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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-13 · Heft 46 (13.11.1866) · p. Seite 736

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 46 (13.11.1866)
Date
1866-11-13
Page
Seite 736 (sequence 14)
Language
German
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MUMM WWWNNMWMWMWFWWWWMWWZ^WWWWWWZU 736 Jetzt erschien der Bezirksamts-Actuar Germann an der Spitze der Gendarmerie, der Finanzwache und der Gemeinde-Vertretung und forderte kraft seines Amtes die Leute zum Auseinandergehen auf. Ein Hohngelächter war die Antwort. Das Volk warf mit Steinen nach ihm und schickte sich schon an, den Gendarmen und Finanzwachmännern die Waffen zu entreißen, demzufolge ein Gendarm sein Gewehr abfeuerte und dadurch einen Tischlergesellen verwundete. Nun wich zwar das Volk ein wenig zurück, bald aber drang es mit desto größerem Ungestüm, mit Stöcken und Steinen versehen, auf die Gendarmerie und die Autoritäten der Stadt ein, so daß diese schleunigst ins Amtsgebäude flüchten und sich daselbst verbarricadiren mußten. Die Fensterscheiben des Amtsgebäudes, wie, die in der Wohnung des Bezirksactuars wurden nun zertrümmert. Da erschien der greise Stadtdechant P. Mathias Peter mitten unter dem wüthenden Pöbel und mahnte in milden Worten von weiteren Gewaltthätigkeiten ab „Nutzte lio" <Wichst ihn!), hieß es und alsbald fielen die wuchtigen Stöcke auf den Rücken des ehrwürdigen Priesters nieder. Er wankte davon und mußte dann in seine Wohnung getragen werden. Mittlerweile war es völlig finster geworden, die Gendarmerie und die Polizei befand sich sammt den Bezirks¬ und Stadtbchörden im Amtshause eingeschlossen und die Stadt selbst der Willkür des Pöbels preisgegeben. Dieser zog alsbald unter betäubendem Geheule in die Judengasse. Die Juden flohen entsetzt aus ihren Wohnungen und verbargen sich in den Höfen, Ställen oder auf den Böden. Ein Haufe dringt in das Haus des Samuel Fürth und droht diesen sofort todtzuschlügen, falls er nicht Geld und Punsch hergibt. Während er ihnen todtenbleich die Flaschen reicht, fliegt ihm ein Stein ins Gesicht und er finkt schwer verletzt zur Erde; indessen werden Thüren und Fenster erbrochen und Mehl und Salz im Werthe von 389 fl. 86 kr. geraubt. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Für unsere Filial-Gemeinde Calcar wird ein geprüfter Religions- und Elementarlehrer gesucht, welcher gleichzeitig das Vorbeteramt zu versehen hat, und sofort eintreten kann. Qualifizirte Bewerber wollen sich dieserhalb an das Vorstands-Mitglied Herrn E. M. Spier in Calcar wenden. Cleve, 5. Nov. 1866. ' Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Adolph Cosmarr. Erledigte Districts-Ikabbinerstelle in Bad Kissingen. Durch den Tod des bisherigen Districts-Rabbiners Dr. Lippmann dahier ist die hiesige Diftricts-Rabbinerstelle in Erledigung gekommen. Dieselbe beziffert ein jährliches Einkommen von 800 fl., sowie ferner circa 150 fl. unständige Bezüge. Allenfallsige Bewerber um diese Stelle belieben sich unter Vorlage der vorgeschriebenen Zeugnisie, nämlich Besitz des bayerischen Jndigenats, sowie der mit Erfolg bestandenen Rabbinats-Prüfung, mit ihren Gesuchen bis 1. Dezember e. an die k. Regierung, Kammer des Innern, zu Würzburg zu wenden, resp. dieselben einzureichen. Zu sogleich oder auch zu Ostern 1867 wird von der hiesigen israelitischen Gemeinde ein mit den nöthigen Fähigkeiten und vom Großherzogl. Mecklenburg-Schwerinschen Landes-Rabbinat geprüfter Lehrer, der zugleich die Function eines Vorbeters und Schächters zu versehen hat, gesucht. Hierauf Reflectirende wollen sich baldigst an den Unterzeichneten Vorstand unter Einsendung ihrer Zeugnisse wenden. Neubukow in Mecklenburg-Schwerin, 1866. Saul M Burchard. M. Marcus. Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt einen akademisch gebildeten Rabbiner anzustellen, der das Prediger-Amt und die Leitung der Religionsschule übernehmen kann. — Das mit der Stelle verbundene jährliche Einkommen beträgt außer den üblichen Emolumenten 500 Thlr. nebst freier Wohnung. — Geeignete Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten Vorstande baldigst schriftlich melden, wodann ihnen das Nähere mitgetheilt, so wie die Zeit zum Erscheinen Behufs Abhaltung einer Probe-Predigt angezeigt werden wird. Schwersenz, 4. Nov. 1866. Der Synagogen - Vorstand. Moritz Wiener. Zum 1. April e. soll die hiesige Lehrer-, Schächter¬ und Vorbeter-Stelle, verbunden mit einem Gehalt von 240 Thlr., freier Wohnung und circa 80 Thlr. Nebeneinkünften, anderweitig besetzt werden. Qualisicirte Bewerber wollen ihre Atteste franco einsenden. Demmin, im October 1866. Der Vorstand. Sofort oder zu Neujahr kann die Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle bei der hiesigen Gemeinde besetzt werden. Gehalt bei [freier Station 100 Thlr. pr. Crt. und Schechitagebühren. —. Reflectanten wollen sich wenden an den Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Neubrandenburg in Mecklenburg.

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