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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-20 · Heft 47 (20.11.1866) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 47 (20.11.1866)
Date
1866-11-20
Page
Seite 748 (sequence 10)
Language
German
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Und vorläufig mit dem an den Tag gelegten güten .Willen der Volksvertretung- 'fürlieb nehmen. — ' In den jüngsten Tagen kam die Presse wieder auf das allgemein verhaßte', auch die freie Bewegung der Juden Oesterreichs sehr beengende Concordat zu sprechen. Der „Tagesbote "aus Böhmen" fagt, die maßgebenden Kreise stimmen darin überein, daß mit der ultramontanen Partei entgiltig gebrochen und auch das Concordat beseitigt werden'müsse; und wie das magyarische Blatt 4,Höh“ ' einer Wiener Correjhondenz der „Inttep. beige“ entnimmt, rathe der zum österreich. Minister des Aeußern designirte Freiherr v. Beust in seinem dem Kaiser unterbreiteten, die Regeneration der Monarchie zum Gegenstände habenden Memorandum, das Concordat, besonders der jetzigen päpstlichen Regierung gegenüber, nicht gewaltsam zu ändern, sondern die drückenden Bestimmungen desselben auf legislativem Wege zu mildern, und zugleich die Civilehe einzuführen, wodurch die wegen der - gewischten Chen entstehenden Schwierigkeiten^ befestigt werden könnten. Das ebengenannte, sehr einflußreiche, ungarische Blatt bringt auch nachstehende Mittheilung, die wir, als zu den obigen Aperoüs über das Concordat in einem gewissen Zusammenhänge stehend, hier wiedergeben. „In Laibach starb ein Jude aus Proßnitz (in Mähren) an der Cholera, und da dort kein jüdischer Friedhof sich befindet, so wurde die Leiche aus dem evangelischen Gottesacker bestattet. Der evang. Pastor Schock sagte.am Grabe ein Gebet." Hieran knüpft die Redaction folgende Bemerkung: „Wir empfehlen diese Thatsache der Beachtung Derjenigen, welche von der Toleranz noch einen sehr dunkeln Begriff haben." S. Blum, Hauptschullehrer. Italien. Aus Oberitalien, 30., October. (Privatmitth.) Nun erhalte ich wieder regelmäßig unsere israelitischen Zeitschriften von Triest und Vercelli, und bin demnach im Stande Ihnen die wichtigeren Notizen aus denselben neben denen mitzutheilen, die mir unmittelbar zur Kenntniß gelangen. Auch dießmal beginne ich mit der Einweihung des -erweiterten und restaurirten herrlichen Gotteshauses, welche in Casale am .30. v. M. Abends4 Uhr unter Beisein der politischen, bürgerlichen "und militärischen Obrigkeiten der Stadt' und gedrängtem Zulaufe der israelitischen und christlichen Bevölkerung mit großer Feierlichkeit Statt fand. Chorgesang und Begleitung einer Harmonium-Orgel verschönerten das Fest,' an dessen Schlüsse der dortige Oberrabbiner vr. Moses Ehrenreich eine derfestlichen Gelegenheit angemessene Rede hielt, die von den zahlreichen Zuhörern 'mit gespannter Aufmerksamkeit angehört wurde. Vor seiner Abreise aus Neapel erließ Rabbiner Artom, dermalen Chacham der portugiesisch-spanischen Gemeinde von London, ein Pastoral-Schreiben an seine Gemeinde, worin er den bedauernswerthen Zustand derselben ans Tageslicht zieht, und Worte der Warnung an dieselbe richtet. Schade, Neapel wäre der Ort, wo das Gedeihen einer israelitischen Gemeinde besonders wünschenswerth gewesen wäre. Es bestehen dort mehrere und verschiedene Elemente, die jedoch bis nun noch zerklüftet sind. Ober-Rabbiner Mortara von Mantua hat jüngst eine höchst bedeutende Schrift über Zulässigkeit und Zweckmäßigkeit eines Rabbiner-Congresses zum Behnfe der Einführung von Reformen im cultuellen Leben der Israeliten erlassen. Dieser Ernst ist für einen Theil unserer Israeliten zu früh, für den andern zu spät. — Die Trauerrede des Triester Oberrabbiners über S. D. Luzzatto ist im Drucke erschienen; dieselbe soll meistervoll gehalten sein. Auch anderweitige Schriften israelitischen Ursprungs und Inhalts erscheinen von Zeit zu Zeit, worunter vornehmlich der Romanziere Israeli lico herausgegeben von A. Gallichi in Livorno, und eine Broschüre: Geschichtliche Notizen über die Israeliten von Casale und deren Tempel, bei Gelegenheit der jüngsten Einweihung veröffentlicht von Professor Leone Ottolenghi, einem tüchtigen jungen Manne, der bereits seit mehren Jahren mit lobenswerthem Erfolge Gymnasial-Prosessor in Cuneo ist. Nach der Abtretung der lombardisch-venetianischen Provinzen an das Königreich Italien vernahmen wir bereits von der Ernennung eines Herrn Alessandro Rovighi von Modena zum Postdirektor in einer Stadt Venetiens; man spricht von der Ernennung eines angesehenen Israeliten zum Baron, und von Berufung eines anderen in den Senat. Während in letzter Zeit in Triest die Cholera ihre Opfer forderte, veranstaltete der dortige Rabbiner im Tempel einen ^Bettag mit w22 die Collecte, die

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