Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1866)
- Date
- 1866-05-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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30. Jahrgang. All g e m e ine M 22. Zeitung des Zudenthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 29. Mai 1866. in l'/r biS 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Biertelzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-CÄeditionen beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitunzs-Bureau hier unterzogen. An Misere österreichischen Abonnenten. Herrn I. Knöpflrnacher's Buchhandlung (vormals Anton Edler von Schmid) Seitenstättengasse No, 4 in, Wien hält fortwährend Lager von unseren sämmtlichen israelitischen Verlagswerken und ist in den Stand gesetzt, dieselben zu gleichen Preisen wie wir selbst zu liefern. Baumgärtner^s Buchhandlung. -v.'.' r--;. Inhalt. Leitende Artikel r Das Pfingstfest und der Krieg. — Zur v’ Charakteristik des Talmuds IV. — Spenden für die israelitische Bibelanstalt zur Vollendung der Ausgabe mit gro- ^-ßen Typen. — Zeitungsnachrichtenr Deutschland:Hannover. Preußen: Berlin, Rybnik. Oesterreichischer Kaiser- - st a at: Tarnow, Aus Oberungarn, Ofen. Italien: Aus ... Oberitalien. Frankreich: Paris. Großbritannien: „ . London. Nordamerika: Bonn. Correspondenz : Historische Notizen. Leitende Artikel. Bonn, 18. Mai. Das Pfingstfest und der Krieg. Zu keiner Zeit erscheint der Krieg verabscheuenswerther, als in der des schönsten Festes, des Schabuothfestes, des Pfingstfestes*), das wir rn diesen Tagen feiern. *) Pfingsten kommt von dem griech. nevrixoaz?], das ist der Löste Tag, drückt also doch nur daffelbe, was ri vi'Av auS, die Zeit, wo es nach Peßach gefeiert wird. Sehen wir von dem ab, was die Natur, die Schöpfung Gottes, eben zu dieser Zeit zu uns spricht. Im Lande unserer Väter werden die reichen Saaten geerntet, welche die segnende Hand Gottes hat blühen und reifen lassen. In unserem Vaterlande, im -ganzen Europa haben soeben die Blüthen Baum und Saat verlassen und den sich ansetzenden Früchten Platz gemacht. Alles athmet das friedliche Schaffen, Wachsen und Gedeihen; und wenn die Morgensonne ihre glänzenden Strahlen über die üppigen Felder, über das grünende Thal und die bewaldeten Höhen breitet, oder das Purpurroth des Abendhimmels die Fluren und Menschenwohnungen verherrlicht: so ist Nichts niederschlagender, Nichts betrübender, als der Gedanke, all dieser Frieden soll durch das 'frevle Thun der Menschen zerstört, all dieser Reiz von der Hand der Menschen vernichtet, und durch einen zerstörenden Kriegslärm die. entzückende Idylle erdrückt werden! — Die Natur kennt keinen Krieg. In der Schöpfung Gottes ist alles Einheit. Alle Wesen und Existenzen sind nur ineinandergreifende Glieder eines