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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-30 · Heft 44 (30.10.1866) · p. Seite 702

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 44 (30.10.1866)
Date
1866-10-30
Page
Seite 702 (sequence 12)
Language
German
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ten, zur Unterstützung armer Wöchnerinnen gesetzt.' Der Fonds der hies. Stiftung ist bereits durch Gaben Anderer zu 500 Dukaten gestiegen. D. 9t. Ein junger Israelit von hier, Herr S. Vainberg, der zu Berlin als vr. jur. promovirt hat, hielt vor Kurzem im Saale des Cultusministeriums einen öffentlichen Vortrag in rumänischer Sprache über „die Bildung der Staaten", der sich durch seinen reichen Inhalt wie durch seine glänzende Form, unterstützt von .einem trefflichen Organe, den Beifall der Zuhörer in hohem Grade erwarb. Es knüpfen sich darum recht schöne Hoffnungen an diese Persönlichkeit. Amerika. Auö Nordamerika, im September. (Jew. Messeng.) Es giebt in jden Vereinigten Staaten ungefähr zweihundert Gemeinden, die von zwanzig bis vierhundert Familienhäupter in Mitgliedern zählen. In New-Jork giebt es ungefähr 3000 Familienhäupter, die sich auf zwanzig regelmäßige Gemeinden vertheilen; in Philadelphia und Baltimore existiren je sieben Gemeinden, in Cincinnati und New-Orleans fünf, in Brooklyn vier, in Boston, Syracusa, Albanh, Newyork, Chicago und Richmond drei; in vielen Städten zwei —-eine Trennung, die oft die Kräfte nur allzusehr schwächt. Die Zahl der Israeliten in den Vereinigten Staaten kann nicht einmal annähernd geschätzt werden, doch mag es ihrer ungefähr 300,000 dort geben. Persien. Teheran, 18. Juni. (Levant Herald.) .Die fremden Gesandtschaften dieser Hauptstadt haben sich bemüht, von dem Schahs Abhülfe für eine schwere Kränkung zu erhalten, die kürzlich von den Mohammedanern inBalfurusch — einer Stadt an den Küsten des kaspischen Meeres — an den Juden dieses Platzes begangen worden. Während der ersten zehn Tage des Monats Moharrem sind die .Perser in einen Zustand höchster Erregung durch die religiösen Schauspiels versetzt, die -zu Ehren ihres vorzüglichsten Heiligen, Hussein, in dieser Zeit, veranstaltet werden. Durch beständige Ausbrüche 'ihres, Schmerzes werden sie zu Zeiten zu einem solchen Zustand der: Raserei getrieben, daß der leichteste Zufall während solcher bedauernswerther Verhältnisse, daß 1 ein kränkliches persisches Mädchen sich am dritten Moharrem (achtzehnten Mai) in dem Hause eines Juden von Balfurusch einstellte, um einige Sachen zurückzubringen, die sie früher gekauft hatte. Die Mohammedaner behaupten, daß während dieser Verhandlung das Mädchen von dem Juden geschlagen und tödtlich verwundet worden sei. Die Juden auf der anderen Seite erklären, daß sie'nicht berührt worden sei, sondern daß sie schon lange von schwankender Gesundheit gewesen. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Hause starb das Mädchen- und hierauf stürzten sich die fanatischen Mahommedaner auf die unglücklichen Juden, plünderten ihre Häuser und stellten ihnen die Wahl, entweder den Islam anzunehmen oder getödtet zu, werden. Einige der erschreckten Juden, vermochten sich in die Wälder zu retten, aber die übrigen wurden Mohammedaner. - Als der englische Gesandte diese Ereignisse erfuhrrichtete er starke Vorstellungen an die Minister des Schahs, und lud seine Collegen ein, mit ihm gemeinschaftlich zu handeln. Das Resultat ist noch nicht gewiß, aber'man sagt, daß der Schah versprochen hat, die Verbrecher streng bestrafen zu lassen, und daß er Befehle ertheilt hat, jeder von den gewaltsam bekehrten Juden, der zu seiner früheren Religion zurückzukehren wünsche, dürfe dieses ohne Furcht thun. Während dieser selben Zeit fanatischer Aufregung näherte sich dem Mr. Alison, als er in die Stadt rittein Perser dicht bei einem der Stadtthore. Als er zu ,Sr. jExcellenz kam, zog er plötzlich, sein Kama (das große Schwert des Landes) und schwang es vor dem Angesichte des Gesandten. Hätte sich Herr Alison umgewendet, so hätten die Folgen ernsthaft sein können. Aber er ritt weiter, indem er bei einem Gholam den Befehl zurückließ, den Mann später zu der Obrigkeit des Viertels zu bringen. Der Schuldige wurde also ergriffen und an demselben Abend zum ersten Minister gebracht, der ihm eine tüchtige Baftonade geben ließ.: genügt, um Blutvergießen zu verursachen. Es war

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