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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-04-17 · Heft 16 (17.4.1866) · p. Seite 253

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 16 (17.4.1866)
Date
1866-04-17
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
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253 yiarü' “psfüb q'ioi *pöü&-nDt:sn h9 „Well du andere ertränkt hast, hat man dich ertränkt, und die, welche dich ertränkt haben , werden ihrerseits auch ertränkt werden" (1). Ebenso sind gewisse Vertragsformeln, die lange vor dem Bestehen der Mischna gebraucht worden, in diesem Codex in aramäischer Sprache citirt >2). Jedesmal, wo der Geschichtsschreiber Josephus gewisse Ausdrücke in seiner Landessprache erzählt, geschieht es immer in aramäischer Sprache; so sagt er, daß der hohe. Priester Kahanrabba, auf hebräisch Kohen-Gadol hieß, daß der Gürtel, den er trug, üemyan, auf hebräisch Ahnet genannt wurde. Ebenso werden auch gewisse, Jesus zugeschriebene Ausdrücke von den Evangelisten in aramäischer Sprache, von ihnen hebräisch geannt, berichtet; z. B. laliiha kumi, junges Mädchen, erhebe dich lS. Mark. V, 41). Elalii, eiahi, lama sckebaktanni (mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?). Das Feld, welches Judas für die dreißig Seckel, den Preis seines Verraths gekauft hatte, wird in der Apostelgeschichte (I, 19) Hakel dema (Blutfeld) genannt. Das Aramäische, so wie es von den Juden gesprochen würde, war die Sprache Jesu und der Apostel. Diese Sprache übte ihren Einfluß auf die Verfasser des Neuen Testaments, und selbst wenn sie griechisch schrieben, bedienten sie sich oft Ausdrücke, die nicht in dem klassischen Griechisch gebraucht wurden, und welche man nur mit Hülfe der gewöhnlichen Sprache der Juden, d. h. des aramäischen Dialektes von Babylon, verstehen konnte. Diese Sprache nennen wir nun eigentlich die chaldäische Sprache, weil Babylonien Folge der ichaldäischen Besetzung, schon von den Propheten das Land der Chaldäer genannt wird. Aber es wäre richtiger zu sagen babylonische Sprache, denn die Chaldäer, die von einem im Norden Mesopotamiens, gelegenen Lande kamen, sprachen wahrscheinlich eine Sprache, welche keinen Bezug mit der aramäischen hatte und die nicht von der semitischen abstammte. Es ist uns kein Monument der alten babylonischen Literatur geblieben; nicht einmal eine Inschrift besitzen wir, welche diese Sprache zeigt, denn die Inschriften, welche uns von den Königen, von Babylon aufbewahrt geblieben, sind alle in assyrischer Sprache und mit keilförmigen Buchstaben geschrieben. Das Assyrische ^war, wie es scheint, die officielle Sprache der babylonischen 1) Siehe Mischna, l.TH. Trakt. Al.oih, M. II. tz. 7. 2) S. Z. B. Mischna, 3. Th. Trakt. Ketuboth IV. Regierung, die der Dynastie, welche ursprünglich assyrisch war; die Sprache des Volkes war der aramäische; Dialekt von Babylon; der chaldäische endlich, der uns noch völlig unbekannt ist, wurde wahrscheinlich nur von den chaldäischen Soldaten gesprochen. Dieses Bestehen mehrerer Sprachen in demselben Lande wiederholt sich noch in unsern Tagen: so z. B. in Egypten, wo die officiellen Akte der Regierung auf Türkisch redigirt werden, während das Volk allgemein arabisch spricht; das Koptische, von dem Altegyptischen hergeleitet, ist die-liturgische Sprache der Christen des Landes. — Die Ueberreste, welche uns von der alten babylonischen oder aramäischen Sprache geblieben, beschränken sich auf wenige Wörter, welche wir in der Genesis und in einem Verse der Prophezeihungen des Jeremias finden. Ich habe Ihnen schon oben die beiden aramäischen Wörter in der Genesis angeführt (Yegar Sahaduiha); der aramäische Vers, von dem ich sprechen will, befindet sich im 10. Kapitel des Buches Jeremias, V. 11, wo der Prophet, indem er das Wort an feine nach Babylon geführten Glaubensbrüder richtet, ihnen anräth, den Babyloniern , die sie zum Götzendienste verleiten wollten, zu antworten: „Die Götter, welche den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, werden von der Erde und von unter den Himmeln verschwinden." (Schluß folgt.) Anzeige«. Cantor-Gesuch. Für die hiesige Synagoge, mit Orgel und Organist, wird ein musikalisch gebildeter Cantor, der zugleich auchgebildeter Schochei sein muß, gesucht. Gehalt vorläufig 500 fl., der sich später beiläufig auf 800 fl. erhöhen dürfte, wenn die Schechita, deren Ertrag noch dem bisjetzigen 72 jährigen Schochet zufließt, dem Cantor zukömmt. Bewerber haben ihre Gesuche mit Ausweis über ihr Betragen innerhalb 4 Wochen an das Unterzeichnete Amt franko einzusenden, wo das Nähere dann mitgetheilt wird. Buchau, a. Federsee, Württemberg, 11. April 1866. Das isr. Kirchen-Vorsteher-Amt. Die Gemeinde Penkun sucht sofort einen unverheirateten Religionslehrer, der zugleich Vorbeter und Schächter sein muß. Meldungen an Samuel Meier. Penkun,

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