Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1866)
- Date
- 1866-09-11
- Page
- Seite 589 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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kmg aller geogrctphrfchen,topographischen und historischen : Angaben über Palästina, welche in den beiden Talwubim, m den' Midraschim und den anderen Büchern der jüdischen Tradizion (Megillath. Taanith, Geber. Dlam., Siphra, Siphri u. s. w.) zerstreut sind. Diese Angaben sollen einer gründlichen Kritik unterworfen und mit denen verglichen werden,. welche die Schriften des Josephus, Eusebius, Hieronymus und anderer profanen oder Kircheu-Schriftsteller enthalten, so daß sie in einem systematischen Ganzen dargestelld werden" Großbritannien. London, 31. August. (Jew. Chr.J Unter der jüdischen Armenbevölkerung ist in der letzten Woche nur ein Cholerasall vorgekommen; die Paüentin, eine Frau von 34 Jahren, wurde wieder geheilt..(Wie uns mitgetheilt wird,/ist die Zahl auch der in Amsterdam und Rotterdam an der.Cholera, erkrankten Juden eine, verhältmßmäßig sehr geringe. Dagegen wüthet die Seuche in galizischen Städten gleichmäßig unter Juden: und Christen. R e d. d. A. Z. d. I.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die Mosesgrnppe von Rauch. Eine jüdisch-wissenschaftliche Kunststudie von Rabb. vr. Tobias Cohn in Potsdam. III. - (Schluß.)' Aus dem Bisherigen erhellt , daß das Moment der religiösen Verehrung, welche sich mit dem Bildwerk verknüpfen könnte, es ist, welche nach der Auffassung des Thalmüd, des Maimuni und der Responsen der folgenden Jahrhunderte die Anferügung wie den Besitz von Sculpturen verhinderte; in dem Falle jedoch , wo dieser Verdacht des Bildercultus nicht vorhanden war, — wie bei der geschilderten' Bildnerei in den Synagogen — ist vom gesetzlichen Standpunkte aus der Bilderschmuck gestattet und unterbleibt nur wegen seiner störenden Einwirkung auf die Andacht: Nehmen wir diesen durch die ganze Literatur und Geschichte unseres Volkes begründeten Ständort ein: dann -ist jedwede Kunstübung zulässig, welche jenseits der gezogenen Grenzen liegt, und jede Kunstschöpsung: ist erlaubt, die weder nach ihrem Character, noch durch den Ort/ an welchem sie ausgestellt ist, zu religiösem Cult'us ihrer selbst,, oder zur Abschwachung. der - berufenen. Andacht Anlaß giebt. Wir stehen damit auf dem eigentlichen Boden unserer Zeit, und sind mitten in die Bewegung der Gegenwart gedrängt, welche an dem Baume der Cultur einen edlen Zweig groß gezogen, hat, den Zweig der Kunst, der durch die Triebe der.. allgemeinen Bildung gekräftigt, sich zu einer selbstständigen Culturerscheinung gestaltet hat. Seitdem der Thalmnd die Kunstfrage im jüdischen Leben' angeregt hat: stände die Kunst einerseits überhaupt nur, im. Dienst der -Re? ligion, und andererseits gehörte sie nicht zu den Berufsthätigkeiten der: Bekenner des jüdischen Glaubens. Anders .verhält es sich damit in unseren Tagen, wo die Kunst, sich zu-einer freien Thätigkeit erhoben hat und ihr Zusammenhang mit der Religion nur . zu einer bestimmten Seitenlinie herabgedrückt ist; — wo ferner der Culturströmung, welche voll und reich auch das Leben der Juden umspült,, durch, die Ausschließung der Kunst ein. breiter. Arm entzogen würde,/. Es hieße die Pulsader der Bildung dm jüdischen Volke. unterbinden,-wollte man die Kunstthätigkeit aus. dem Gebiet seiner Berufsleistungen streichen und dein Geiste. die Bahnen verschränken, in welche er sich unwiderstehlich getrieben fühlt, und auf welchem er zur Ehre. Gottes und der Menschen wirken und schaffen kann. Die Kunst ist ein Mittel den Veredlung, und wie sie die geistige Schönheit ihres'Schöpfers bekundet, so zeugt sie auch von' dem gebildeten Sinne dessen, der sie begünstigt, und wirkt veredelnd auf'Die ein, welche sich an ihren Schöpfungen. erfreuen. ' Der Gegenstand selbst, welcher durch das Kunstwerkdargestellt, wird, kommt, dabei in keinerlei Betracht, sobald die Anregungen, welche daraus: entstehen, nicht religiöser! Art sind. Das ist entschieden das Kriterium für die Kunst im jüdischen Volke, für diejenigen sowohl, welche die Werke anfertigen, wie für diejenigen, welche sie begünstigen oder besitzen. I) Selbstverständlich verstößt gegen diesen Grundsatz die Errichtung der Statue eines Verstorbenen auf dem Gottesacker, da derselbe, eine.Stätte tiefer Herzensandacht für. die Trauernden und diejenigen ist, welche den Ort besuchen (s. Maharil Abschn. 58 U). :—Die Aufstellung eines solchen Standbildes auf dem Gottesacker zu Paris (s. Allgem. Zeit. d. Judenthums Jahrg. 1864 Nr. 16) ist daher nicht zu billigen. —, Der Grabschmuck einer Engelsgestalt, die auf einem Grabsteirr des.hiesigen Gottesackers sich erhob, wurde auf meine Veranlassung: entfernt. — 37*