Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1866)
- Date
- 1866-05-29
- Page
- Seite 352 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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352 . Mayer Sax Meisel nennt also Mardochai Meisel/ ausdrücklich: Vater. — Bezüglich Mardochai Meisels . 'Geschästscompagnons, Jsak Arzt (czechisirt Lekarz), wollen, wir folgendes bemerken: Im Jahrbuch 1862/3 von Wertheimer und Kömpert veröffentlichten wir ein Document; von Rudolf XI. vom 3. Juni l 58.0 bezüglich der Wahlen der Eltesten in Prag. Auf Grund, dieses Decretes fand am 17. July 1681 in Anwesenheit des Procurators und des Buchhalters, der böhmischen Kammer in, Prag eine' Wähl statt. Gewählt wurden zu El t e st e n: Jsak Arzt, Primator Rabbi Aron Munk, Manasse Schick, Mayer Brandeis und Bunem Lintheimb. Zu Gemein-' eXteften: Rabbi Mayer Epstein, Rabbi Abraham Ziak, : Rabbi Jacob E. Noch, Jsak Sohn Josef Horwitz und Mayer Perles; zum R i ch t e rZadok Rokef (?). Bei den damals herrschenden Streitigkeiten in der Prager Gemeinde, wurden , gegen Jsak Arzt als Primas Denunciationen heim Kaiser eingebracht: Jsak Arzt sei für das Amt untauglich, da er sich nicht wol verhalten , habe. Die Kammer lud daher die 15 Personen, welche zur Wahl der Eltesten designirt' waren, vor, ebenso die 4 „Schulklopfer", und nachdem diese mit ihren. Eiden /bekräftigt hatten, daß die Wahl in Ordnung vor sich gegangen sei, trug die Kammer auf die Bestätigung der Gewählten an, was auch geschah. III. Wohlhabende Lehrer. " Die Klage über die bedrängte materielle Lage der Lehrer ist fast eine allgemeine. In letzter Zeit sucht man derselben durch die entstandenen und entstehenden Lehrervereine Abhilfe zu verschaffen. Bekannt ist das lateinische Sprichwort: Quem Dii oderunt etc. und der Midrasch erklärt die Stelle im Segen Jacobs oiroio bfinura mit den Worten: rv>prri. ■H7ab£. Es gab jedoch auch Ausnahmen und fanden sich Lehrer, die einen Spaarpfennig besaßen. Als Beispiel führen wir an : Jin Laufe 1623 zogen Juden von Prag zu Markte nach Krems in Niederösterreich. Auf ihrer Heimkehr wurden sie in Wien angehalten , wo man bei ihnen Münzsortenfand, die nicht allgemein im Umlaufe waren. Man beschuldigte sie daher, daß sie mit denselben Handel treiben wollen. Die Judenbaten hierauf, die Hofkammer ihnen das confiscirte Geld wieder zürückzuerstatten, da sie mit den Pagamenten keinen Handel treiben wollten und das Geld' überdies nicht ihnen allein gehöre, sondern noch fremden Parteien — 50—60 Personen — darunter 15, „die den - andern Juden Kinder unterweisen und an ihrem, Salario. etwas weniges erspart." ' - IV. Das Vermögen der Juden in Prag im Jahre 1540. Im Jahre 1540, nachdem die Juden in-Prag kurz zuvor eine freiwillige Anleihe gemacht — eine außerordentliche Steuer geleistet — hatten, verlangte man neuerdings 2000 si. von. denselben. Die Juden erklärten dieselben nicht leisten zu können. Die böhmische Kammer ordnete daher an, daß die Juden „bei ihren Zehngebot" (Tephillin) schwören. sollen, wie groß ihr Vermögen sei, und je nach dem Maße des Vermögens jedes Einzelnen sollte die Summe von 2000 fl. repartirt werden. Nach dieser vorgenommenen Procedur ergab es sich, daß 74. Personen ■ ein Vermögen von je 50 fl. hatten, (darunter sind 3, welche den Titel Rabbi haben: Abraham (vielleicht der. in 6aI-Lä x. 82 162}, Jfack (vielleicht der in Oal-Lä. p. 6 14} und Maus.(?)); und 97 Personen, welche über 100 fl. besaßen, zusammen 86,700 fl., darunter Munk, der Vornahme fehlt, 15,000 fl. Unter diesen sind ebenfalls 3, die den Titel Ra b bi haben: Mardochai, der ein Vermögen von 200 fl. hatte (vielleicht Mardochai Zemach, der im Jahre 1561 die Reise nach Rom machte, .um den Pabst zu veranlassen beim Kaiser Ferdinand zu interveniren, damit das Decret bezüglich der Ausweisung der Juden aus Prag aufgehoben werde), R. Löb (vielleicht 6a1-Lä. p. 8. Nr, 18) imb R. Jsaias. — Unter den angeführten Personen befindet sich auch Einer Namens Sünwel mit dem Beinamen Gasson^ (jrnfiw ----- der Stolze)*). V. Z um Reu chlin is ch en Streite,. . Herr Dr. Grätz behandelt in dem eben erschienenen 9. Bände seiner Geschichte der Juden den Reuchlinischen Streit in ausführlicher Weise. Wir vermissen jedoch in demselben das Moment, daß die Wiener Universität sich zu Gunsten Reuchlins erklärte (Vgl. Kink, Geschichte der Wiener Universität und unsere Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität im Jahre 1865). Zu. bedauern ist es', daß diesem Bande kein Register beigegeben ist und könnte dasselbe im nächsten Jahre nachgeliefert werden.**) , . :_;v: ' *) Als Curiosum wollen wir anführerr: > in einem Verzeichniß der Prager Juden vom Jahre 1669 befindet sich Einer mit.dem Beinamen „Pärichkopf." **) Das soll in der That geschehen. Redact.