Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1866)
- Date
- 1866-04-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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30* Jahrgang. A l l g e m e i n e M 14. Zeitung -es Zudenthums. Ein ' . . - unpartensches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 3. April 1866. S erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1'/>> bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. L, jährig 22^2 Ngr. Inserate werden mit 1'/-^ Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich daS König!. Sachs. Haupt-ZeituvgS-Bureau hier unterzogen. Diese a ah In h a l t. Leitende Artikel : Collectaneen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: D eut s ch la nd: Gera. Preußen: Breslau, Berlin, Bielefeld. Oesterreichischer Kaiserstaat: Miskolz, Pest, Debrecin, Unghvär, Aus Ober- < Ungarn, Aus Ungarn, Aus Böhmen, Wien. Schweiz: Aus dem Aargau, Endingen. Italien: Aus Oberitalien, ' Rußland: Petersburg. Nordamerika: Baltimore. Chicago. Nachtrag. Leitende Artikel. Bonn, im März. Callectaneen. - Von Martin Philippson. 4. Die Einheit des Menschengeschlechts im ' . Gottesbegriff. ,< In No. 50 des vorigen Jahrgangs d. Bl. * sahen wir, daß die moderne Wissenschaft die höchst wichtige Lehre der heiligen Schrift von der Einheit des Menschengeschlechtes in Art und. Abstammung lediglich bestätigt. Dieselbe Übereinstimmung findet auch zwischen der Genesis und' .der Wissenschaft in Bezug auf die Urentwickelung des Gottesbegriffs unter den Menschen statt. Die h. Schrift erzählt, uns, wie die Menschen zuerst eine einhettliche Gottheit, wenn auch noch dunkel, verehrt haben. Schon. Adam und Eva wissen nur von einer Gottheit, nicht von mehreren. Bestimmter. noch zeigt 1 Mos. 6, 24 aus den Eintritt eines wirklichen Dienstes für die einheitliche Gottheit. hin: :'n man Nhpb bmrr tn, was nach wörtlicher und völlig befriedigender - üebersetzung bedeutet: „Damals fing man an, anzurufen den Namen des Ewigen.*) ,— Allmählich trübte sich §ann der noch reine, aber allzu unbestimmte Gottesbegriff, und es entstand die Viel- und Abgötterei, aus der erst Abraham sich erhob. Es ist nun höchst merkwürdig und erfreulich, wie die junge, aber bereits kräftig sich entfaltende Sprachwissenschaft von ihrem Standpunkte aus . ganz zu denselben Resultaten in Bezug auf die Uranschauung der Gottheit durch die Menschen kommt. Der berühmte Sprachforscher Max Müller zu Oxford behandelt in sememin vieler Hinsicht vortrefflichen, besonders aber in den philologischen Faktis ganz zuverlässigen Werke: Vorlesungen über die Wissenschaft der Sprache,- übersetzt von Di-. Böttger (Leipzig 1864—1866) in mehreren Kapi- ' teln auch die Mythologie der indo-europäischen Völker, und sucht sie durch den Nachweis ihrer ,Entstehung aus einzelnen Namen und Metaphern zu erklären. 'Bei der Verfolgung dieser alten Märchen findet er aber, daß durchaus ein Unterschied zwischen der Mythologie und der Religion der alten Volke rexistirt haben müsse und wirklich auch existirt habe. Er sagt II. S. 386 ff.: „Es giebt' wenige so weit verbreitete, so fest eingewurzelte Jrrthümer, wie der, welcher zu einer Verwechselung der Religion der Völker der alten Welt mit ihrer Mythologie verleitet.. Wie die Mythologie in natürlicher und nothwendiger Werse entsteht, habe ich in meinen früheren - *)' Siehe hierüber den Commentar in Philippson's Bibelwerk z. St. , ' '