Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1866)
- Date
- 1866-09-25
- Page
- Seite 620 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Verlage ein kritisch bearbeiteter Schlüssel, von Heinr. Zirndorf in Manchester erschienen.*) .Nachträglich lenken wir noch die Aufmerksamkeit des deutschen Lesers auf ein Buch, das bereits 5624 zu Philadelphia erschienen, jedoch geeignet ist, ein mehr als vorübergehendes Interesse einzuflößen. Es ist dies die „Biography of David Aaron de Sola“ etc. (Biographie des Dr. A. de Sola, vormaligen ersten Predigers der portugiesischen Gemeinde zu London, von seinem Sohne, Reverend Dy. Abraham de Sola). Der Held dieser Lebensbeschreibung ward 1796 zu Amsterdam geboren, 1816 als zweiter Geistlicher an der portugiesischen Synagoge in Bevis Marks, London, angestellt und starb am 29. Okt. 1860. — Seine literarische Thätigkeit war eine sehr umfassende und bewegte sich in der englischen, hebräischen, deutschen und holländischen Sprache. 1842 gab er in Verbindung mit Raphall die Übertragung von achtzehn Mischna- Traktaten heraus. Im Verein mit der verstorbenen Charlotte Montefiore und deren Schwester begründete er 1843 die „Cheap Jewish library“ (Wohlfeile jüdische Bibliothek). Von diesem Unternehmen sind indeß nur zwei Bände erschienen; der erste: „Evenings in Judea“ «Abende in Judäa) und der zweite in Gesprächsform Belehrungen' über die Geographie Palästinas, jüdische Alterthümer rc. enthaltend. Die Satnrday Review enthielt in ihrer Nummer v, 5. Mai d. I. eine Besprechung zweier jüdischen Werke: Dr. Chwolson's 18 hebräische Inschriften aus der Krim; und Adolf Neu bau er's treffliches Buch: „Aus der Petersburger Bibliothek." Die erste Spur einer jüdischen Zeitschrift in England findet sich im Jahre 1823. Zu jener Zeit bestand ein Organ: „Hebrew Intelligencer“, dessen altvaterische Haltung und gemüthlicher Inhalt geeignet ist, das Lächeln heutiger Leser zu erregen. — Die erste Nummer ward am 1. Januar 1823 ausgegeben. — Man meldet uns von einem vielverheißenden jungen Dichter, Israeliten, Herrn B. L. Farjeon, dessen dramatische Arbeiten sich auf der Bühne in Dunedin, Otago, auf Neuseeland, verdienten Beifall erwerben. *) Wir unterlassen nicht, bei dieser Gelegenheit den Herrn Zirndorf als einen unserer tüchtigsten und begabtesten jüngeren Theologen zu empfehlen. Redaktion. m Das Testament des im vor. Jahre zu London vetstorbenen John Moß enthält Verfügung über ein Vermögen von ungefähr E. 35,000. >- 19 Legate im Gesamwtbetrage von 2405 sind verschiedenen jüdidischen Schulen, Synagogen und Wohlthätigkeitsvereinen zugewiesen, und mit zwei ferneren Legaten von L. 200 wurden londoner Spitäler bedacht. Für unsere durch Cholera und Theuerung nothleidenden Brüder in Palästina hatte bekanntlich auf Anregung des Dr. Adler und Sir Moses Montefiore's, der board of deputies in seiner Sitzung vom 28. Okt. v. I. eine Sammlung unter den englischen Gemeinden beschlossen. Montefiore eröffnete dieselbe mit L. 100. Verstärkt durch Zuschüsse aus Amerika und den Colonien, ergab diese Sammlung bis zu Ende 1865 die bedeutende Summe von L. 4200. — In Birmingham allein war nach einer Predigt des Herrn Emanuel L. 200 gesammelt worden. . Donaufürstenthümer. Jassy, 1. Sept. Der Fürst Karl ist in Jassy. Der „Pr." schreibt man von dort. An der Barriöre der Stadt hatte er nun schon Gelegenheit, ein widriges Intermezzo mitanzusehen. Die Israeliten hatten auf einem der frequentesten Punkte der Stadt einen schönen Bogen mit hebräischen und rumänischen Inschriften errichtet, und wurden von dem Primär (Bürgermeister) aufgefordert, letzere sofort zu entfernen. Sie hatten jedoch die Energie, dieses Ansinnen mit dem Bedeuten zurückzuweisen, daß sie den ganzen Bogen unverzüglich niederreißen würden, falls man auf die Entfernung der Inschriften noch ferner bestehen sollte. Man ließ sie gewähren und der Bogen blieb. Als sie jedoch am Eingänge der Stadt erschienen, um den Fürsten zu empfangen, bedeuteten ihnen Primär und Präfect, sich sofort beiseite zu begeben, widrigenfalls man für nichts einstehen könne, und kaum war Prinz Karl sammt zahlreichem Gefolge Herangekommen, als die ihn begleitenden Reiter auf die zahlreich.harrenden Israeliten und ihre Deputation einstürwten und sie mit zerrissenen Kleidern und Hüten, hie und da auch mit kleinen Contusionen , in die Flucht trieben. Eine kleine Jüdenhetze in optima forma war fertig, der Prinz schaute verwundert drein, empfing di< Ansprachen der ihn Erwartenden, beantwortete sie in französischer Sprache,