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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-08-21 · Heft 34 (21.8.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 34 (21.8.1866)
Date
1866-08-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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3V. Jahrgayg. Allg c üi e i ne MM. -es Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. ' Herausgegeben von Rabbiner Dp. Ludwig H-hilippson in Bonn. Leipzig, den 21. August 1866. jährig Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1'/» bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Viertel- 22i/z Star. Inserate werden mit 11/-> Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen BestellMgen an; der Haupt-Expedition für Leide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Annexionen. — Zur Charakteristik des Talmuds. X. iFortsetz.) — Zerstreute Bemerkungen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aus Norddeutschland, Bonn, Horn, Speyer, Kissingen. Oesterreich isch er Kaiscrstaat: Wien, Von der Elbe, Ans Böh- men, Aus Ungarn. Italien: Aus Oberitalien, Florenz. Großbritannien: London. Schweden: Stockholm. Leitende Artikel. Bonn, 12. August. Die Annexionen. So weit die öffentlichen Kundgebungen sicher voraussetzen lasten, werden Hannover, Hessen und Nassau, wenn nicht noch einige andere Striche Landes nördlich vom Maine, endlich auch Frankfurt a. Main dem preußischen Staate emverleibt. In allen diesen bisherigen Staaten, zu denen nach dem Heimgange.des-^etzt regierenden Herzogs auch Braunschweig kommen wird, wohnt auch eine ziemlich zahlreiche jüdische Bevölkerung, so daß in dem Großpreußen die Zahl der Juden auf ca. 300,000 Seelen steigen wird. Hierbei erheben sich nun mancherlei legislatorische Fragen. Im Ganzen befinden sich in allen diesen Ländern die Juden wie auf derselben Culturstufe, so in der gleichen bürgerlichen Stellung. Wenn sie in Braunschweig und Frankfurt am Main der unbedingten. Gleichberechtigung etwas näher stehen, so sind sie in Hessen dafür weiter zurück gehalten. In allen diesen Ländern stehen ihnen in gewerblicher Beziehung keinerlei Hindernisseentgegen, und hinsichtlich des Staatsdienstes mag ihnen auf dem Papiere alle Berechtigung zustehen, die Verwaltung fördert sie so wenig wie irgend möglich. Die politische Veränderung wird daher in diesen Dingen Nichts ändern. In einigen dieser Länder erhalten die Juden einen Zuschuß aus Staatsmitteln zu den Kosten ihres Cultus und Schulwesens. Hoffen wir, daß die neue Verwaltung diese Verpflichtung, welche die früheren Regierungen aus diese Weise übernommen hatten, für verbindlich erachtet, und diese bescheidenen Summen nicht verweigert. Vielleicht daß dies gerade eine Handhabe für uns Altländer wird, um auch für uns einen solchen Beitrag zu erwirken. Nicht als ob Schreiber Dieses ein Anhänger der in Frankreich und Belgien bestehenden Einrichtung wäre, wonach alle Kosten des jüdischen Cultus vom Staate getragen werden, die Synagoge dafür eine Staatsanstalt wird; wohl aber ist es ein Bedürfniß, vom Staate die Mittel zu einigen allgemeinen Instituten, z. B. Seminarien, einer jüdisch-theologischen Facultät u. s. w. zu erhalten, da hierzu die Mittel der Juden bei. ihrer sonstigen großen Belastung wirklich nicht ausreichen. Eine andere Frage betrifft die innere Organisation. Sie ist in den genannten Ländern sehr verschieden. In Hannover giebt es drei Landrabbinate, und ist der geistlichen Gewalt ein ziemliches Terrain eingeräumt; in Kurhessen bestehen Provinzialämter aus Laien, jedoch mit

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