Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1866)
- Date
- 1866-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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30. Jahrgang. A l l g C llt C i H C ^7. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 2a. November 1866. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 Va bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 221/2 Ngr. Inserate werden nnt 1>/-, Ngr. siir die Petrtzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königs. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Petitionen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Hannover, Aus Unterfranken. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Prag, Krakau, Neu-Verbaß. Italien: Aus Oberitalien. Frankreich: Paris. Egypten: Alexandrien, Rußland: Aus Polen. Notizen. Correspondenz: Der Prozeß betreffs der Judenverfolgungen in Böhmen (Fortsetzung). Leitende Artikel. Bonn, 11. November. Die Petitionen. Am 8. d. sind die Petitionen an das königl. Staatsministerium und an das Haus der Abgeordneten ab gegangen. Möge denselben der gewünschte Erfolg werden! Aber wenn dieser in dem Umfange ausbliebe, den wir erstreben, so haben doch die jüdischen Gemeinden Preußens ihre Pflicht gethan, indem sie einmüthig vor der Welt bekunden, was sie wollen und beanspruchen, und ihr Recht in dem Bewußtsein der Zeitgenossen erneueren. Der Moment, in welchem sie dies thun, ist der völlig geeignete, da die Vorgänge im preußischen Staate nach Außen und Innen die angemeffenste Gelegenheit, den würdigsten Anhalt geben. Die Petitionen, sind mit den Unterschriften der Vorstände von ca. 300 Gemeinden in alphabetischer Ordnung versehen, und nur darunter bescheinigt, daß die Vollmachten zu diesen Unterschriften in den Händen des Redakteurs dieser Zeitung sich befinden. Letzteres mußte der Legitimation wegen geschehen. Außer den bereits in den vorigen Nummern d. Bl. aufgeführten Gemeinden haben ihre Vollmachten uns noch eingesandt: Bielefeld, Grünberg in Schl., Lechenich, Greifenberg in Pommern, Glatz, Wronke, Haltern, Neuwied, Wetzlar, Kosten, Erwitte, Inowraclaw, Gleiwitz, Schönlanke, Görlitz, Cösfeld. Wir können diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne den Vorständen, die uns ihre Vollmachten eingesandt, sowohl für die Beeiferung^ mit der sie dies gethan, als auch unsrerseits für das .Vertrauen, das sie uns geschenkt, den besten Dank auszusprechen. Ganz besonders haben wir die Einmüthigkeit hervorznheben, mit welcher die Gemeinden Rheinlands und Westfalens sich eingefunden haben, von denen nur äußerst wenige ausgeblieben sind. Von den Gemeinden der Provinzialhauptstädte haben sich Königsberg in Preußen, Stettin und Magdeburg der Gesammtheit angeschlossen. Köln ging von der Ansicht aus, daß es eine besondere Petition, wenn auch mit gleichem Ziele, aber mit dm Unterschriften aller seiner Gemeindemitglieder versehen, absende. Breslau und Posen haben keine Antwort ertheilt, obschon aus Schlesien und Posen sehr zahlreiche Gemeinden dem gemeinsamen. Werke beitraten. Der Vorstand der Gemeinde zu Berlin ist bei dem Staatsministerium selbstständig vorstellig geworden, und richtete folgendes Schreiben an uns: „Der dem Circularschreiben vom 10. d. Mts. beigefügten Collectivpetition sind wir, da wir bereits in