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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-23 · Heft 43 (23.10.1866) · p. Seite 685

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 43 (23.10.1866)
Date
1866-10-23
Page
Seite 685 (sequence 11)
Language
German
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685 gramms selbst prüfte, und sich überzeugte, nicht nur daß die Schüler der hebräischen, rumänischen und deutschen Grammatik in der praktischen Anwendung, im Lesen so- .wohl, als an der Tafel, kundig sind, sondern daß sie sich überdies nicht minder in Geographie, Geschichte Rumäniens, Arithmetik, im Uebersetzen der Psalmen (von der-4. Classe) auszeichnen. Daß das Resultat dieser Prüfung ein günstiges war, beweist der Umstand, daß.der Herr Pros. Maxim sich lobend' gegen die Lehrer, besonders gegen Oberlehrer Hr, N. C. Popper in folgender Anrede aussprach: „Meine Herren! Ich fühle mich glücklich, sowohl im Namen des Herrn Ministers, der mich geschickt, als auch in meinem, Euch über die großen-Leistungen und den Fortschritt dieser Anstalt meine vollkommene Zufriedenheit auszudrücken. Denn wenn man erwägt, daß die Schüler in einem Zeiträume von 5 Jahren aller erwähnten Gegenstände, insonderheit der rumänischen Sprache, mit welcher unbekannt sie in Eure Anstalt eintraten, so mächtig wurden, so kann. ich Euch Lehrern nur Lob spenden. Zieht man ferner in Betracht, daß diesem Institute die nöthigen materiellen Mittel u. z. geräumiges und passendes Lokal, die genügende Lehreranzahl im Verhältniß zu der Schülerzahl, die hinreichende Belohnung der Lehrer abgehen, so ist ein solches Resultat um so staunenswerther, und dieses zeugt von der Pflichterfüllung der Lehrer, besonders des Oberlehrers Hrn. N. C. Popper, dem der Fortschritt der Landessprache in diesem Institute zuzuschreiben ist. Ich sage Euch meinen herzlichsten Dank, und muntere Euch hiermit auf, in Eurem heiligen Berufe treu zu arbeiten, da hoffentlich Eltern und Gemeinde Euch durch Thatsachen zu lohnen wissen werden, und ich mich der angenehmen Hoffnung hingebe, daß die Gemeinde znr Vervollkommnung dieser Anstalt keine Opfer scheue und nicht erst das Einschreiten der Negierung dazu abwarten werden." Der Oberlehrer Herr N. C. Popper dankte dem Hrn. Delegaten für die warme Theilnahme, die Anerkennung ihrer Leistungen und des Fortschrittes dieser Lehranstalt, nicht blos seiner Pflicht nach als Delegat, sondern vielmehr als humaner Eifrer für den Fortschritt. Bedenkt man demnach die geringe Lehrerzahl für 450 Kinder dieser Anstalt, welche völlig unwissend in dieselbe kommen, so wird man den Nutzen und das Resultat zu würdigen wissen. Um aber die 'Triebfedern einer solchen Anstalt zu spannen, reichen die pekuniären Mittel der Gemeinde nicht hin, es wäre denn, wenn die Mittelklasse eine besondere Beisteuer (excl. der allgemeinen Fleischsteuer) zur Erhaltung der Schule, wie in andern civilisirten Staaten leisten wollte, wodurch die Erziehung der Kinder zu verbessern ermöglicht würde, namentlich Kinderbewahranstalten zu etabliren. Diese hätten den großen Bortheil, daß man den Einfluß der hier existirenden unfähigen, unbefugten Lehrer, welche den Geist der Jugend abstumpfen und verderben, gewaltig lähmen würde. Es würden dadurch Uebelstände abgeschafft, die der wahren Fortbildung Hindernisse in den Weg legen. Man möge dieses beherzigen und möglichst bald solche Anstalten ins Leben rufen. Denn daß sie wohlthuend wirken, erhellt aus folgenden statistischen Angaben: In Frankreich waren im Jahre 1837 361 Kinderbewahranstalten in 172 Gemeinden, worein 20,515 Kinder ausgenommen wurden. Jur Jahre 1840 waren schon 555 Anstalten' in 332 Gemeinden mit einer Kinderzahl von 51000. — Or. Billitz. Der jüdisch-ungarische Lehrerverein. Pest, 3. Oktober. Der Associationsgeist, welcher bereits so viele fruchtbare Resultate ausweiset, und besonders da segensreich wirkt,, wo die Betätigung desselben ein tiefgefühltes Bedürfniß befriediget, hat sich nun auch unter den israel. Lehrern Ungarns Bahn gebrochen. Nachdem nämlich vor einigen Jahren von dem Lehrer Heinr. Buxbaum zu Preßburg und hierauf von dem israel. Lehrkörper zu Szegedin die Anregung zur Gründung eines Pensions-jBereins für die israel. Lehrer in Ungarn, deren Witwen und Waisen gegeben und diese Angelegenheit durch Hrn. Oberrabbiner Löw warm befürwortet worden war, nahmen die hiesigen isr. Lehrkörper in Gemeinschaft mit denen zu Ofen und Altofen diese für die Gesammtheit der israel. Lehrer Ungarns so hochwichtige Angelegenheit in die Hand, arbeiteten provisorische Statuten aus, welche die Sanction der. hohen Behörde erhielten und wählten ein provis. Comits, nämlich Hrn. Oberrabbiner Dr. Meisel zum Präses, Herrn Abrah. Lederer, Präparandie- und Musterhauptschuldirektor, zum Bicepräses und Hrn. M. L. Bauer, öffentlicher Hauptschullehrer, zum Sekretär, welches Comite mit behördlicher Genehmigung Beitrittsaufforderungen an die 43*

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