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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-24 · Heft 30 (24.7.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 30 (24.7.1866)
Date
1866-07-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Hera-usgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 24. Juli-1866. jährig I Diese'Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1*/2 bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Mertelrifl 1 22»/2 Ngr. SnstrateZwerden mit l»/2 Ngr. für die Petitzeile oder derest Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeituugS-Expeditionen hmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. In h a l t. Leitende Ärtikel r Zur Charakteristik des Talmuds. VII. — Die protestantischen Bekehrungsgesellschaften. II. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Berlin, Bonn. DonLufütstenthümer: Bukarest. Holland: Haag. G r o ß b r i t a n n i e n: London. Leitende Artikel. Bonn, 15. Juli. Zur Charakteristik des Talmuds. VII?) Dem. Götzendienste tritt 'das gottesdienstliche Leben gegenüber. Allerdings versteht die heilige Schrift unter Gottesdienst nicht blos den beschränkten Act, den wir damit bezeichnen, und wenn sie wiederholt dem Israeliten zürnst, „dem Ewigen zu dienen", so Heißt dies bei ihr, sich mit der Liebe zu Gött^-m ‘■pjrVa 'h ne* rSMjn) und mit der Gottesfurcht ('isi rwV) zu erfüllen, und sie in Wort und That zur Ausprägung und Verwirklichung zu bringen. Wie im Mosaismüs Idee und Leben überall Eines sein sollen, so sei auch Vas ganze Leben des Israeliten ein Gottesdienst. Weit entfernt von jener *) Das er stte Wort des ersten Leitartikels iw Nr. 29 „Der platonischer und mosaische Staat" ist unglücklicher Weise ein Druckfehler', wodurch der Sinn ganz unverständlich , .geworden; es .muß, heißen „Viele" .statt „Wir". Die Red actio n.. erkünstelten Askese, welche Gebet- und Bußübungen vom' Leben trennt, das letztere als eine niedere Sphäre des Menschen verachtet und es durch jene so viel wie möglich verdrängen und ausfüllen lassen will, soll nach der Thorah das Leben von dem höheren religiösen Geiste nach allen Richtungen hin durchweht und geheiligt werden, und die cultuellen Acte, wenn sie auch für die gesammte Gottesgemeinde ausführlich bestimmt sind, bleiben dem Individuum bis auf wenige frei überlassen. Die Grundlage dieses gottesdienstlichen Lebens ist nun der Sabbath, und ihm wollen wir daher in unserer Untersuchung jetzt unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Gehen wir auch hier zuerst von den Bestimmungen der h. Schrift aus. Aus der Entwickelung der menschlichen Verhältnisse war hervorgegangen: ein mühe- und arbeitsvolles Leben zur Befriedigung der sinnlichen Bedürfnisse, die Dienstbarkeit des Geistes zu diesem Zwecke und das Versinken des Geistes in diese und in eine dem sinnlichen Leben analoge Begriffswelt. Die Offenbarung hatte nun den Zweck, den Geist des Menschen von dieser Dienstbarkeit und diesem Versunkensein zu befreien, ihm die Erkenntniß Gottes und des göttli-. chen Rechtes und dadurch das Bewußtsein seiner höheren Bestimmung, nämlich der, Heiligung, d. i. der Verähnlichung mit Gott zu geben. Zur Befreiung des Menschlichen Geistes von der materiellen Lebenssphäre sollte nun der Säbbath das vorzüglichste Werkzeug sein. Er besteht, daher in zwei. Momenten:!) in einem vollständigen Aushören aller Arbeit (nitts ,nir) und 2) in der

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