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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-09-04 · Heft 36 (4.9.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 36 (4.9.1866)
Date
1866-09-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 36 30, Jahrgang. %U g C nt C t It t Zeitung -es Ju-enthmns Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerausgegeLen von \ Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 4. September 1866. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l1/* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig I Thlr. 15 Rar. Vierteljährig 22>/2 Ngr. Inserate werden mit 1 */2 Ngr. für die Petitzcile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Donaufürstenthümer (Schluß). — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Mannheim. Oesterreich. Kaiserstaat: Prag, Wien. Schweiz: Bern. Belgien: Brüssel. Italien: AuS Oberitalien, Paris. Frankreich: Paris. Dänemark: Kopenhagen. Abhandlungen > verschiedenen Inhalts: lDie Mosesgruppe von Rauch Forts.). Leitende Artikel. Bonn, 16. August. " Die Donausürstenthiriner. (Schluß.) Ich nahm das Wort wieder: „Der Einwurf erscheint von Gewicht, mein Herr, er ist aber nur scheinbar und entschwindet vor den heute feststehenden Thatsachen. Lassen Sie mich Ihnen zuerst sagen, daß der Jude gegen die Christen nur allzu gerecht wäre. So viel Verfolgungen, so viel Schlächtereien, um ein Verbrechen zu bestrafen, das sie nicht verstehen können, lassen eine zu große Entschuldigung zu, als daß ich dabei verharre. „Aber meine Antwort wird entscheidend sein: Sie haben die Juden zu dem gemacht, was sie sind; reichen Sie ihnen die Hand, und Sie werden die Scheidelinie, welche euch trennt, mit überraschender Schnelligkeit^verschwinden sehen. Der Beweis liegt überall offen da. Sehen Sie die Juden in allen den Ländern, wo sie ihren Mitbürgern der anderen Culte gleich berechtigt sind. Gibt es.bei ihnen gegen die Christen das gehässige Vorurtheil, von dem Sie sprechen? Keine Spur. Und doch existirte es in Belgien, Holland, England, Frankreich überall, und eben so lebhaft, wie in Rumäniendenn dort, wie hier, war Verachtung und Verwerfung. Es existirte in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts und meine Kindheit, welche die Wirkungen davon gesehen, hat mir davon die schmerzlichste Erinnerung hinterlassen. „Vierzig Jahre später, meine Herren, war dies in der That nur eine Erinnerung. Erheben Sie die Juden Rumäniens und dieselben werden vergessen, daß Sie sie mit Füßen getreten, sie werden sich edelmüthig erheben, und Sie werden sie in einigen Jahren glücklich sehen, über die Verbrüderung, würdig der Gleichstellung mit Ihnen. Man beklagt sich über die Trennung, welche sie sich selbst aufzuerlegen scheinen — es ist, weil.sie euch fürchten; über ihre Kleidung, welche sie hartnäckig bewahren. Wie, lebt nicht in eurer Mitte eine beträchttiche Anzahl von Israeliten, die bekleidet ist, wie ihr? Tragen nicht diese ganze Jugend, alle die Männer, welche ich hier gesehen habe, und die, welche als Deputation zu mir kamen aus allen Städten der Fürstenthümer, dieselben Kleider, wie ihr? Ist nicht ein großer Theil dieser Bevölkerung würdig der rumänischen Bevölkerung zur Seite zu stehen? Wie werden sie euch nach ahmen, wann ihr sie nicht mehr zurückstoßen werdet! Zeigen sich auf euren Spaziergängen die jüdischen Frauen nicht ebenso gekleidet, wie eure Frauen , in Gemäßheit eurer Moden, oder vielmehr der pariser Moden? Ist eine große Zahl unter ihnen nicht würdig, sich neben eure

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