Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1866)
- Date
- 1866-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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30. Jahrgang. Allg e M ein e M S1. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerausgegeLen.von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 18. Dezember 1866. Anzeige. Mit Januar 1867 beginnt die „Mg. Zeitung des Judenthums" ihr viertes Jahrzehend, ihren 31. Jahrgang. Wie es das stete Bestreben der Redaktion war, der Bestimmung dieser Zeitschrift durch echt religiösen Geist, unermüdlichen Eifer, die Vereinigung guter Kräfte, Ausbreitung ihrer Verbindungen und die Beachtung aller Zeitbedürfnisse zu genügen: so blieb ihr auch die Zuneigung des Publikums durch allen Wechsel dieser langen Zeit getreu. Mit dem Beginne des neuen Jahrgangs soll das bisher getrennt erschienene „Jüdische Volksblatt" mit dieser Zeitung als deren Feuilleton verbunden werden. Der Umfang jeder Nummer steigt dadurch von bisher l'/s bis 2 Bogen zu 2 bis 2*/2 Bogen, und hiernach der Preis zu jährlich 4 Thlr., halbjährlich 2 Thlr., vierteljährlich 1 Thlr. Durch diese Bereinigung erlangt diese Zeitung den ganzen Umfang dessen, was in unserer Zeit von einem größern Blatte gefordert wird. Die Redaktion. Die Verlagsbuchhandlung. Inhalt. Leitende Artikel: Die weltliche Herrschaft des Papstes und die Jesuiten. — Vom Institute zur Förderung der israeli- . tischen Literatur. — ZeituirgsnachriKten: Deutschland: Bonn, Sinzig, ~ Laasphe, Berlin, Cassel, Obermoschel. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Sch weiz: Aus dem Aargau. Corresporrdeirz: Calcutta. — Das neue Statut des Marks- Haindorf'schen Seminars. Leitende Artikel. Bonn, 9. Dezember. Die weltliche Herrschaft des Papstes und die Jesuiten. Es hilft den Juden wenig, daß die jüdische Presse hinsichtlich der beiden, die Gegenwart so sielfach bewegenden Fragen, des Bestandes der weltlichen Herrschaft des Papstes und des Jesuitenordens, namentlich in Oesterreich, die größte Zurückhaltung beobachtet. Die dem Juden-/ thume speziell gewidmeten Blätter sind niemals auf diese beiden Fragen näher eingegangen, so viele Veranlassung sie auch hatten. Sie wollen nicht den Haß geschwängerten Gegnern die direkte Gelegenheit geben, die Juden mit ihrem Geifer zu übergießen. Die Dinge gehen ohne unser Zuthun ihren ehernen Gang, und was reif ist zum Falle, wird stürzen, ohne daß wir unsre schwache Hand daran legen. Wir sagen, so viele Veranlassung wir dazu hatten. Wir wollen nicht aus,die verflossenen Jahrhunderte, auf anderthalb Jahrtausende zurückgehen und die blutige Schrift, mit welcher sie in den Annalen unsrer Geschichte geschrieben sind, den Augen der Gegenwart noch einmal darlegen. Aber wir brauchen nur an die von dem gegenwärtigen Papste erlassene Encyklica zu erinnern, welche die Gewissensfreiheit und die bürgerliche Gleichberechtigung mit den härtesten Ausdrücken verdammt; wir brauchen nur der unseligen Zustände zu