die Pilgerzüge. „Wenn man an Beil Dejan vorüber ist, wird das Land frei; die Gärten und Eiusriediguugen hören auf; die rahm-uelken-farbige Sandwüfte bleibt hinter uns zurück; große Heerden Schaase und Ziegen, Büffel und KameUe durchstreifen die Ebene. Wir kommen an keine Brunnen mehr. Schaareu fremder Menschen gehen zu Fuße nach Jerusalem hinauf; arme Juden aus Posen und Tanger, christliche Pilger aus Trebisoude oder La Plata, wilde Moslemen aus dem Puujab und dem Sudan; denn Jerusalem ist fast allen Menschenkindern ein heiliger Ort. Ter Jude geht nack Zion hinauf, um in der Stadt seiner Bäter zu sterben und sich mit dein Staube der Patriarchen und Seher zu vermischen; der Ehrist, um den Stein der Erlösung zu küsieu und seine Kerze an dem heiligen Feuer anzuzüuden; der Moslein. um den Sitz des Gerichts anzustarren und unter der .Kuppel des Felsen sein Gebet zu verrichten. Sie sind gekommen, diese armen wilden Menschen, auS allen Winkeln des Erdballes, gekommen in Hunger und Durst, durch Frost und Hitze; sie bringen weder Beutel noch Tasche, weder Esten noch Trinken mit. Sie sind die echten Pilger. Sie wandern in der Hitze deS Tages, sie schlafen des Nachts unter den Sternen. Durch die einsamen Wüsten, die Getreweländcr und die Dattelgcgendm ziehen sie unermüdlich ihres WegeS, bitten im Namen GotteS hier um ein wenig schwarzes Brod, dort um eine Weintraube oder einen Mundvoll Linsen, oder löschen ihren Durst auS der Duelle am Wege. Wenige dieser Menschen können von der Sprache der Eingeborenen ein Wort sprechen. - In der Gruppe, durch die wir jetzt in der Nähe von Ramleh reiten, sind Menschen tropischer Race, ein Cingalesej ein Jlanun, zwei oder drei Malaien; in der letzten Gruppe ans der Straße war ein Neger auS Zanzibar." Ueber Modin. den Ursprungsort der Hasmonäer iMakkabäer«, wo man jüngst die Grabmonumente der makkabäischeu Helden wieder anfgefunden haben will, und wohin der Berf. in einem Nachtritte sich begab, schreibt er: „Auf den Hügeln vorn bricht eben der Tag an; ein matter erster Tännnersckein röthet den Horizont, als wir uns dem Hügel nähern, aus welchem einst Modin, der Geburtsort der Makkabäer, stand, und auf welchem jetzt Latrnn, Ladroue, die Räuberhöhle, steht. Dieser Hügel — ein Erdwall unter den großen Bergen, ein Hügel auf der wagerechten Ebene — beherrscht den Bab el Wady — daS Thor des Thales — auf dieser Seite den Haupteingang in das Gebirge Judäa's, so daß die Natur ihn für iminer entweder zu einem Vertheidigungswerk oder zu einem Aufenthaltsort für Diebe gemacht hat. Er ist wirklich abwechselnd Beides gewesen. Der neue Name Latrün, der den alten Namen Modin vollständig verdrängt hat, kommt von Disma her, dem bußfertigen Diebe, der, wie man sagt, gerade auf dieser Straße sein Banditenwesen getrieben nnd im Bab el Wady Kaufleuten aufgelauert hat. Hier verbarg er sich hinter den Felsen, siel über die Unbewaffneten her, beraubte sie der Waarcn und nahm ihnen zuweilen das Leben. Nach einem Sprach- und Bolksgebrauch mußte ein solcher Held fast mit Gewißheit dem Orte, in welchem er lebte, seinen Namen geben. Aus Modin wurde Latrnn, . wie aus Bethanien El Azariyeh wurde, und wie aus dem später unter dem Namen Kuryet el Enab, Nebendorf, bekannten Kiriath-Jearim in unserer Zeit Abu Gosch geworden ist. Aber der Reiz, der Menschen zu diesem Steinhaufen, diesem Gewirr von Strauchern und Dornen, zieht, kommt nicht von Disma und seinen Msselhateii her. Er entspringt aus der Heldensage der Makkabäer — der letzten

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