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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-08-28 · Heft 35 (28.8.1866) · p. Seite 554

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 35 (28.8.1866)
Date
1866-08-28
Page
Seite 554 (sequence 8)
Language
German
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m\> ein Parlament durch geheime Abstimmung und direkte Wahlen ins Leben ruft, in welchem nicht einmal eine- Herrenbank vorhanden sein soll. — Auch uns sind einige einzelne Fälle bekannt, in welchen kleinere' Gemeinden , wo der Lehrer zugleich Alles in Allem 'ist, nämlich Cantor, Schächter und Prediger, dirr'ch die Einziehung dieser unentbehrlichen Persönlichkeit in die größten Verlegenheiten geriethen, da sie -Nicht blos in gottesdienstlicher Beziehung Schaden litten, sondern auch wegen ' des Koscherfleisches vielfacher Entbehrung unterworfen -wurden. In den östlichen : Provinzen giebt - es wenige Orte, an denen jüdische Metzger wohnen, die unter Umständen das Schächteramt vollziehen können. Reclamationen der sö wie der einzelnen Gemeinden in der Stunde der Noch, wo der Staat alle vorhandenen Wehrkräfte benutzt/ führen zu Nichts. Es kann daher nur wirksam sein, wenn eine größere Anzahl solcher Gemeinden, die inr Kriegsfälle davon betroffen würden, sich vereinigt^ wach wiederhergestelltem Frieden um die gesetzliche Be- > stimmung zu petitioniren, daß diejenigen jüdischen Lehrer welche zugleich als Cantorerr u. s. w. fungiren, so lange militairfrei sein sollen, als sie ein solches Amt bekleiden. Oesterreichischer Kaiserstaat. -' Aus dem Tokajergebirge, im August. (Pr.-Mitth.) - Die Beschlüsse der Nagh-MihÄher Rabbinerversammlung sind .so eben in der königlichen Universitäts-Drucketeiin Ofen erschienen. Wenn auch unsere Dunkelmänner die Emancipationsfrage in Folge derseinerzeit auch iri-diesen Blättern gemachten Enthüllungen unter den PuMen nicht ausgenommen haben, so sind doch die sonstigen Eardinalfragen, zu deren Dollmetsch sich Rebb Hilel in Szikszü macht,- so sehr verworren - Und schlagen so sehr den Bestrebungen unserer Zeit ins Gesichtdaß sich nun einmal von ihnen nichts erwarten ■ -läßt: Unter den Unterschriften finden wir zum Theil Mäntter, deren Rabbinatssprengel sich kaum auf einer Speciälkarte finden lassen , anderentheils Namen, welche sich schon heute ihrer Unterschrift schämen. Zu Mserer Wende sei daher registrirt, daß Männer von Mhödöxer Farbe und' bedeutendem Rufe, wir nennen beispielsweise den Rabbi Jeremias Löw in S. a. Ujhely, ihte Unterschrift nicht hergaben. -Der Kampf des Rabbnisimus mit dem Chassidismus hat bei uns - eine nie dagewesene Form angenommen. Bereits' ist diese Frage vor das Forum der weltlichen Gerichte' gewiesen und nachdem unsere Chassidäer keine Mühe scheuen und' sich der Sympathie^ einflußreicher Israeliten dieser Gegend erfreuen, sö sind wir auf den Ausgang dieses Prozesses-nicht gespannt: Ein Erlaß der hohen königlichen Statthalterei fordert die Zempliner Comitatsbehörde auf zu eruiren, wer der Verfasser der Schmähschrift „Lol Anoth“ sei und ob die Claus der Chassidäer Mit ihrem Minhag fortzubestehen " habe. Gleichzeitig ist der Vorsteher der Chassidäergemeinde anzuhalten Rechnung über die nach Palästina geschickten Gelder abzulegen.' Es ist nichtunsere Aufgabe den Resultaten dieser behördlichen Untersuchung vorzugreifenjedoch können -wir schon im vorhinein versichern, daß bei dem regen Eifer der Chassidäer eher eine Niederlage der Orthodoxen als der Chassidäer zu befürchten ist, und wer da weiß, wie geheimnißvoll unsere Rebbes zu operiren. pflegen, wird auch zu dem Geheimniß einen Schlüssel finden, wie und auf welche Weise ein Vorsteher der Chassidäer Quittungen aus Jerusalem über solche Gelderdie wohl eher nach Polen, als nach dem heiligen Lande gewandert sind, herbeischaffen kann. Wohl haben bedeutende Rabbinen des Inlandes sich für die Sache der Aschkenasim ausgesprochen und die Schmähschrift, die eine freche Partei gegen den würdigen Oberrabbi Herrn Jeremias Löw in die Welt geschleudert, verdammt, jedoch was will das sagen, gegen die feinen Jntriguen unserer Chassidäer, gegen die Sympathie der Bevölkerung für die Sache des Aberglaubens. Nicht gegen die Chassidäer! Das ist der Wahlspruch unserer Orthodoxen und Aufgeklärten dieser Gegend.; ■ In den Nachbargemeinden sieht es in Folge der Nagy-Mihölyer Beschlüsse nicht besser ausin Miskolcz' wurde dem Cantor gekündigt, der Chorgottesdienst suspendirt und in Eperies ' besuchen seit Monaten' die Schvchtem nicht den Chortempel. IN Kaschau gelang es der orthodoxen Partei nicht den Bau des Chortempels zu hindern und dürfte es den Chassidäern kaum gelingen einen Singsang-Minhag in diesem neuen Gotteshause einzuführen. Oberlehrer I. I. Rosenmeher. Wien, Juli. (Privatmitth.) Vom Weiherrn v.Rochschild in Wien wurde für die Rothleidenden in Ungarn

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