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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-03-06 · Heft 10 (6.3.1866) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 10 (6.3.1866)
Date
1866-03-06
Page
Seite 150 (sequence 8)
Language
German
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152 rn dieser Gegend Wurzel zu schlagen und ist dieser Fortschritt um so begreiflicher, wenn man erwägt, daß Eperies, Lipt6, Sct. Miklvs rc. längst auf der Höhe der Zeit stehen. Das Schulwesen Oberungans scheint sich allmählig aufzuraffen. Dies beweist unter Anderen die Thätigkeit der Pest-Ofener Lehrer in Angelegenheit des Lehrervereins, behufs Unterstützung armer Lehrer und deren Wittwen und Waisen, andererseits die Aufmerksamkeit, welche die hohe Regierung dem Geheihen des israelitischen Schulwesens, insbesondere aber einzelnen Lehranstalten zuwendet. So wurde vor Kurzem vom Studienoberdirektor- Stellvertreter in Kaschau, Herrn Rechtsacademie-Director I. Demkö, die ujhelher Musterhauptschule eine Woche hindurch inspicirt, da höheren Ortes verschiedene Punkte vorliegen, welche in den Augen der hohen Behörde eine Untersuchung nothwendig machten. Und in der That bleibt es immerhin eigenthümlich, daß die Knabenschule einer von 800 Familien bewohnten Gemeinde kaum 100 schulbesuchende Knaben zählt, und wenn verschiedene Blätter vom Ueberfüllen der Lehrsäle an der ujhelher Musterhauptschule zu erzählen wußten, so sind dies Uebertreibungen, die im persönlichen Interesse ihren Ursprung haben. Für uns genügt, zu registriren, daß der Herr Studienoberdirector sich sehr günstig über die Leistungen sämmtlicher Kräfte der Anstalt aussprach und auch bei den ungarischen Vorträgen der deutschen Kräfte weilte und sich beifällig äußerte. . Jn Daranü wurde eine 2klassige Volksschule eröffnet und die Leitung dem greisen Orientalisten Rottenberg anvertraut. Die mit seltenem Takte ausgearbeiteten Statuten des ungarischen Lehrervereins liegen uns in ihrer ganzen Ausdehnung vor. Wir wünschen dem Vereine die weiteste'Verbreitung, doch sei uns die Bemerkung an dieser Stelle gestattet, daß es uns gerathen erscheint, so der Verein vorläufig provisorische Verfügungen treffe und die Erwählung seiner Beamten der Generalversammlung Vorbehalten bleibe. Oberlehrer I. I. Rosenmeher. Neu-Verbafl, 11. Febr. (Privatmitth.) Der Adreß- Entwurf enthält außer der Phrase über die Gleichberechtigung auch folgendes, auf das Concordat gemünzte Gravamen: « „Es werden auch jetzt noch Verordnungen aufrecht gehalten, welche mit Umgehung unserer Fundamental- Gesetze erlassen wurden, und welche die heiligsten Interessen der Landesbürger, ja selbst die innere Ruhe der einzelnen Glaubensgenossenschaften fortwährend trüben." Im kroatischen Landtage benutzte vr. jur. Miletits ebenfalls die Veranlassung, das Recht der Landesvertretung in der Concordats-Angelegenheit zu wahren, indem er anführte, „daß der Krone wohl das Recht zur Abschließung des Concordates zustand, dasselbe aber, insofern es die bürgerlichen Rechte berührt, zur Competenz des Landtages gehöre, und deshalb dem Landtage zur Revision vorzulegen sei." ' Interessant ist es, zu erfahren, welchen Erfolg man in klerikalen Kreisen den Bemühungen der Regierung: auch in dieser, die Israeliten des Kaiserstaates nicht minder nahe, als die anderen Confessionen berührenden Angelegenheit, dem konstitutionellen Shsteme Rechnung zu tragen, prognostizirt. „Rach der Ansicht des in Concordätsangelegenheiten am ehesten maßgebenden Kirchenfürsten des Reiches. (Fürsterzbischof v. Wien, Cardinal Rauscher), schreibt man der „Grazer Tagespost, ist der römische Staats- Vertrag, soweit er Ungarn berührt, bereits als kassirt zu betrachten, durch die Anerkennung der alten Gesetze und ihrer Rechtscontinuität. Auch in Rom macht man sich hierüber keine Illusion. In eine Rechtsunterhandlung über die Verzichtleistung auf die durch das Concordat zuerkannten „unveräußerlichen kirchlichen Rechte" könne sich, wie die Diplomaten des heil. Stuhles zu verstehen gaben, kein Papst je einlassen, um nicht die Rechte seiner Nachfolger zu vergeben,, wohl aber würde man in Rom die Anzeige von der weiteren Unausführbarkeit der Bestimmungen des Concordates unter, Rechtsverwahrung einfach zur Kenntniß nehmen, ohne deshalb sofort einen Conflict zu provociren." - Wien, l5. Febr. Wie wir bereits unter den „Notizen" in vor. No. angedeutet, hat die Gleichberechtigung in unserem Landtage (heute, 35. Sitzung) einen schönen Sieg erfochten. Es fand nämlich die Debattte über die Findelhäuser statt, und wir heben das wichtigste daraus hervor. Punkt VIII lautete: Der hohe Landtag wolle beschließen, es werde der Landesausschuß angewiesen: 1. sofort die Verfügung zu treffen, daß a) in der Landes - Gebäranstalt Frauenspersonen

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