Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1866)
- Date
- 1866-12-11
- Page
- Seite 796 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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GMW hsß Mr We .naturrechtliche MeichstellungiNu allen -MK« . des ^M/^auch.MgefleiW ist, sodaß. dem Israeliten , wenn er's verdient f - Achtung, und Zutrauen xn . Theil werden, selbst von folchen Menschenflaffm, Dergleichen in anderen auch freisinnigen Staaten gar zu oft nur, eine erzwungene Duldsamkeit.. gegen ihn bezeigt — dieß zu vernehmen ist den geschätzten Lesern der Allg. Z. d. I, gewiß noch immer von Interesse Ich, erlaube Wip daher Folgendest als einen Beleg hiermitzutheilem; ■■■■.■., i, Die hiesige TaubstMmen-Anstalt unter der Leitung des.Direktors Herrn vr. Hirsch, aus früheren Berichten in dieser Zeitung schon lange bekannt, zählt jetzt 100 Zöglinge, deren zehnter Theil von unseren Glaubensgenossen ist, während alle übrigen den verschiedenen christlichen Konfessionen angehören und auch sehr verschieden von Stande sind. Äußer der eigentlichen Aufgabe,ihrevonNaturstiefmütterlich begabten Zöglinge nach der deutschen Methode zu unterrichten, bezweckt sie auch, junge Leute eigens für den Taubstummen-Lehrerberuf heran zu bilden, und auch Anderen Gelegenheit zu geben, gründlich mit dieser deutschen Lehrmethode sich vertraut machen zu können. Und durch ihre segensreichen Resultats in den 13 Jahren ihres Bestehens, an den vielen Lehrlingen aus verschiedenen Weltgegenden erwiesen, hat diese Anstalt einen sehr ausgebreitetengünstigen Ruf sich erworben, und ihrer Lehr-Methode außer in den Niederlanden, auch in England und Belgien, namentlich Brüssel, Antwerpen und Gent, Eingang verschafft. Unter anderen nämlich haben auch vier römisch katholische Geistliche aus Belgien an dieser Anstalt hospitirt, um von der Weise und dem Gang ihres Unterrichtes genaue Kenntniß zu nehmen, und man ist nunmehr zu der Überzeugung gekommen, daß -die ältere Methode, die Taubstummen zu ihrer Entwickelung und ferneren acUven und passiven Verständigung die Gebärden- und Fingersprache zu lehren, vor der weichM.wiK welche dieselben zu diesem Zwecke die natürliche Lautsprache lehrt, und sie auf diese Weise als vollkommene Mitglieder der menschlichen Gesellschaft ausbildet. Wurde nun obgenännter Direktor Herr Hirsch vor einigen Jahren, wegen seiner Verdienste' um diese Anstalt,.vom Gpuvernement M einem Orden decorirt> so wurde er dieser Tage auch von dem, beliebten flämischen unh holländischen Dichter und. Verfasser mehrwer klafstschep.Ä^rke, vr. I, N<M de Bräüwere van Steeland aus Brüssel; dessen Söhnchen binnen 9 - Jahren in hiesiger.Anstalt seine Erziehung erhalten hat/ bei dessen Entlassung, nachdem der Knabe hier zur ersten römisch-katholischen Communion in die Hauptkirche gegangen" war, mit einem zierlichen Album'hee^rt,' das mit einem eigenhändig geschriebenen holländischenGedichte "eröffnet ' ist.''Das' 'Gövichk feiert in eben so tief gefühlter wie schwungreicher Weise die Verdienste'des vr. H. um diese benachtheiligte Zahl unserer Menschenkinder. Dänemark. Frederieia, im Nov. (Privatmitth.) Much hier hat sich jüngst die Proselytensucht fühlbar gemacht, welche noch immer so viele christliche Geistliche beherrscht,, und die vor den heiligsten. Familienbanden keine Achtung hat, wenn es gilt, unmündige Kinder zu ihrer Kirche herüberzuziehen. Wir besitzen hier einen lutherischen Prediger, der es in keinem seiner Vorträge unterläßt, die Juden zu verketzern und ihnen die zukünftige Seligkeit abzusprechen. Glücklicherweise ist seine Zuhörerschaft vernünftiger und aufgeklärter als er,' und er erntet für seine Stachelreden nur Spott und Berlachung. Fährt er so fort, so kann es ihm ergehen, wie einem Missionär vor einigen Wochen, der die Geistlichen anderer Kirchen verlästerte und dafür von dem Publicum ausgepfiffen und außerdem mit 3 Monaten Gefängniß. bestraft wnrde. Von obgedachtem lutherischen Prediger haben wir nun folgendes zu berichten, Derselbe, dem das Seelenheil aller Nichtlutheraner so am Herzen liegt, der die ganze Welt umkehren würde, selbst auf die Gefahr hin den kleinen und-großen Belt dadurch leer zu machen — hat auch die Aufsicht über die hiesige Stadtschule. Diese Schule besuchen 3 jüdische Knaben, deren Mutter, eine arme Witwe, den größten Theil des Jahres auf dem Lande ist, um durch ihren kleinen Handel den Unterhalt für ihre Familie herbeizuschaffen. Der älteste dieser Knaben, nun 12 Jahr alt, besuchte diese Schule^ seit seinem 0. Jahr. Der genannte Prediger, der an dem talentvollen Knaben Gefallen fand, wußte ihn an sich zu ziehen und, da der Knabe in sein Haus kann, ihn mit allerlei Mährchen und Geschichtchen zu Verhören, wie arme, jüdfiche Kinder'schon glüMch geworden-,, wie er selbst , der Knabe, glücklich werde - WH