Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1866)
- Date
- 1866-11-28
- Page
- Seite 756 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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75k;/• Dem Werke geht ein Bericht des Herrn Taschereau, des Direktors der Bibliothek, an den Minister des Unterr /. , richts voraus^ ein Bericht, der deshalb sehr interessant 7 '' ist, weil er in kurzen Zügen die Geschichte der hebräi- , schen Sammlung und der verschiedenen Kollektionen zeichnet, aus denen sie sich allmählich gebildet hat. Diese Details sühren zu der ältesten Zeit der Studien in der . 7 orientalischen Philologie zurück, deren ausschließlicher i, ' . Gegenstand so lange in Frankreich so wie anderswo die ' Sprache der Bibel und der Litteratur, die sich um sie f - gruppirt, war. Wenn man Sauval Glauben schenkt, so wäre, der Beginn unserer Sammlung unter Karl VI. Regierung zu suchen und wäre das Resultat derKonfis- 7 ' kationen, die man im I. 1397 bei. den Juden vornahm. Aber diese Thatsache ist nicht erwiesen, und um sichere l ■ Nachweisung zu finden, muß man bis zu Heinrich II. (1547—1558) kommen, dessen Bibliothek dreißig hebräische, mit Ziffern bezeichnete Bände umfaßte. Im I. \ ■ 1599 wurde.dieser Vorrath um zwanzig Bände bereichert, die Katharina v. Medici gehört hatten und vom Kar- ' dinal von Viterbo gespendet wurden. Hurault de'Bois- ' taills und der Kardinal Richelieu trugen mit einigen \ Bänden zur Vermehrung der Sammlung bei. Im I. 16-68 wurden auf Befehl Ludwig's XIV. und in Folge t eines Tausches. zwischen der Bibliothek des Königs und jj derjenigen des Kolleg Mazarin 102 Manuskripte den l alten hinzugefügt. Einige Zeit spater brachte die Samm-; - lung des Gilbert Gaulmin 127 neue dazu. Wir übergehen einige Manuskripte, die von dem Erzbischof von Rheims und von Melchisedec Thsvenot angeschafft wurden, um zu den 171 Manuskripten zu gelangen, die ein Theil der orientalischen Sammlung Colbert's gewesen!j' waren und im Jahre 1732 angekauft wurden. Sieben DH' Jahre später (1739) wurde der Katalog des hebräischen ß Besitzes veröffentlicht und konstatirte die Existenz von § 516 Nummern. Während der Revolution brachte die $ Bibliothek des Oratoire zu dem alten Vorrath 207 Nummern, diejenige der Sorbonne 258 und diejenige der 8 * _ Abtei St. Germain-Des-Prss 34 Nurnmern hinzu. Endlich bringen die seit dieser Zeit gemachten Erwerbungen die gegenwärtige Zahl der hebräischen Manuskripte aus p 1313.?. .. Der Bericht des Herrn Taschereau giebt einige stas tistische Details über die Zahl der hebräischen Manu-! skripte, die in den hauptsächlichsten Bibliotheken Enropa's vorhanden sind, von denen bis jetzt die Kataloge veröffentlicht worden. Es geht daraus hervor-: Die Bibliothek Rosst in Parma (jetzt königl. Bibliothek) enthielt im Jahre 1813: 1377 Manuskripte; Die Bibliothek des Vatikan i. J. 1756: 512; Die Bibliothek von Oxford i. I. 1787: 500 (diese Ziffer ist seitdem bedeutend gewachsen); Die kgl. Bibliothek in Turin i. I. 1820: 249; Die ksrl. Bibliothek in Wien i. I. 1851: 235; Die mediceische Bibliothek in Florenz i. I. 1557 : 221; Die Bibliothek in Leyden i. I. 1858: 114; Die Bibliothek in Kopenhagen i. I. 1846: 46; Die Bibliothek des Senats in Leipzig i. I. 1838: 43. Schon frühzeitig beschäftigte man sich damit, den Katalog der hebräischen Manuskripte unsrer Bibliothek aufzuzeichnen; die ersten ernsthaften Versuche stammen aus dem 18. Jahrhundert. Adolphe, Ludwig von Compiogne, der Abbs Renaudot arbeiteten daran, und nach ihren Forschungen wurde i. I. 1739 der Katalog gedruckt, von dem wir bereits gesprochen. Einige Zeit daraus wurde Bernhard Devalabregue damit beauftragt, diesen ersten Versuch zu revidiren, dessen Unzulänglichkeit man bald erkannt hatte. Endlich nahm man. in den letzten fünfzehn Jahren die Arbeit von neuem auf, indem man ihr einen mehr methodischen und weniger oberflächlichen Charakter gab; mehrere ausgezeichnete Gelehrte widmeten nach einander ihr Wissen und ihre Thätigkeit diesem gemeinsamen Unternehmen, das zu der Veröffentlichung des gegenwärtigen Katalogs führte. Die Herren Munk, Derenbourg, Ad. Frank und Zotemberg lösten sich ab in der Erforschung dieses kostbaren Schatzes, und der Vereinigung ihrer ausdauernden Anstrengung ist es zu dauken, wenn er den Gelehrten hat zugänglich gemacht werden können. Der Katalog umfaßt nicht allein die eigentlichen hebräischen Manuskripte', »sondern auch die chaldäischen Manuskripte und eine gewisse Anzahl arabischer, persischer, deutscher und spanischer Werke, die mit hebräischen Buchstaben geschrieben sind. Die Methode, die man für die Klaffifizirung der Manuskripte angenommen hat, scheint uns zugleich sehr vernünftig und sehr praktisch. Indem man die so willkührliche und deshalb so ungewisse Unterscheidung nach Formaten bei Seite ließ, hat man die Manuskripte nach dreizehn verschiedenen Gesichtspunkten vertheilt. Wir geben sie mit der Zahl der-Nummern, die sich unter jeden von ihnen rangiren. Diese Uebersicht wird eine hinreichende Idee von dem Werthe der Sammlung geben.