Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1866)
- Date
- 1866-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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3« JHrgamg. Allg e m e i » c 25. Zeitung -es Mdenthmns Ein nnpartenfches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 19. Juni 1866. jährig Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l'/r bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rar. Merteb 22>/2 Ngr. JnserateZwerden mit H/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlrmgen, Postämterun' " ' ehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition f -...... — —,,.T,,.„.und Zeitungs-Expeditionen das König!. Sachs. Haupt-ZeitungS-Bureau hier unterzogen. Trotz den politischen Wirren und den unglücklichen merkantilischen Verhältnissen kommen uns die Anmeldungen zum zwölften Jahre (1. Mai 1866 bis 1. Mai 1867) in gewohnter Weise aus vielen Orten zu. Wir erlauben uns, dies den Herren Agenten des Instituts mitzutheilen, um an Alle das Ersuchen zu richten,.. sich von der Ungunst der Zeit nicht abschrecken, sondern nur um so mehr beeifern zu lassen, für die Erhaltung und Ausbreitung des Instituts zu wirken. Wir wissen, jedes wahrhaft jüdische Herz hat für die Sache seiner Religion und ihrer Literatur immer noch eine Gabe, auch wenn der Druck der Zeiten ein sehr schwerer ist. Das Institut zur Förderung der israel. Literatur. Inhalt. Leitende Artikel r Zur Charakteristik des Talmud. VI. — Die Krise. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Homburg v. d. Höhe, Hannover. Preußen: Berlin, Neubrandenburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Pest. Schweiz: Leugnau, Neuschätel. Rußland: Bonn. China: Kaifung-Fu. Belgien: Brüssel. Brasilien: Pernambuco. Correfpondenz r Aus Frankfurt a. d. O. Leitende Artikel. Bonn, 3. Juni. Zur Charakteristik des Talmuds. VI. Von dem Gebete und der Wohlthätigkeit wenden wir uns zunächst zu dem Momente, welches zu den wesentlichsten Ausgaben des Judenthurns und des dasselbe bekennenden Volksstammes gehörte, zu der Verhütung und Beseitigung der Abgötterei und des Götzendienstes. Die h., Schrift verkündet von 'ihrem ersten bis zu ihrem letzten Worte die Lehre von einem einzigen, unkörperlichen Gotte, der durch seine Macht, seine Weisheit und feinen Willen das Weltall und alle Wesen hervorgebracht; sie macht die Erkenntniß und die Anbetung dieses Gottes zur heiligsten Pflicht des Israeliten und dereinst aller Menschen, wogegen Abgötterei und Götzendienst für den Israeliten ein todeswürdiges Verbrechen ist. Diese Gotteslehre war für den Mosaismus die Wurzel, aus welcher alle sittlichen und socialen Gesetze, also alles wahrhafte Menschenthum, als Consequenz herauswuchsen, so daß diese mit jener standen und fielen. Für diese Gotteslehre mußte im Volke Israel die erste feste Grundlage mitten in der ganzen heidnischen Welt gelegt werden. Alle Nationen der Erde waren zu jener Zeit der Abgötterei und dem Götzendienste anheimgesallen. Was auch in jüngster Zeit die Gelehrten über eine reinere Gottesidee, die ursprünglich den Mythologieen der Völker vorangegangen, verhandelt haben, Niemand kann und wird leugnen, daß in Wirklichkeit fämmtliche Völkerschaften der Erde dem gröbsten Götzenthum in Wort und Werk huldigten. In dem kleinen Volke Israel also sollte zuerst für das gesammte Menschenge-