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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-03 · Heft 27 (3.7.1866) · p. Seite 432

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 27 (3.7.1866)
Date
1866-07-03
Page
Seite 432 (sequence 14)
Language
German
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T \ 432 msMsM der jetzt zu der Amerikanischen Episcopal-Kirche gehört und früher ein Jude war, mit Namen Cherishusberg*), glaube ich, geht zu ihnen mit der Absicht, zu versuchen, das Christenthum unter ihnen einzuführen. (Ein jeder unserer Leser fühlt wohl mit uns, daß von Seiten der Judenheit etwas geschehen müsse, um diese unglücklichen Namensbrüder zu erhalten. Zunächst könnte dies von den Juden geschehen, welche sich gegenwärtig aus Europa und Amerika in China aufhalten. Diesen die nothwendigen Mittel zu schaffen, . wäre die Sache des Londoner Board of Deputies und der Alliance israälite universelle. - Sobald von diesen Etwas geschehen würde, ständen auch wir nicht an, einige Unterstützung Lei den deutschen und benachbarten Juden zu bewirken, Es versteht sich, daß das erste Erforderniß die Hinsendung eines tüchtigen, befähigten Lehrers sein müßte, alsdann daß den Leuten Erwerbswege durch Handel und Arbeit eröffnet würden. Red. d. A. Z. d. I.) Corres p ond enz. Amerikanische Griese. I. Mitte April. Die jüdischen Zustände in unserer westlichen Hemisphäre .erscheinen dem Auge Desjenigen, der sie vom fernen Europa aus in Betrachtung zieht, gewöhnlich sehr verwirrt, chaotisch und trostlos. Wer aber nicht an der Oberfläche der Erscheinungen haften bleibt, wessen Blick nicht von den Grenzen des gegenwärtigen Tages eingeengt ist, sondern wer mit klarem Sinne in den gesunden Wurzelkeimen der Gegenwart' die stolze Pflanzung der Zukunft erschaut, der wird, wie der große Prophet in Babylon seinen Zeitgenossen, so seinen Glaubensbrüdern in Amerika oder vielmehr dem Bekenntnisse derselben voll Schwung und Zuversicht eine glänzende Zukunft Voraussagen können. Man sehe das lebendige Interesse, das sich in unserer hierländischen Judenheit für das Judenthum und seine Institutionen so sehr geltend macht, und vergleiche damit die Interesselosigkeit, über die man *) Dieser? Name war unleserlich geschrieben. Red. d. J. C. allwärts in Europa klagt. Man vergleiche die Regsamkeit und die Frische des amerikanisch-jüdischen Gemeindelebens, die lebendige Theilnahme, die jedes Mitglied an der Blüthe und Entwicklung desselben nimmt, mit der Gleichgültigkeit und Kälte, die seit fast zwei Jahrzehnten drüben zur Herrschaft gekommen.*) Ob dieses Interesse und diese Theilnahme nachhaltig sein werden? Es sind starke Gründe dafür vorhanden, diese Frage bejahend zu beantworten. Wenn schon seit zweihundert Jahren und mehr das christlich-kirchliche Leben in diesem Lande ein so frisches und lebenskräftiges ist, und wenn dieselben Factoren, welche dem amerikanischen Christenthum seine Frische gewähren, auch auf das amerikanische Judenthum einwirken, warum sollte Letzteres dann in stagnirende Zustände verfallen? Dadurch, daß hier alles Kirchenwesen so entschieden vom Staate und dessen Bevormundung getrennt ist, verlernen es die Genossen irgend einer Religionsgesellschaft, fortwährend wie unmündige Kinder zu ihrem Vormunde aufzublicken, sondern in männlichem Sinne und getragen vom Geiste des Selfgovernment nehmen sie selbst die Verwaltung und Gestaltung ihrer Angelegenheiten in die Hand, und durch diese lebendige Thätigkeit erhält das Interesse an jüdischen Dingen stets neue Nahrung. Es ist übrigens nicht zu leugnen, daß durch diese Selbstregierung der Gemeinden und durch die auf breitester demokratischer Grundlage ruhenden Verfassungen derselben auch gar mancher Hader und viele unangenehme Scenen erzeugt werden. .Wie ist solches aber anders zu erwarten in Gemeinden, deren Mitglieder sich erst vor Kurzem zusammengefunden, aus den verschiedensten Gegenden der alten Welt hier zusammengewürfelt worden sind, auf den verschiedensten Bildungsstufen stehen, den verschiedensten religiösen Richtungen folgen?. In den Städten, in denen, die jüdische Bevölkerung sehr zahlreich ist, hat man zur Förderung des lieben Friedens und zum Segen des religiösen Lebens und seiner gedeihlichen Entwickelung zu einem , guten, zu dem einzig guten Heilmittel gegriffen, nämlich zu der Trennung der Gemeinden nach religiösen Ansichten. Wo eine Gemeinde einen scharf markirten religiösen Character hat, und wo die Mitglieder so ziemlich gleiche oder ähnliche Ansichten besitzen, da kommen wenigstens jene Ge- *) Gegen dieses Urtheil müssen wir denn doch protestiren, und urtheilt der Herr Corresp. wohl nicht aus eigener'Anschauung; man ist aber gewohnt, daß Leute, die aus Europa nach.Amerika kommen, nach verbitterten Gefühlen über Europas urtheilen. R e d a c t. .

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