Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1866)
- Date
- 1866-03-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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30, Jahrgang. Allgemeine M 12. {%■ W W WM (Bin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauLgegeben von , Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 20. März 1866. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 l/a bis 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. l5 Nar. Vierteljährig 22l/z Ngr. Inserate werden mit l J/a Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel : Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Altstrelitz. P r e irden: Breslau, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Lemberg, Gr.-Becskerek, Pest, Pest, Wien, Prag, Prag, Agram. Frankreich: Paris. Nachtrag: Constantinopel, Berlin, Berlin. Leitende Artikel. Literarischer Wochenbericht. Bonn, im März. Demjenigen, welcher sich Jahr ein , Jahr aus mit der Literatur zu beschäftigen, ihre Erzeugnisse zu besprechen und zu beurtheile'n hat, geschieht es bisweilen, daß er bei dem besten Willen mit diesem und jenem Werke im Rückstand bleibt. Sobald die Schrift auf seinen Büchertisch gelangt ist, greift er mit Vorliebe dazu, freut sich derselben und nimmt sich vor, sofort darüber zu referiren. Ehe er es gedacht, haben sich andere Dinge dazwischen geschoben, er wird von dieser oder jener Angelegenheit occupirt, neue Ankömmlinge häufen sich aus den früher angelangten, so daß troß dev Anciennetät auf die letzteren einige Schatten der Vergessenheit fallen. Es ist also weder der Unwerth eines Buches , noch die Unfreundlichkeit des Referenten, sondern meist der reine Zufall / derdie^sprtere Berichterstattung über ein literarisches Product nemnaßt. .So erging es uns auch diesmal mit den beiden Jahrbüchern, dem zu Wien (Verlag vonHerzfeld u. Bauer) erscheinenden „Jahrbuch für Israeliten 5626.„ Zweite Folge, erster Jahrgang", und dem zweiten Jahrgange der „Achawa. Jahrbuch für 1866—5626. Herausgegeben vom Vereine zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland." i Leipzig, in Commission bei Oscar Leiner.) Wir trösten uns bei Dieser Verzögerung damit, daß bei dem Referate über diese Jahrbücher es nicht gilt, sie bei dem Publikum einzuführen, wahrend sie schon längst ihr Publikum von selbst besitzen, sondern nur mit einigen Worten ihr abermaliges Erscheinen zu fixiren. Was das Aeußere betrifft, so beginnt das Wiener Jahrbuch seine neue Folge unter einem neuen Herausgeber, Herrn S. S za nt <5. Begründet von Isidor Busch, fortgeführt von Isidor Wertheimer, später von diesem und vr. Kompert, hat nun das Jahrbuch den Herrn S. zum Träger, wobei es allerdings mit einem mäßigeren Umfange einen höheren Preis (1 Thlr.) beansprucht. Die Achawa hingegen hat ihren Umsang vergrößert. Wir gehen hier nicht in das Einzelne ein, sondern besprechen sie nur im Allgemeinen. Wenn es uns überhaupt stets sehr erfreulich ist, falls neue Erscheinungen der jüdischen Literatur nicht blos austauchen, sondern einen, dauernden Fortgang haben, weil ein solcher für das wirkliche Interesse und Bedürfniß, das unserer Literatur einwohnt, sowie für den Werth der Erzeugnisse mehr Zeugniß ablegt, als die bunteste Menge von Emporkömmlingen, so ist dies um so mehr der Fall, wenn der Werth ein entschiedener ist. Beide Jahrbücher enthalten in der That des