Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1866)
- Date
- 1866-09-25
- Page
- Seite 624 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3226527-3226567--24293-3251643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
dowski mit Orgel- und Blech - instrumental - Begleitung componirt. Unverkennbar war der tiefe Eindruck, den diese Gesänge auf die gesammte Zuhörerschaft hervorbrachten. Graf Bismark ließ dem Componisten durch den Oberbürgermeister Seidel ifetne höchste Befriedigung ausdrücken. Lewandowski.nimmt unter den Componisten, welche ihre Kunst der Synagoge geweiht, unstreitig die erste Stelle ein. Seine Compositionen bekunden nicht nur ein tiefes Gefühl, nicht nur eine hohe Begabung, sondern -auch eine Sicherheit in der Handhabung der Form, eine edle Art der Darstellung, welche von seinen ernsten Studien auf diesem.Gebiete Zeugniß ablegen. Grade das letztere stellt ihn hoch in den Augen des Künstlers, denn Gefühl und Begabung hat mancher Componist, der seine Dienste der Synagoge widmete, aber zu gründlichen Studien haben wenige Lust und Gelegen- . heit gehabt. Daher kommt die Menge chaotischer Synagogen-Compositionen, die gerade uns so häufig durch die Hände gehen.. Weil wir aber die hohe Bedeutung L's wohl erkennen, weil wir in ihm nicht nur den talentvollen Musiker, sondern auch den durch humane Bildung hervorragenden, u. a. auch durch tüchtige Kenntniffe des Hebräischen sich auszeichnenden Mann schätzen; deshalb halten wir es um so mehr für unsre Pflicht, wiederholt darauf hinzuweisen, daß der Styl der für die 'Synagoge bestimmten Compositionen sich wohl unterscheiden muß von dem Styl derer, welche für den Salon bestimmt sind. So ivohlgelungen die Composition des vor und nach der Predigt gesungenen Liedes auch an und für sich ist, so können wir ihm zum Vortrag an geweihter Stätte keine Berechtigung zuerkennen. Der Styl, in dem dieses Lied geschrieben, ist eben der Styl des Concertsaales. Wie die Dekoration der Bühne nur in breiten Pinselftrichen ausgesührt werden dürfen, um die beabsichtigte Wirkung hervorzubringen, wie jede feinere Arbeit darin vollständig überflüssig wäre; so kann auch die für das Gotteshaus bestimmte Composition nur wirken durch den ruhigen, breiten Strom einfacher Harmonien, welcher, bedingt durch die Erhabenheit des Ortes, allein eine einheitliche Stimmung in uns zu erzeugen im Stande ist. Daß L. es versteht in diesem Sinne zu schreiben, das bewies die Composition des 150. und 24. Psalms und mehrerer der neuen Liturgie ungehörigen Stücke. Der Eindruck der genannten Psalmen ist geradezu ein überwältigender zu nennen. Gedenken wir schließlich. noch der trefflichen Eigenschaften des neuen Vorbeters, Joachim, der ebensosehr durch sein gesungenes , wie durch sein ' gesprochnes Wort zur Weihe des Tages beigetragen, so glauben wir ein getreues Bild einer Feierlichkeit gegeben zu haben, die an ihrer. Größe und Erhabenheit des tiefsten Eindruckes auf die Herzen aller Anwesenden nicht. verfehlt haben wird. Anzeige«. Den zahlreichen Bewerbern um die in hiesiger Gemeinde vacant werdende Beamtenstelle theilen wir in Erwiderung auf die in Nr. 35. 36 dieser Zeitung enthaltene Annonce des Herrn Weinberg hierdurch vorläufig mit, daß wir schon binnen Kurzem in der Lage zu sein hoffen, unter den uns vorliegenden Offerten eine Auswahl zu treffen, da die Abänderung des §. 77 des Statuts, welcher die Anstellung zweier Beamten festsetzt, bereits beantragt und die Genehmigung dieser Abänderung Seitens der Königl. Regierung außer allem Zweifel ist, da die ganze Gemeinde, mit Ausnahme nur weniger Mitglieder, die fernerweite Anstellung nur eines Beamten wünscht. Lyck, 4. September 1866. WolMeim, M. Guttberg, Rendant. Vorsteher. Lehrer-Gesuch. Unsere vacant werdende Lehrer- und Cantor-Stelle, verbunden mit einem fixen Gehalt von 300 bis 350 Thlr., ist bis zum 1. April k. I. oder auch früher wieder zu besetzen. — Derjenige, welcher Chor leiten, Vorträge halten und in fremden Sprachen unterrichten kann, wird vorab berücksichtigt. — Reflectanten wollen ihre Befähignngsatteste uns franco einsenden. Vlotho a. d. Weser, 17. Sept. 1866. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Israelitisches Handels-Institut, Brüssel- 39 & 40 Chaussee d’Etterheek, dem zoologischen Garten. gegenüber. Diese Anstalt hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens (drei Jahre) die glänzendsten Resultate erzielt. Die neuern Sprachen werden gründlich und schnell erlernt; die Handelswissenschaften . ausgedehnt unterrichtet. Große Sorgfalt für die leibliche Wohlfahrt der Zöglinge. — Wintersemester beginnt den 8. October. Die besten Referenzen. Der Director L. Kahn. Der Unterzeichnete fühlt sich verpflichtet zu bezeugen, daß das Institut des Herrn Kahn die ausgezeichnetsten Erfolge nach allen Beziehungen erzielt, und hat dies an einem seiner Söhne selbst in befriedigendster Weise erfahren. Dr. Ludwig Philippson in Bonn.